Wenn die Rolltreppe, die sonst stumm nach unten oder nach oben befördert, genau so klingt wie die TARDIS vom Doktor, und man nicht genau weiss, was als nächstes passiert.
Street Parade 2015
Diese Entdeckungen

Diese Entdeckungen, die man immer wieder macht, die einen unweigerlich an Veränderung denken lassen. An einen Wechsel, ein Ende, an einen Anfang, vielleicht Neuanfang, oder Stillstand.
„We’re only here briefly“
(‚Her‘, 2013)
Der Koffer da draussen

Im Flieger witzle ich darüber, dass ich ganz froh bin, dass der Koffer da draussen nicht meiner ist. Der Koffer steht einsam da, kein anderes Gepäckstück ist zu sehen. Schmoren in der Sonne ist angesagt. Es ist so heiss, wie es schon lange, sehr lange nicht mehr war.
Und einige Minuten später, kurz vor dem Start, wird der Koffer entfernt, weggebracht von einem Flughafenangestellten.
Bei der Ankunft beim Zielflughafen bin ich umso froher, meinen Koffer vorzufinden auf dem Gepäckband.
Stockholm IV
‚Even tunnels are shiny here (at least some – or one – of them)‘
oder: ‚Portrait einer Unterführung‘
In Stockholm gibt es Hügel, die stark an San Francisco erinnern, also zumindest mich. Wie in SF führen Strassen in einer Gegend nahe den Touristen-Hot Spots zwischen den Häuserreihen relativ steil nach oben. An einer Hügelstrasse unten habe ich einen Eingang entdeckt, der sich als Anfang einer Unterführung entpuppte. Und war dann ganz fasziniert beim Betreten. Und ich habe den Beweis gefunden, dass auch eine Unterführung eine ganz gute Figur machen kann.


Stockholm III

Es ist neun Uhr abends, und ich bin gerade in der Innenstadt angekommen. Ich habe Hunger, und da die nächste Essbezugsmöglichkeit ein McDonald’s ist, begebe ich mich dorthin. Vor mir wartet ein Mann, auf seine Mahlzeit, vermutlich. Links neben mir ist der Essbereich. Ein Gitter wird heruntergefahren, der Essbereich damit unzugänglich gemacht. Der Mann vor mir zur Kassiererin, auf den nun abgesperrten Bereich hindeutend: „My wife is in there! And my kids!“
Stockholm II

Ein Spaziergang in der Nacht.
Es ist noch Dienstag, und es ist jetzt ruhig, also auch tagsüber ist es nicht wirklich laut, ist doch die Stadt ziemlich weitläufig und die Leute verteilen sich, bis auf die paar Hotspots, an denen wirklich viel Leben ist.
Es ist nach elf Uhr, und zwar dunkel, aber nicht vollständig. Ich frage mich, ob die Lichter der Stadt für einen Restlichtbestand im Himmel sorgen, oder der Umstand, dass Stockholm so nördlich gelegen ist; erst ab 11 Uhr abends soll es dunkel sein, bis drei Uhr morgends, um diese Jahreszeit. Vielleicht sorgen aber auch beide Umstände dafür, dass der Himmel noch etwas glüht. Der Weg, auf dem ich mäandere – mäandern, das passt hier irgendwie, auch weil ich jetzt doch ganz nah am Wasser bin, wenn vielleicht auch nicht nah am Wasser gebaut – ist geteilt, auf der einen Seite verkehren Fussgänger/innen, auf dem anderen sind Velofahrende. Einige Velofahrerinnen und Velofahrer düsen an mir vorbei, erstaunlich ist, wieviele am Telefonieren sind. Es folgt ein Abschnitt, auf dem ich ganz alleine bin. Dann folgt, als wäre genug Ruhe gewesen, ein lauter Knall, es tönt wie eine Explosion. Ein kurzes Umsehen verschafft keine Klarheit, was da die Stille unterbrochen hat.
Einen festen Plan, wo ich genau hinmöchte, habe ich nicht. Dennoch kommt ein Gefühl des sich-verirrt-haben auf. Durch dieses Gefühl erlange ich auch – mindestens eine – neue Erkenntnis; dass der Zentralbahnhof ganz nah von meiner Unterkunft ist, und ich frage mich, warum in aller Welt das Taxi, das mich bei der Ankunft von jenem Zentralbahnhof zum Hotel einen so weiten Weg zurückgelegt hat. Aber vielleicht war es ja nötig, manchmal sind Wege für Fussgänger einfach kürzer.
Übrigens: auch wenn es gerade keine laute explosionsartige akustische Auffälligkeiten gibt, so ganz ruhig ist nachts in Stockholm es auch dann nicht unbedingt: die Strassen hier werden in der Nacht gereinigt. Was eigentlich auch Sinn macht, wenngleich es irritieren mag, wenn man laute Strassenreinigungsfahrzeuge zur späten Stunde nicht gewohnt ist und am Einschlafen ist. Aber es gibt störendere Geräusche, und irgendwie können die kleinen Putzfahrzeuge oder genauer deren Lärmemissionen sogar eine einschläfernde Wirkung erzielen. Irgendwie.
Stockholm I

Das Ankommen in einer noch nicht bekannten Stadt oder einem noch nicht bekannten Land kann einem bereits vieles verraten. Das denke ich auch, nachdem ich in Stockholm angekommen bin.
Beim Billetautomaten hat es eine lange Schlange.
Als ich an der Reihe bin mit Billet-Lösen, stelle ich die Sprache mit etwas Bedauern von Schwedisch auf Englisch um, da ich Schwedisch überhaupt nicht verstehe. Nach meiner Eingabe stelle ich fest, dass nur mit Karte bezahlt werden kann. Ich erinnere mich schwach daran, vor geraumer Zeit gelesen zu haben, dass in Schweden die Barzahlung massiv an Bedeutung verloren hat. Beim Weg zum Zug erstelle ich innerlich ein Memo: bei einem allfälligen erneuten Besuch hier lohnt es sich, am ersten Arlanda-Express–Billet-Automaten vorbeizugehen, es folgen bis zum Bahnsteig noch weitere billet-veräussernde Exemplare, die deutlich weniger respektive gar keinen Andrang haben. Wobei, wenn ich das nächste Mal hier bin, was auch noch in den Sternen steht, mag es hier auch ganz anders aussehen. Wer weiss. Stockholm I weiterlesen
Düstere Welt
„Die Welt ist eine düstere!“, ruft ein Mann, inmitten des Trubels, der am Samstag hier so vorherrscht. Ich bin ganz erstaunt. Ich weiss nicht, wieso genau, ob wegen der Aussage, die so unerwartet kundgetan worden ist, oder über das so normale Aussehen des Mannes.








