Samstag ist in Bern Demonstrations-Tag

harsh timesAuf dem Bundesplatz in Bern, am 18. Juli 2020

Gestern Nachmittag gab es auf dem Bundesplatz eine (unbewilligte) Extinction-Rebellion-Demo. Es wurde ein Galgen aufgestellt, darunter stellten sich Aktivist/-innen hin, stehend auf schmelzenden Eisblöcken und mit einer Schlinge um den Hals. Es wurde sofortiges politisches Handeln zur Abmilderung der Klima- und Biodiversitätskrise gefordert. Es gab mehrere Reden, eine von einer «Klima-Seniorin», welche mit ihrem Verein neulich mit einer Klage vor dem Bundesgericht abgeblitzt war. Diese Demo schaffte es in die Medien, wohl nicht zuletzt wegen dem nicht sehr unauffälligen Galgen.

Vertrieben von der Bundesplatzmitte wurde (wieder einmal) eine andere Gruppe Demonstrierende – jene, welche gegen die Coronamassnahmen ist (wenn ich das richtig verstehe). Und gegen das Impfen, und vermutlich vieles weiteres. Diese «Corona-Demonstrierenden» finden sich ja nun seit geraumer Zeit jeden Samstag auf dem Bundesplatz ein. In den Medien hört man eigentlich nur noch von ihnen, wenn sie z.B. von einer anderen Demo vom Bundesplatz verdrängt werden. Eine solche Verdrängung gibt es notabene nun praktisch jedes Wochenende.

Wenn einem die DSLR plötzlich analog vorkommt

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Ende Mai 2020 habe ich die Canon EOS RP gekauft (einige damit gemachte Bilder finden sich hier). Vor allem, da die Kamera deutlich leichter und kompakter ist als die Canon 5D Mark IV, es gerade ein preislich sehr attraktives Angebot gab, und die EF-Objektive mit einem Adapter auch an der rp verwendet werden können.

Bereut habe ich den Kauf soweit nicht, im Gegenteil, und seit dem Kauf habe ich bis vor kurzem nur die rp zum Fotografieren genutzt (nebst dem Handy). Die mit der rp gemachten Bilder gefallen mir sehr, einzig ist der Akku der Spiegellosen sehr schwach. Daher ist nun oft ein Reserveakku mit dabei.

Vorgestern habe ich erstmals wieder mit der 5dmiv fotografiert. Ein merkwürdiges Gefühl, das Fotografieren fühlt sich mit der 5d nun vor allem irgendwie „analog“ an. Klar, die 5d ist unstrittig eine Digitalkamera; analog wäre noch mit Film, aber der Sucher ist nicht-digital (abgesehen von den Informationen, die da unter dem Bild grün eingeblendet werden); man sieht durch ihn hindurch (und das Objektiv), sieht was da ist, und blickt nicht durch ein elektronisches Display (welches erst noch erwachen muss, was eine kurze Wartezeit erfordert, und man danach sogar 1:1 sieht, ob ein Bild z.B.  unter- oder überbelichtet ist). Auch fühlt sich die 5d in der Hand „realer“ an als die rp (und dies nicht nur, weil sie klobiger ist).  Interessant, wie eine neue Kamera die Wahrnehmung der alten verändern kann.

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NB: Ich weiss, dass sich ein Vergleich mit 5dmiv und der rp eigentlich nicht gerade anerbietet; man vergleicht so Äpfel und Birnen, dennoch habe ich mir die kurze Gegenüberstellung erlaubt, zumal ich nun einmal beide Kameras habe.

all-täglechs

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Das Bild chönnt irgendwo im Wältall gmacht worde si, dert irgendwo dürnes Fenschter vore Ruumstation, wo es Gitter vor dran isch. Und gäge alli gültige Natur- und Allgsetz wachst dert uss im All äs Blüemli, eis, wo Interesse ade Mönsche hingerem Fenschter bekundet. Ir Realität aber gseht meh uf dem Bild aber äs Blüemli, wo im Schacht vom Stadtbach wachst, unger ir Bärner Altstadt. Und das wome schwach gseht funkle im Hintergrund, das si keni Stärne, sondern das isch das Wasser, wo dert d‘ Stadt dürabfliesst und e churzi Begegnig mit Sunnestrahle het. Und äs gubti vilech Lüt wo  dere sunnesuechende Pflanze gar nid Blüemli sondern Gjät würde säge, und vilech gits die gelbi Pflanze gar nüm lang dert, wüu se irgend e Gärtnerin oder e Gärtner entfernt, wüu dert unge nüt setigs häreghört, aber das isch alls gliich. I bi churz usem Alltagstrott gworfe worde wäg dem Fund, und mini Gedanke si fürne churze Moment abdriftet, ids Wältall. So öpis, das isch mängisch ganz schön.

Eine neue Normalität entsteht

Märit 6 (4)Märit auf und um den Bundesplatz, am 2. Juni 2020.

Es ist ein wunderbarer Morgen, der es beinahe schafft, die vergangenen Monate auszublenden mit alldem, was da passiert ist. Die neuen Schutzmassnahmen, die man überall antrifft, bei jedem Märitstand, helfen dabei, zurück zur Realität, zur Gegenwart zu finden. Und wir hier dürfen und wollen uns ja auch (weiterhin) gar nicht beklagen. Eine neue Normalität entsteht weiterlesen