Staubige Stadt

IMG_7012Eine staubige Wüstenstrasse. Nicht in Bern, aber irgendwo in Utah.

Im November in Bern, an einem Nachmittag, es geht bereits gegen Abend zu.
Ich bin unterwegs in der unteren Altstadt, ein Bus fährt die Strasse hinab, fährt Richtung Nydeggbrücke. Der Bus wirbelt Staub auf, der in der Luft bleibt, einen Moment zumindest, und ich merke, dass das nicht üblich ist; dass die Strassen hier sonst, üblicherweise, staubfrei sind, und ich merke auch deutlich  – etwas das zwar klar ist, aber manchmal müssen einem Dinge, die klar sind, auch erst richtig bewusst werden –  dass ich mich eigentlich überhaupt  nicht auf einer Wüstenstrasse befinde. Obwohl es gerade so anmutet.

Da Fotografieren, wo man immer ist.

Fotografieren ist ja etwas dankbares. Sujets sind schon da, sie wollen nur noch gesehen werden.

round

Das habe ich mir jedenfalls schon mehrfach gesagt (und so ähnlich auch schon geschrieben vor fast genau 6 Jahren), um den Gedanken dann wieder beiseite zu schieben. Wobei, falsch ist es ja nicht. Und es soll auch nicht das Fotografieren trivialisieren. – Wie auch immer; stets grossartig finde ich, an einem Ort zu fotografieren, wo ich noch nie dagewesen bin. Das geht dann so einfach und wie von selbst, mit der Bildfindung.

Wenn ich hingegen in den stadtbernischen Gefilden unterwegs bin mit der Kamera, mit dem Ziel Bilder aufzunehmen, so fällt dies manchmal oder meistens schwer. Also, während des Courant normal zumindest – wenn gerade keine Demo oder ähnliches stattfindet. Die Freude ist dann umso grösser, wenn in den schon 1000-mal begangenen Gassen und Strassen ein Bild entsteht, das ich bei meinen Favoriten einreihen kann (und vielleicht sogar auch anderen gefällt). Und überhaupt; er weiss auch immer wieder neue einzigartige Situationen zu offenbaren, der Courant normal. Und lässt so die Frage aufkommen, ob es ihn überhaupt gibt.

wie am Meer, aber nicht auf dem Mars

Bern, 6. April 2019

Es ist warm in der Stadt. Über 30 Grad. Auch unter den Sonnenschirmen vor den Beizen in der Innenstadt. Unter einem jener Schirme. Die Windstösse, die regelmässig sanft etwas Abkühlung – für ein paar Sekunden zumindest – bringen, sind willkommen. Fast fühlt es sich an, als wäre man am Meer, welches für die Bewegung in der Luft sorgt. Doch Meer haben wir hier keines.

Ein Tram fährt vorbei. Auf einer darauf angebrachten Werbung werden Marsianer willkommen geheissen.

Bern, 10. Juli 2016