Buch «Text» von Dmitry Glukhovsky

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Ein junger Mann, Ilja, kehrt nach 7 Jahren Straflager nach Moskau zurück. Im Straflager war er, weil er seine Freundin in einem Club vor dem Polizisten Petja beschützen wollte – der Polizist hat ihm dann in der Folge Drogen unterschoben.

Die einstige Freundin will nun nichts mehr von ihm wissen, und die Mutter ist kurz vor Iljas Rückkehr gestorben. Ilja macht den Polizisten Petja, wegen welchem er im Straflager war, ausfindig, bringt ihn um. Das iPhone des Polizisten nimmt er mit, und taucht darin ein. Durch die auf dem iPhone gespeicherten Nachrichten, Bilder und Videos lernt er das Leben des von ihm getöteten Polizisten kennen, und dessen Mitmenschen. Er gibt sich aus als Petja, mit dessen iPhone. Und das hat Folgen; für Ilja selber, und das Umfeld Petjas.

Die Handlung in «Text» ist oft sehr konstruiert, aber das Buch bleibt bis zum Schluss spannend, einerseits wegen dem, das da im Realen und im Digitalen passiert, aber anderseits auch wegen des Umstands, dass mit dem Buch eindrücklich aufgezeigt wird, was unser Telefon eigentlich alles über uns festhält – und nicht nur das, auch was das Telefon mit uns machen kann, wie es und beinflussen und prägen kann, wird eindrücklich beschrieben im 360-Seiten-starken Buch.

Die Kartoffeln dürfen nicht fehlen

irish potatoesDublin, im Juli 2012. In der Nähe des Phoenix Parks, an meinem 26. Geburtstag.

Ich komme an einer Bushaltestelle mit einem Mann ins Gespräch. Das passiert mir nicht selten, Dialoge mit Fremden.
Ich frage den Mann, ob ich ihn fotografieren darf. Er willigt sofort ein, aber die gekauften Kartoffeln müssen auf dem Foto sein. So entsteht das Bild.

Ich frage ihn dann auch, ob ich das Bild veröffentlichen darf, er ist einverstanden. Da er nichts zum Schreiben hat, und ich auch nicht, überquert er rasch die Strasse, dort ist eine Kollegin von ihm. Er kommt mit Papier zurück, und seiner Kollegin, auf dem von seiner Kollegin erhaltenen Zettel werden seine Koordinaten festgehalten. Wir verbleiben so, dass ich ihm den Link zum Bild sende, oder ein Abzug des Fotos von ihm, genau weiss ich es nicht mehr. Ich stecke den Zettel ein, doch als ich später im Hotelzimmer das Stück Papier hervorholen will, finde ich es nicht mehr. So habe ich mich entschlossen, das Bild nicht zu veröffentlichen.

Bis heute, zumal ich ja weiss, dass es den Mann freuen würde – und vielleicht, liest wer hier mit und kennt den Mann und kann ihm das Bild zeigen. Die Welt ist ja klein, schlussendlich.

Karussells und die Tristesse

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Karussells – das ist ja etwas, das Spass erzeugen soll, ebendafür da ist. Vorallem bei Kindern, natürlich. Aber nicht nur.

Auf mich haben Karussells (dieser Tage) jedoch eine triste Wirkung. Ich weiss auch nicht, warum. Ich habe nichts gegen diese aufwändig erstellten technischen Maschinerien, die (manchmal) liebevoll verziert sind. Und als Kind hatte ich sicherlich Freude daran, ich weiss es nicht mehr.

Am ersten Mal ist es mir heuer an der Bümplizer Chilbi aufgefallen, die Tristheit bei den genannten Objekten. Es lag vielleicht daran, dass es fast keine Leute hatte an der Chilbi, das lässt die Karussells (und den Vergnügungspark) natürlich nicht sonderlich vergnüglich aussehen. Vielleicht lag es aber auch an den alten, in die Jahre gekommenen Anlagen. Bei welchen es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, wie lange sie noch genutzt werden dürfen. Ob „Rösslispiele“ dieser Tage immer noch produziert werden? Vielleicht. Ich weiss es nicht. Vielleicht ist es ja das verzweifelte letzte Aufbäumen der Jahrmärkte, das ich spüre.

Wie auch immer. Gerade in der Tristesse liegt ja auch eine bestimmte Schönheit. Und jene Schönheit tragen die Karussells nun jedenfalls.

Barcelona I (digital)

Barcelona im Juli 2018.
Einige der letzten Bilder, die ich mit der 5D Mark II gemacht habe; 6 Jahre lang hat mir die Kamera treu „gedient“ – und jetzt nicht mehr. Nun ist das Thema Nachfolge aktuell.

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Später werden sicherlich noch Bilder folgen, die ich mit der M6 gemacht habe (die Filme wollen jedoch erst noch entwickelt werden).

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IMG_5790 Etwas ist in der Luft

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