A long way down (Buch + Film)

IMG_20140810_120147_edit2

Die Bücher von Nick Hornby liebe ich. Also, die meisten jedenfalls. „A long way down“ habe ich sofort gekauft, nachdem es erschienen ist. Es war das erste Hornby-Buch, das mich nicht vollends überzeugt hat – ja, gar enttäuscht war ich nach dem Fertig-lesen. Im Buch geht es um vier Personen, die alle in der gleichen (Silvester-)Nacht Suizid begehen wollen auf dem selben Hochhaus-Dach. Die Gegenwart der anderen hält ein/e jede/r davon ab, die geplante Tat zu tun – es springt niemand. Die vier Personen kommen sich näher, bilden eine Art verschworene Gemeinschaft.

Jede der vier Personen erzählt seine Geschichte – und darin lag für mich das Problem des Buches: Jede der vier Personen unterscheidet sich von der anderen, und zwar ziemlich stark. Alle Charaktere erzählen im Buch ihre Geschichte, aus der Ich-Perspektive – und obschon der Unterschiedlichkeit der Hauptprotagonisten liest sich jede der Geschichten irgendwie gleich, vom Erzählstil her – das verdarb mir den Lesegenuss.
NB: An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich das Buch auf Deutsch gelesen habe – wie es in der Originalsprache ist, vermag ich nicht zu beurteilen – und Hornby-Bücher sind zum Teil ziemlich anders auf Englisch – schon nur wegen der nicht wenigen Kraftausdrücke, die in der deutschen Übersetzung grosszügig weggelassen werden.

Als ich hörte, dass das Buch verfilmt werden soll, war ich optimistisch: zwar fand ich das Buch aus den genannten Gründen gar nicht toll, doch die Story an sich schon, und in einem Film wird ja nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern erzählt.

Als ich gestern endlich den Film anschaute, so wurden meine Hoffnungen bestätigt: Das Anschauen des Werkes war eine wahre Freude, Einerseits wurde die Geschichte schön erzählt, ziemlich emotionsvoll und andererseits kann der Film mit einem eindrucksvollen Schauspieler/innen-Aufgebot aufwarten (unter anderem spielen Toni Collette und Pierce Brosnan mit).
Der 92-minütige Film ist wahrlich gelungen, abwechselnd zwischen amüsant, ernsthaft, bedrückend, und rührselig.

„A long way down“ – vermutlich das erste Mal, dass ich eine Buchverfilmung dem geschriebenen Werk vorziehe.