Die Stille wird nicht ruiniert

Matte

Es ist Abend, und da es Winter ist, auch kalt und dunkel. Ich spaziere,  durch die Stadt, den Nydeggstalden hinunter. Ich erreiche das Mattequartier, das unter der Stadt an der Aare liegt.

Das Mattequartier mag ich sehr. Es ist immer so friedlich und ruhig hier. Und immer liegt irgendwo etwas herum, sei es etwas, das zu verschenken ist, oder etwas, das jemand verloren hat. Früher fand ich das merkwürdig, aber das ist so in der Matte.

Im Sommer komme ich gerne hierher, in der Mitte des Quartiers sind zwei Bäume, um deren beide Stämme jeweils eine Sitzbank aus Stein angebracht worden ist. Gerne fahre ich in den Sommermonaten, nur manchmal, damit es auch etwas Besonderes bleibt, hierher, mit dem Velo, und einem Buch, und lese vielleicht eine Stunde lang unter einem der beiden Bäume.

Ich trage italienische Schuhe und befürchte schon, dass das Klacken der Schuhe die hier unten vorherrschende Ruhe unterbrechen wird. Doch kaum bin ich unter der Nydeggbrücke durchgegangen, wird das Geräusch der Schuhe wie aufgesogen und ist kaum mehr hörbar. Mag es besonderer Asphalt  sein (was ich nicht annehme), oder einfach nur der Umstand, dass hier die Strasse breiter ist und es weniger hallt.

Es bleibt still in der Matte an diesem Abend.

Kopenhagen 3

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In Kopenhagen, am Wasser. Eine kleinere Menschenansammlung ist, da, vor einem Schiff, Polizeibeamte – zwei an der Zahl, kommen hinzu.
Nicht wenige Vertreter der Presse, viele mit Kameras bewaffnet, sind anwesend. Es ist nicht ganz klar, wer die Anwesenden sind – für jemanden, der nicht von hier ist. An einem Masten des Schiffs steht ‚plastic change‘. Das erklärt schon mal, was wohl der Sinn der ganzen Veranstaltung hier ist.
Ein Mann mit ‚Knopf in Ohr‘ taucht auf, spricht mit der Polizistin und dem Polizisten. Es wird noch jemand erwartet, der wichtig ist. Die Polizeibeamten trennen sachte die Menschentraube, bestehend aus Zuschauenden. Dann kommt da auch jemand, mit einer mehr oder weniger sicht- oder spürbaren „Wichtigkeit“. Ein Mann, ziemlich leger gekleidet.
Er begibt sich aufs Schiff, auf dem sich mittlerweile einige Menschen versammelt haben. Schüttelt Hände.

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Interessant, wie alle elegant aufs Schiff gelangen. Es wird fotografiert und gefilmt – auch wir, die Zuschauenden.
Das Schiff legt schliesslich ab – mit an Bord eine geringe Anzahl an Menschen – gering gemessen an den totalen Menge an Anwesenden hier. Ich frage die Polizistin, die wie wir an Land geblieben ist, um wen es sich da gehandelt habe, auf Englisch. Höflich, aber etwas verständnislos über so viel Unwissenheit, erhalte ich als Antwort: „Der Kronzprinz!“