Manchmal, denkt man sich, wie sehr man sich doch in jemandem getäuscht hat. Und dann später feststellt, dass man sich geirrt hat; dass die neue Erkenntnis, die man glaubt, erlangt zu haben, und aufgrund der man glaubte, sich in jemandem getäuscht zu haben, so gar nicht stimmt. Vielleicht. Oder vielleicht auch nicht. Die Ungewissheit, sie ist ein mieses Stück. Und dennoch können wir froh sein, gibt es sie. Alles wissen wollen wir nicht, und die Allwissenheit, sie wäre belastend und langweilig gleichzeitig.
Spectre
Ein neuer Bond, das ist ja immer Pflichtprogramm. Die erste Hälfte von Spectre fand ich nicht so packend (aber das liegt vielleicht an mir, das mit den ersten Hälften…), die zweite dafür umso mehr. Bei Bond-Filmen erwartet man ja nicht unbedingt einen Riesen-Realitätsbezug. Daher finde ich die Leute im Kino amüsant, die immer kommentieren müssen, wenn etwas überhaupt nicht realistisch war. Es ist ja gerade das unrealistische, das die Bond-Filme mit ausmacht. Und der Humor. Und einige Szenen, die unter anderem aufgrund dessen, dass sie einfach unvergleichbar sind, in Erinnerung bleiben, und nicht nur als Erinnerungen bleiben, sondern dazu beitragen, dass Bond weiterhin einzigartig ist, und Kult bleibt; ungeachtet des krassen Product Placements – welches wenigstens ehrlich ist (und sogar noch vor dem Start des Films beworben wird, wie ironisch, eigentlich).
Spectre fand ich einen der besten Bond-Filme der letzten Jahre – und auf alle Fälle den besten mit Craig, den ich sowieso stets mochte als Bond.
in between

Ein wenig Venedig, ein bisschen Speicherstadt. So kann das nächtliche Zürich aussehen.
wenn die Musik spielt

Beim Essen. In der Hotelbar wird Piano gespielt. New York, New York. Plötzlich, singt der Pianist mit, jedenfalls die Worte aus dem Liedtitel entfliehen seinem Mund. Die Musik ist okay, passend für den Moment. Ich frage mich, warum in Hotelbars immer dieselben Lieder gespielt werden. Doch dieser Gedanke ist sicher ein unfairer. Schon nur deshalb, weil die gespielten Lieder wohl jene sind, die die Leute hören wollen.
Eine Viertelstunde später. In der Tonhalle, ein Kammerorchester spielt Beethoven. Dirigent ist ein Brite mit Jahrgang 34, mit soviel Freude bei der Sache. Jedoch deutlich geschwächter als noch vor zwei Jahren. Die gespielte Musik ist fesselnd, perfekt zum Alles-vergessen, den Alltag, und, so paradox es auch klingen mag, gar auch die Musik. Es muss wohl Entrückung sein.
Nach der Pause. Es wird geklatscht. Ausgiebig. Und dann wird aufgestanden. Die Musik ist vorbei. Manchmal vergeht ja die Zeit schnell, wie im Flug, dass kennt man, das kommt oft vor, idealerweise. Aber dass Zeit auch in Überschallgeschwindigkeit dahinrasen kann, oder so, als wäre sie einfach so geskippt worden (und dennoch fehlt die Erinnerung nach dem Erlebten, Gehörten nicht), das erlebe ich heute zum ersten Mal.
Selfie mit einem Vogel
Drucken im Zug
Kein Taschen- dafür ein Glasuniversum
Der Ferrari-Mann und ich

Bild: Berlin, Sommer 2014
Es ist Ende September, und Sonntag, und der Abend hält langsam aber sicher Einzug. Ich sitze im Bus, heisse Marroni essend. Der Bus hält an, wegen einer roten Ampel. Nicht nur das Ampellicht ist rot, sondern auch der Ferrari, der neben dem Bus hält. Der Fahrer des italienischen Sportwagens (dessen Verdeck trotz eher kühlen Temperaturen offen ist) trägt ebenso wie ich eine Sonnenbrille. Das ist aber so in etwa alles, das wir gemeinsam haben – vermutlich. Der Ferrari-Mann blickt grimmig drein. Ich nicht. Ich bin glücklich, entnehme der Papiertüte in meiner Hand noch eine weitere leckere, heisse Marroni.
brutal
Jetzt nicht neu oder so, aber von mir erst kürzlich entdeckt:
Das Tumblr-Blog Fuck Yeah Brutalism.
Sogar Bern hat das (zweifelhafte?) Vergnügen; klick (und Engelberg: klick und klick).
Erstmalig über den Begriff des Brutalismus bin ich ja gestolpert bei der Lektüre eines Oliver-Harris-Buches, aber die Architektur an sich erkennt man natürlich auch – respektive deren Stil – wenn man noch nie darüber gelesen hat.
Von der digitalen in die analoge Welt, und wieder zurück

Wenn die digitale Welt Einzug in der analogen hält.
Ich finde ja die Bemühungen der Buchhandlungen, mit der Zeit Schritt zu halten zuweilen ganz amüsant. Manchmal auch etwas traurig. Vorallem auch, wenn es gar nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch um die Existenzberechtigung, respektive darum, zu überleben. Und dabei sollte ja eigentlich die Sache der Antrieb sein. In einer idealen Welt.



