Hinterherhinkend

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Wieder zurück in der Schweiz. Also, ich, zumindest, schon eine ganze Weile. Die Suche auf dem Computer, die sich selber dem Standort anpasst, ist noch nicht hier angekommen. google.hr wird immer noch aufgerufen, wenn ich einen Begriff im Suchfeld des Browsers eingebe. Auch schön, wenn die Technik mal dem Menschen hinterherhinkt. Das kommt ja nicht mehr sehr oft vor.

Zagreb III

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Das Hotel Westin dient uns als Zwischenstopp – genauer gesagt dessen Aufenthaltsbereich -, und weiss aufzufallen. Vorallem wegen der Ruhe und dem Blick nach draussen. Der Blick durch das wandhohe Fenster in Richtung Strasse, die etwas schattig wirkt aufgrund der vielen Bäume. Ab und zu fährt eines der blauen Trams vorbei. Das Blau hat einen Farbton, der sofort ins Auge sticht. Auch ins Auge sticht der Mann in der gelben Regenjacke, der draussen fotografiert. Auf der Innenseite des Hotels sind die Spuren der Vergänglichkeit sichtbar. Der stellenweise gewellte Teppich, und die einst eleganten Sessel, die nun an vielen Stellen abgenutzt sind. Sie erinnern an eine vergangene Zeit. Und ich denke darüber nach, dass ich so gut wie nichts über die Vergangenheit dieser Stadt weiss.

Zagreb I

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Abends, in einer Hotelbar in Zagreb. Die Fensterfront erstreckt sich über eine ganze Wand, beim Hinausschauen wähne ich mich unwillkürlich in Bern, an einem bestimmten Ort dort werde ich versetzt, wegen dieses Gebäudes gegenüber und der Grünfläche rechts daneben, nur, um danach festzustellen, dass ich ein paar hundert Kilometer davon entfernt bin. Im ersten Moment sieht es ja draussen wirklich aus wie an dem Ort in den schweizerischen Gefilden, auch das blaue Bähnli, das vorbei fährt, passt; nur das Graffiti an der grauen Wand, das passt nicht so ganz, ebenso das Licht, das hier anderes, ganz anders ist als zuhause.

Schon fast Sommer

Fast Sommer

Die Tage sind länger und heller – wenn es nicht gerade wie aus Kübeln schüttet – ja, heller, so hell, dass es eigentlich nötig wäre, bei der Kamera die Blende etwas zu drosseln. Doch irgendwie wäre das schade, mit einer weniger offenen Blende zu fotografieren, zwar logisch und sicherlich am sinnvollsten, überbelichtete Bilder sind ja verpönt. Einen Filter, der etwas Licht vorenthalten würde, habe ich nicht dabei, wie meistens. Dafür die Sonnenbrille, die, da sie polarisiert ist, wunderbare Himmel aufzeigt. Wunderbare Himmel, die dann fotografiert werden, und wenn ich das gemachte Bild zuhause auf dem Bildschirm ansehe, sieht es viel langweiliger aus. Doch zum Glück lässt sich das anpassen, damit es so aussieht, wie in meiner Erinnerung. Diesen Anspruch habe ich beim Fotografieren; dass die fertigen Bilder so aussehen, wie ich das Sujet beim Abdrücken wahrgenommen habe. Das hat nicht immer nur mit der Realität zu tun; manchmal zwar schon, dann ist wie gesagt zum Beispiel verdunkeltes Sonnenbrillenglas im Spiel, manchmal aber auch ein nicht tatsächlich existenter Filter, ein gefühlsbasierter, der vielleicht nicht gerade rosa ist, aber eben auch nicht nur durchsichtig und farblos.
In der Stadt sind gefühlt viel mehr Touristen in der Stadt unterwegs als in vorherigen Jahren. Und auch viel mehr Strassenmusikantinnen und – musikanten gibt es, und sogar ein als Transformer maskierter Mann buhlt an den belebten Plätzen um Aufmerksamkeit.
Allmählich darf das eiskalte Gletscherwasser, das durch die Stadt fliesst, etwas versiegen, und der Fluss wärmer werden. Dann ist der Sommer da, und so, wie ich ihn mir wünsche.

Dunkurot

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Chli ungerhaub vom Hirschegrabe. Zwöi Manne renne übere Fuessgängerstreife. „Schisbus“, seit der eint. Aber ou d Polizischtin, wo am angere Ändi vom Fuessgängerstreife steift, isch nid grad begeischteret: „Dunkurot!“, rüeft si. Und beziet sech ufd Ample, wieni bim häreluege gseh.
Zwöi Minute speter, churz vorem Chocher Park: E Bus überhouptmi, vermuetlech mit dene zwöine pressierte vo vori drinn – wesne de no glängt het-, drängt mi und mis Velo ä chli abm zimli agressiv und gar nid nätt. I chume e haubi Sekunde lang i Versuechig, des gliche z dänke, wo dr anger bim Strasse-überquere vori gseit het. Dunkurot, das isch übrigens ou d Farb vom Bus gsi.

Invasion der Selfie-Stangen

contemporary witness

Damit der Chronistenpflicht Genüge getan wird: Die Selfie-Stange, die ich erstmals im letzten Herbst in Venedig entdeckt habe, hält Einzug in Bern. Ein Grossteil der Touristen hier läuft umher mit dieser Erfindung, die man gut oder auch weniger gut finden kann. Ich selber tue mich schwer damit, mir eine Meinung über das Konstrukt zu bilden. Kaufen würde ich so ein Teil nie (das sage ich zumindest heute!), halte es aber für ziemlich ehrlich, so eine Stange zu verwenden. Irgendwie. Und Ehrlichkeit ist ja etwas schönes.

Die Faszination einer Auffahrt am Ostermontag

Es gibt Bilder, die bleiben haften. Ein besonders eindrückliches Bild, das in sich in meiner Erinnerung festgekrallt hat, am Ostermontag, um genau zu sein, ist jenes der Auffahrt zum Hotel Dolder Grand, etwas oberhalb von Zürich. Also die Auffahrt jenen Hotels, das im letzten Jahr in die Schlagzeilen geriet – Schlagzeilen, die man wohl lieber nicht gehabt hätte.  Die Auffahrt – wenn man unten von der Strasse her kommt, wirkt es, als führe der Weg geradezu in Nichts, in den Himmel. Eine leichte Neigung nach oben, breit, mit sanfter, anmutiger Kurve, elegant, also bestens passend zum Ort. Die Auffahrt hat etwas Nostalgisches, Retromässiges, Oldtimer, die hinauffahren, das würde passen – und gleichzeitig wirkt sie futuristisch, irgendwie, sie könnte auch Bestandteil eines Science Fiction-Film sein, zweifelsohne, auch darüber hingleitende Raumschiffe, abwegig wäre das nicht.

Zürich

veins and pools

Früher konnte ich nicht allzuviel mit der hierzulande grössten Stadt anfangen. Das änderte sich, als ich vor geschätzt zehn Jahren ein Praktikum in Zürich absolvierte. (Unter anderem) merkte ich, dass Zürcher/innen den Berner-Dialekt mögen (erstaunlicherweise; ist der Züri-Dialekt in Bern doch – sagen wir einmal, nicht bei allen sehr beliebt). Und als ich die Stadt, die nur eine einstündige Zugfahrt von meinem Zuhause entfernt ist, näher kennenlernte, fand ich viele schöne Plätze, abseits der bekannten Bahnhofstrasse. Leicht erhöhte Plätze, von denen man einen tollen Ausblick auf die Häuser und die Menschen unten hatte, und Plätze am See. So mochte ich Zürich immer mehr; und störte ich mich früher die Anonymität Zürichs, so ist dies etwas, das ich heute mag an der Grossstadt. Wobei ich nicht weiss, ob diese Anonymität wirklich noch vorhanden ist, wenn man auch in Zürich wohnt, und viele Leute kennt. Sicherlich eher als in Bern, wo es schlicht weniger Ballungszentren hat. – Eine schlechte Angewohnheit, die ich habe: unweigerlich vergleiche ich Städte miteinander, im Wissen darum, dass das eigentlich nichts bringt. Doch trotzdem mache ich es immer wieder, und auch gerne. Zurück nach Zürich: so einzigartig die Stadt auch ist, und das ist sie meiner Meinung nach tätsächlich, ist auch hier an Ostern nicht viel los. Die Geschäfte sind geschlossen, natürlich, nur am Bahnhof kann man noch einkaufen. Die Strassen sind leerer als sonst, einzig Spaziergänger und Touristen lassen die Strassen nicht ganz verlassen aussehen. Der Züri-See verliert seine Anziehungskraft allem Anschein auch nicht während Feiertagen, an denen das Wetter zwar wunderschön klar ist, aber kalt. Ja, der See, er dient als Sujet unzähliger Kameras, und das zu Recht, zusammen mit den einzigartigen Wolkenformationen, wie gemacht für Postkartenbilder, und Schiffe transportieren Menschenmassen über das – noch – nicht badegeeignete Nass. Schön, diese Ruhe und Gelassenheit, die in der Stadt vorherrscht. Und doch bin ich froh, dass es meistens anders ist. Geschäftiges Treiben und ruhigere Zeiten, beides in abwechselnder Reihenfolge, das ist beides nötig. Wenn auch nicht unbedingt zu gleichen Teilen. Und nicht nur in Zürich.