Palmen am Morgen

Las VegasSymbolbild

Es ist ein Januarmorgen, ich auf dem Weg zur Arbeit. Es ist – schon fast ungewohnt in diesem Winter – ziemlich kalt. Nicht gerade eine klirrende Kälte, die da vorherrscht, aber durchaus eine spürbare. Und die Stadt ist noch ein wenig mit Weiss überzogen, der neulich gefallene Schnee kann sich länger als üblich behaupten. Es fühlt sich also so an, wie es sein sollte im Winter.
Dann sehe ich an einem Fenster Palmen, oder zumindest Umrisse davon – auf einer Folie angebracht, vermutlich. In einem pastellähnlichen dezenten Farbton gehalten, passend zur Hausfarbe. Und ich meine rötliches Sonnenlicht zu erkennen, das die Palmen umschmeichelt. Aber das ist vermutlich nur meine Fantasie, oder ein flüchtiger Lichteinfall, und ich wische den Gedanken weg. Beim Näherkommen aber sehe ich, dass ein Scheinwerfer von innen wanderndes Licht auf das Fenster wirft. Ich staune wieder einmal, wie wenig es braucht, um aus dem Alltagstrott gerissen zu werden. In meinem Fall reichen da offensichtlich beleuchtete Palmenumrisse aus. Für einen kurzen Moment ist an diesem kühlen Morgen eine wärmere Ferne zumindest gedanklich etwas nähergerückt.

wo die Zeit immer noch stillsteht

where time is standing still Bönigen, im Oktober 2022

Beim Hochladen auf Flickr gab ich diesem Bild den Titel «where time is standing still». Als ich aus Neugierde nach ähnlichen Bildtiteln auf meinem Flickr-Account suchte, kam ein einziges Bild zum Vorschein (mit dem Titel «time is standing still»), welches notabane am (fast) gleichen Ort aufgenommen wurde – vor 10 Jahren:

time is standing still Bönigen, im Januar 2012

Die Zeit scheint dort am Brienzer See immer noch still zu stehen. Auch wenn das Wetter nicht innehält, und weiterzieht.

Wo keine Leere sein kann

hole

Wenn man nicht weiss, was man auf dem Blog schreiben soll, dann ist es wahrlich eine Kunst, etwas zu publizieren, das kein Lückenfüller ist.

Wobei: Lücken und Leere entstehen ja zum Glück nicht beim Brachliegen eines Blogs.