derailed

Herbst im alten Jahr. Vor dem Bahnhof, am Abend, vor acht Uhr. Mittlerweile ist es ja um diese Uhrzeit dunkel. Ich habe Kopfhörer auf, höre Musik über mein Handy. Beim Überqueren des Fussgängerstreifens unmittelbar vor dem Bahnhof verstummt die Musik, ohne dass ich das so gewollt hätte. Eine halbe Sekunde später: ein Geräusch ertönt, links neben mir. Einer Touristin ist ein Rollkoffer auf den Boden gefallen.
Die Welt ist gerade etwas aus den Fugen geraten, für einen kurzen Moment.

Wo man die Zeit vergisst

Spiez

Im März, in Spiez, beim Bahnhof. Der Zug Richtung Bern fährt langsam los, dann sehe ich einen Mann am Zug entlang rennen. Ich sehe, dass es sich um den Kondukteur handelt. Er hat vergessen, einzusteigen. Der Zug bremst ab, der Kondukteur kann einsteigen, und die Fahrt geht wieder los, mitsamt Kontrolleur.

Daran erinnere mich, weil ich heute wieder in Spiez war. Vor einem Zug reden zwei Kondukteure miteinander – einer blickt auf seine Uhr, stellt fest, dass es ja an der Zeit ist – der Zug hat jetzt abzufahren. Schnell steigt er ein, ebenso sein Kollege.

Spiez – scheinbar ein Ort, wo man die Zeit schnell vergessen kann.

Que sera, sera

Es ist der mit Spannung erwartete 18. März. Die Demonstrationen von Linken und Rechten sind zwar ofiziell abgesagt worden, doch offen ist, ob es nicht doch Ausschreitungen geben wird. Die Polizei jedenfalls ist gewappnet (es ist sogar eine Feriensperre verhängt worden), und vielerorts bereit stehend, falls es eskalieren sollte.
In einer der Laupen spielt ein Strassenmusiker ‚Que sera, sera‘.