A long way down (Buch + Film)

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Die Bücher von Nick Hornby liebe ich. Also, die meisten jedenfalls. „A long way down“ habe ich sofort gekauft, nachdem es erschienen ist. Es war das erste Hornby-Buch, das mich nicht vollends überzeugt hat – ja, gar enttäuscht war ich nach dem Fertig-lesen. Im Buch geht es um vier Personen, die alle in der gleichen (Silvester-)Nacht Suizid begehen wollen auf dem selben Hochhaus-Dach. Die Gegenwart der anderen hält ein/e jede/r davon ab, die geplante Tat zu tun – es springt niemand. Die vier Personen kommen sich näher, bilden eine Art verschworene Gemeinschaft.

Jede der vier Personen erzählt seine Geschichte – und darin lag für mich das Problem des Buches: Jede der vier Personen unterscheidet sich von der anderen, und zwar ziemlich stark. Alle Charaktere erzählen im Buch ihre Geschichte, aus der Ich-Perspektive – und obschon der Unterschiedlichkeit der Hauptprotagonisten liest sich jede der Geschichten irgendwie gleich, vom Erzählstil her – das verdarb mir den Lesegenuss.
NB: An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich das Buch auf Deutsch gelesen habe – wie es in der Originalsprache ist, vermag ich nicht zu beurteilen – und Hornby-Bücher sind zum Teil ziemlich anders auf Englisch – schon nur wegen der nicht wenigen Kraftausdrücke, die in der deutschen Übersetzung grosszügig weggelassen werden.

Als ich hörte, dass das Buch verfilmt werden soll, war ich optimistisch: zwar fand ich das Buch aus den genannten Gründen gar nicht toll, doch die Story an sich schon, und in einem Film wird ja nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern erzählt.

Als ich gestern endlich den Film anschaute, so wurden meine Hoffnungen bestätigt: Das Anschauen des Werkes war eine wahre Freude, Einerseits wurde die Geschichte schön erzählt, ziemlich emotionsvoll und andererseits kann der Film mit einem eindrucksvollen Schauspieler/innen-Aufgebot aufwarten (unter anderem spielen Toni Collette und Pierce Brosnan mit).
Der 92-minütige Film ist wahrlich gelungen, abwechselnd zwischen amüsant, ernsthaft, bedrückend, und rührselig.

„A long way down“ – vermutlich das erste Mal, dass ich eine Buchverfilmung dem geschriebenen Werk vorziehe.

Bildermeer

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21. Juli 2014

Beim Schreiben dieses Textes sitze ich in einem Restaurant, ganz nah am Brandenburger Tor.
So viele Fotos werden hier gemacht. Mit Handys, mit Fotoapparaten, mit Tablets. Rein vom Brandenburger Tor selber, aber oftmals auch mit Touristen im Vordergrund.

Ich frage mich, auf wievelen Fotos das Brandenburger Tor wohl zu sehen ist, und wieviele Fotos wohl weltweit pro Sekunde gemacht werden.
Und wieviele Milliarden Bilder insgesamt gemacht worden sind von uns Menschen.
(Und wieviele Menschen sich schon dieselben Gedanken gemacht haben.)

Und wieviele Bilder wohl noch gemacht werden.
Und ob das Foto einmal ausgestorben/veraltet sein wird.
Oder ob die Menschheit es schafft, dass es gar nicht soweit kommen muss, dass sich die Frage der vorigen Zeile stellen wird…

Kalifornier in Bern

Venice Beach
Bild: Venice Beach, 2010

Schon oft habe ich mich gefragt, wie ich meine Wahlheimatstadt, Bern, wahrnehmen würde, wenn ich ein Tourist wäre, in einem anderen Land wohnen und Bern besichtigen würde.
Natürlich werde ich nie erfahren, wie meine Wahrnehmung, meine Eindrücke in einem solchen Fall sein würden.

Dafür aber hatte ich neulich wieder einmal die Möglichkeit, zu erfahren, wie Touristen „meine“ Stadt sehen.

Ich bin nämlich einem älteren Ehepaar aus Kalifornien begegnet, welches das Naturhistorische Museum gesucht hat. Dabei entstand ein Gespräch, in welchem ich erfahren durfte, wie das Paar Bern erlebt:
Das Wetter: in Kalifornien sei es doch recht heisser, und über 330 Sonnentage hätten sie! Ich erklärte, dass es hier im Sommer normalerweise auch schöner und wärmer sei – der aktuelle Sommer sei aber leider schon von sehr viel Niederschlag geprägt.
Sehr sehr sauber sei es hier. Besonders gestaunt hätten sie, als sie auf der Strasse einen Mann gesehen haben, der auf der Strasse mit einer Greifzange Müll aufgesammelt habe – in Amerika würden die Strassen mit Reinigungswagen sauber gehalten.
Generell gefalle es ihnen hier sehr – nur diese Raucher überall! Das sei schon störend. Und,wie man es von Amerikanern vielleicht erwarten mag, wurde erklärt, dass man in Amerika schon weitgehend erkannt habe, dass Rauchen schädlich sei. Meine, vielleicht etwas lapidare, Antwort war, dass es in anderen Ländern doch extremer sei. Viele andere zusätzliche Antworten lagen mir auf der Zunge – Amerika und Gesundheit … –  da liesse sich doch einiges sagen, doch manchmal ist Schweigen Gold.

Das Paar zuckelte dann davon, mit der schliessenden Bemerkung, dass die Museen hier ein bisschen länger geöffnet sein dürften. Dennoch, sie waren zufrieden.
Ich auch. Ich bin gerne hier.

Erster August

1. August. Heute ist der Nationalfeiertag hierzulande.
Feuerwerk kann schon Wochen vorher gekauft werden, die grossen Warenhäuser in der Stadt stellen hierfür gar Jahr für Jahr eigens für diesen Zweck Stände auf, behängt mit unzähligen Schweizer Flaggen.

Den einzigen Knall an diesem Tag höre ich, als ich im unterirdischen Teil des Bahnhofes an der Kasse meine Verpflegung zahle – irgendein intelligentes Wesen hat in den Gängen hier unten einen Knallkörper oder eine Rakete gezündet.

Einige Stunden später, auf der Fromatt angekommen, ist geplant, eine Wanderung zu machen. Ziel ist der Seebergsee. Das Wetter ist sehr wankelmütig und wechselt fast im Minutentakt, zwischen Sonnenschein und Regenschauer.

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Die Lichtsituationen sind einzigartig, und freuen mich besonders, macht das Fotografieren so doch besonderen Spass.

Bis zum Fromattgrat gelangen wir, wo wir gastfreundlich begrüsst und auch verpflegt werden. Ich werde eingeladen, den Stall zu besichtigen. Erster August weiterlesen

Berlin IV

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Die Warschauer Strasse – auch ein interessanter Teil Berlins. Nicht besonders schmuck, aber dennoch mit einem Charme ausgestattet, welcher schwer mit Worten zu beschreiben ist.
Als ich ankomme, finde ich ein unglaubliches Gewusel vor.
So viele Leute, die unterwegs sind. Trotz der Menschenmenge ist es ruhig hier.

Mehr Worte will ich nicht verlieren, und lasse die Bilder für sich sprechen.
Durch anklicken erscheinen die Fotos gross auf flickr.

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IMG_3978 Berlin IV weiterlesen

Selbst ist der Mann

when the curtain falls

Rückflug in die Schweiz.

Von der vordersten Economy-Reihe aus hat man, solange die Vorhänge noch nicht gefallen sind, Einblick in die Business-Klasse. Ein Typ darin sieht ziemlich exzentrisch aus; älterer Herr, gelbes T-Shirt, das verbliebene graue Haar ziemlich lang, aber fein gekämmt, langer Bart, die Barthaare sehen wie Fäden aus.
Der Kerl hat eine ziemlich profimässige Kamera bei sich. Meine Vorstellungskraft beginnt produktiv zu werden. Ich stelle mir vor, dass der Mann vielleicht ein erfolgreicher Fotograf ist, geniale Bilder schiesst und wie gesagt etwas exzentrisch ist, auch, weil er sich das leisten kann, und man es gar von ihm erwartet. Das Phantasieren nimmt ein Ende und ich verwerfe diese Theorie, als ich feststelle, dass der Mann Selfies macht, mehrere, aus verschiedenen Positionen.

Wobei: auch ein genialer Weltklasse-Fotograf kann/darf Selfies machen, oder?

Vielleicht stimmt meine Theorie ja doch.

Berlin III

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Es ist Mittwochabend.

Ich sitze vor dem Hotel, geniesse die Abendsonne.
Vor dem Hotel warten einige Taxis auf Kundschaft. Bei allen Wagen handelt es sich um hellelfenbein-farbene Mercedes. Spannend ist es, zuschauen, wie die Taxis frequentiert werden.
Da passiert mindestens eine halbe Stunde lang nichts, dann sind innerhalb einer Minute vier Wagen gefragt. Für ganz kurze Zeit ist die Taxischlange deutlich kürzer, ja fast aufgebraucht – und verdient den Namen „Schlange“ nicht mehr.
Doch es dauert nicht lange, und alle Plätze sind wieder besetzt.
Ein endloser Prozess, der wohl niemals aufhören wird.

Berlin II

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Am aussergewöhnlichsten sind all die verschiedenen pulsierenden Orte in den verschiedenen Stadtteilen.
Häufig gibt es in Städten nur eine pulsierende Zone (wenn denn überhaupt) – nicht so in Berlin. Aber eigentlich nicht erstaunlich, bei der Grösse (und Geschichte) der deutschen Millionenstadt.

Vielfältig. Auch das ist Berlin. Und nicht nur auf Westen und Osten bezogen.

Mein innerer Kompass funktioniert nicht mehr. Das Orientieren fällt mir äusserst schwer hier (ohne Stadtplan, und auch mit ists nicht immer einfach).
Normalerweise finde ich mich gut in zurecht in grossen Städten, hier „harzt“ es ein wenig.

So viele Brücken. Im Flugzeug auf der Hinreise habe ich eine Frau sagen hören, dass es in Berlin mehr Brücken als in Venedig gibt. Ich weiss nicht, ob das stimmt, aber ich glaube es gerne.

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Neu-und-Alt-Vermischung. Gibt es in Berlin zuhauf, unter anderem der Bundestag – um nur eines von ganz vielen Beispielen zu nennen.

Berlin II weiterlesen

Berlin I

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Von Hauptstadt zu Hauptstadt. Am Sonntag bin ich von Bern nach Berlin gereist.

Was so als erstes auffällt:

Es ist heiss – viel heisser als in der Schweiz dieser Tage. Das ist natürlich schön.

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Die Velowege. Oder hier Radwege genannt. Es gibt sie, sie teilen sich den Platz auf dem Trottoir Gehsteig mit den Fussgängern. Die Radwege sind zwar abgetrennt vom Fussgängerbereich, aber ich glaube, ich würde mindestens ein Jahr brauchen, um mich daran zu gewöhnen, dass auf dem Gehsteig auch Fahrräder fahren, und ich entsprechend besser nicht auf dem Fahrradbereich spaziere. Ich erinnere mich, dass die Velowege-Situation in Hamburg genau gleich oder ähnlich ist: dort sind die die Fahrradwege, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sogar rot (hier je nach Stadtteil auch) – es nützte nichts, ich befand mich trotzdem immer wieder auf den nicht für Füssgänger gedachten Wegen und wurde „weggeklingelt“. Berlin I weiterlesen

„Früher haben wir noch miteinander geredet!“

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Wir alle hören es immer wieder: Dass das ewige auf den Bildschirm-des-Smartphones-Glotzen vereinsamt und dumm macht.
Es gibt auf Facebook kursierende Youtube-Videos, die neue Technologien verteufeln – was an sich ziemlich absurd ist, da sie zur Verbreitung der Botschaft jene Plattformen nutzen, die verteufelt werden.
Wenn ich solche Aussagen höre oder Videos wie das genannte sehe, mag ich gar nicht mehr gross darüber diskutieren. Leute, die solche Äusserungen machen oder solche Inhalte verbereiten, ob alt oder jung, sind meistens unbelehrbar und wollen nichts anderes hören.
Dennoch, „fürs Protokoll“, meine 5-Cents dazu:

„Früher war alles besser“

Nein! Einiges mag besser gewesen sein, anderes ist heute besser (- wenn man denn unbedingt vergleichen muss). Vorallem ist heute alles (vieles) anders. Und das ist gut so. Vom Alter her werde ich wohl den Digital Natives zugeteilt, dennoch habe ich noch das Prä-Smartphone-Zeitalter miterlebt.
Damals sassen die Leute noch ohne ihre gescheiten digitalen Begleiter im Zug (in welchem noch geraucht werden durfte). Dennoch: man sass für sich, wenn mal alleine war, jede/r vorzugsweise in seinem eigenen Abteil. Anstelle auf einem Bildschirm umherzuwischen wurde gelesen, ein Buch, der Blick oder was auch immer. Oder es wurde Musik gehört.
Und heute sieht es doch gar nicht sooo viel anders aus. „Früher haben wir noch miteinander geredet!“ weiterlesen