Von der digitalen in die analoge Welt, und wieder zurück

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Wenn die digitale Welt Einzug in der analogen hält.

Ich finde ja die Bemühungen der Buchhandlungen, mit der Zeit Schritt zu halten zuweilen ganz amüsant. Manchmal auch etwas traurig. Vorallem auch, wenn es gar nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch um die Existenzberechtigung, respektive darum, zu überleben. Und dabei sollte ja eigentlich die Sache der Antrieb sein. In einer idealen Welt.

 

Stockholm II

Ein Spaziergang in der Nacht.
Es ist  noch Dienstag, und es ist jetzt ruhig, also auch tagsüber ist es nicht wirklich laut, ist doch die Stadt ziemlich weitläufig und die Leute verteilen sich, bis auf die paar Hotspots, an denen wirklich viel Leben ist.
Es ist nach elf Uhr, und zwar dunkel, aber nicht vollständig. Ich frage mich, ob die Lichter der Stadt für einen Restlichtbestand im Himmel sorgen, oder der Umstand, dass Stockholm so nördlich gelegen ist; erst ab 11 Uhr abends soll es dunkel sein, bis drei Uhr morgends, um diese Jahreszeit. Vielleicht sorgen aber auch beide Umstände dafür, dass der Himmel noch etwas glüht. Der Weg, auf dem ich mäandere – mäandern, das passt hier irgendwie, auch weil ich jetzt doch ganz nah am Wasser bin, wenn vielleicht auch nicht nah am Wasser gebaut – ist geteilt, auf der einen Seite verkehren Fussgänger/innen, auf dem anderen sind Velofahrende. Einige Velofahrerinnen und Velofahrer düsen an mir vorbei, erstaunlich ist, wieviele am Telefonieren sind. Es folgt ein Abschnitt, auf dem ich ganz alleine bin. Dann folgt, als wäre genug Ruhe gewesen, ein lauter Knall, es tönt wie eine Explosion. Ein kurzes Umsehen verschafft keine Klarheit, was da die Stille unterbrochen hat.

Einen festen Plan, wo ich genau hinmöchte, habe ich nicht. Dennoch kommt ein Gefühl des sich-verirrt-haben auf. Durch dieses Gefühl erlange ich auch – mindestens eine – neue Erkenntnis; dass der Zentralbahnhof ganz nah von meiner Unterkunft ist, und ich frage mich, warum in aller Welt das Taxi, das mich bei der Ankunft von jenem Zentralbahnhof zum Hotel einen so weiten Weg zurückgelegt hat. Aber vielleicht war es ja nötig, manchmal sind Wege für Fussgänger einfach kürzer.

Übrigens: auch wenn es gerade keine laute explosionsartige akustische Auffälligkeiten gibt, so ganz ruhig ist nachts in Stockholm es auch dann nicht unbedingt: die Strassen hier werden in der Nacht gereinigt. Was eigentlich auch Sinn macht, wenngleich es irritieren mag, wenn man laute Strassenreinigungsfahrzeuge zur späten Stunde nicht gewohnt ist und am Einschlafen ist. Aber es gibt störendere Geräusche, und irgendwie können die kleinen Putzfahrzeuge oder genauer deren Lärmemissionen sogar eine einschläfernde Wirkung erzielen. Irgendwie.

Düstere Welt

„Die Welt ist eine düstere!“, ruft ein Mann, inmitten des Trubels, der am Samstag hier so vorherrscht. Ich bin ganz erstaunt. Ich weiss nicht, wieso genau, ob wegen der Aussage, die so unerwartet kundgetan worden ist, oder über das so normale Aussehen des Mannes.

Das Asphaltinselchen

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Immer, wenn ich von der Stadt nach Hause fahre mit dem Velo, fahre ich bei einer bestimmten Ampel vorbei. Eine normale Ampel an einer normalen Strasse, nichts besonderes, auch das Aspaltinselchen, welches, etwas erhöht, zwischen Fussgängerstreifen und Strasse ist, gesäumt mit einem Bordstein, zieht nicht unbedingt Aufmerksamkeit auf sich. Doch: das Asphaltinselchen, mir fällt es  immer wieder auf, wenn Radfahrerinnen und Radfahrer vor mir an der Ampel halten müssen, wenn es als Fussstütze genutzt wird von Angehaltenen. Also, auch von mir, ab und zu.

Auch in der Stadt gibt es Inseln.

Tour de Suisse

Tour de Suisse

Ghört: „Dr Tschugger het gseit, aus Fuesgänger chömemer überau düre“.

À propos Polizei: Was ds Amerika dr Donut isch, isch ir Schwiz d Glace, ömu hüt. Fasch jede vode Polizischte, u vo dene hets hüt viu gha, steit oder louft mit sore Glace dasume, wo gratis verteilt worde isch (ads ganze Volk nid nume ad Polizischte. Aber bide Uniformierte fauts haut bsungers uf).

Wolken wirken nie unsicher oder gar ängstlich.

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Der Sommer hat sich entschieden, uns mit seiner Anwesenheit zu beehren. Tagsüber ist es zumeist warm, gleissend hell und ganz angenehm. Abends freue ich mich, wenn es mir gerade noch gelingt, zuhause zu sein bevor sich die Regenschleusen öffnen und die Gewitter aktiv werden. Sommergewitter eben, wie wir sie kennen und zuweilen auch mögen. Beim heutigen Stadt-Durchqueren wird die Stadt zurückverwandelt, der Frauenlauf ist vorbei. Die Wetter-App auf meinem Handy hat Gewitter verkündet ab 17 Uhr. Kurz vor 17 Uhr liegt auch tatsächlich etwas in der Luft, mindestens eine kräftige Prise Wind. Staub wirbelt durch die Gegend, und die mittlerweile nicht mehr von der Sonne beleuchtete Zähringerstadt wirkt mysteriös, und, als plötzlich Luftballons – ein jeder sich vom anderen unterscheidend in Form und Farbe – in die Luft steigen, hin und her wirbelnd, doch eindeutig Richtung Himmel, kommt eine fast gespenstische Stimmung auf. So schnell die Ballons plötzlich aufgestiegen sind, so schnell sind sie aus meinem Sichtfeld verschwunden. Es bleibt der Wind. Und die Wolken, die immer wieder neue Formationen wählen. Wären sie eine Armee, so würde ein Eindruck von Unsicherheit entstehen, bei soviel Neu-Anordnung, ja gar Ängstlichkeit könnte vermutet werden. Doch bei Wolken ist das anders. Wolken wirken nie unsicher oder gar ängstlich.

Hinterherhinkend

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Wieder zurück in der Schweiz. Also, ich, zumindest, schon eine ganze Weile. Die Suche auf dem Computer, die sich selber dem Standort anpasst, ist noch nicht hier angekommen. google.hr wird immer noch aufgerufen, wenn ich einen Begriff im Suchfeld des Browsers eingebe. Auch schön, wenn die Technik mal dem Menschen hinterherhinkt. Das kommt ja nicht mehr sehr oft vor.