Die Sache mit dem Karma

Heute morgen, auf dem Weg zur Arbeit. Der Zug, den ich nehmen möchte und der mich normalerweise in die Stadt bringt, fällt aus. Auf der Anzeige oberhalb des Perrons wird ein „Ersatzzug“ angezeigt. Aber es handelt es sich dabei lediglich um den Zug, der nach dem „meinigen“ Zug – der eigentlich in diesem Moment hier halten sollte – als nächster Halt machen wird beim meinem Heimbahnhof gemäss normalem Fahrplan. Aber „Ersatzzug“ klingt wohl schön.

Am Abend dann, nach der Arbeit. Ich stehe auf dem Perron, und siehe da, ein Déjà-vu; „Ausfall“ steht da; der Zug, der mich nach Hause bringen sollte, fällt aus. Ich vermute schon etwas karmisches.

Doch dann denke ich, vielleicht liegt es ja nicht an mir. Zumal ja die grossen Bauarbeiten am hiesigen Bahnhof gestartet haben. Und siehe da, auf der „Wälle“ oben an einer Scheibe ist ein – notabene rotes – Plakat angeklebt, welches über diverse Zugausfälle informiert, aufgrund der schon erwähnten Bauarbeiten. Auch auf meiner Bahnstrecke gibt es baubedingt Ausfälle derzeit.

Ich bin froh, ist es keine Karmasache. Wobei, ausgeschlossen ist das ja noch nicht!

 

grau

wildes Treiben

Ein Tag mit viel Regen und wenig Sonne. Ich bin in der Stadt, andere auch. Eine Touristin, bewaffnet mit Selfiestick, ist im Begriff – oh Wunder -, ein Selfie zu machen. Dabei wirkt sie so traurig und bedrückt, bemüht sich nicht einmal um ein künstliches Lächeln. Ich frage mich, wie das Selfie wohl aussehen wird.

derailed

Herbst im alten Jahr. Vor dem Bahnhof, am Abend, vor acht Uhr. Mittlerweile ist es ja um diese Uhrzeit dunkel. Ich habe Kopfhörer auf, höre Musik über mein Handy. Beim Überqueren des Fussgängerstreifens unmittelbar vor dem Bahnhof verstummt die Musik, ohne dass ich das so gewollt hätte. Eine halbe Sekunde später: ein Geräusch ertönt, links neben mir. Einer Touristin ist ein Rollkoffer auf den Boden gefallen.
Die Welt ist gerade etwas aus den Fugen geraten, für einen kurzen Moment.