Amsterdam I

Von den Haag nach Amsterdam.

Weit ist es nicht, und im Zug gibts sogar WLAN.
Bei der Ankunft ist das Wetter in Amsterdam nicht gerade berauschend, die Stadt wirkt grau und farblos. In der Nähe des Hotels, im danebenliegenden Hafen, ist ein gelbes U-Boot geparkt. Das wirkt irgendwie surreal.

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Am zweiten Tag, an welchem die Stadt dann so richtig angeschaut wird, ist das Wetter zum Glück besser, meint es gut mit uns. Bei schönem Wetter ist Amsterdam hübsch, man sieht der Stadt die Geschichte an, es ist alles ganz beschaulich.

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Wobei einem manchmal Marihuana-Schwaden entgegenkommen, aber das gehört wohl dazu, hierher. Amsterdam I weiterlesen

Den Haag I

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Einen entspannten Eindruck macht Den Haag, machen die Leute hier. Ganz sicher liegt das nicht nur daran, dass Marihuana leicht erworben werden kann. Und auch die schnell fahrenden Velofahrerinnen und Velofahrer, die in eiligem Tempo daher rasen, tragen auch nicht dazu bei, dass ein Eindruck von Hektik entsteht (zumal hier die bei uns doch sehr verbereiteten E-Bikes hier praktisch nicht vorhanden zu sein scheinen).

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Eindrücklich ist der Strand bei Scheveningen, der mit einer grossen Weite aufzuwarten weiss, und mit sehr viel Sand. Es ist hier noch windiger als sonst in Den Haag, und der Sand fliegt in der Luft. Viele Kite-Surfende gibt es.

Dass Feiertage sind, merkt man nur bedingt. In den Geschäften, die offen haben, sind wahrlich grosse Menschenmengen anzutreffen. Von einer Festtagshektik, falls es sie denn hier gibt, ist nichts zu merken.

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Mit dem Wind hier ist es so eine Sache. Mal fegt er voller Wucht durch die Stadt, und so liegen viele Velos am Boden, das Wasser auf dem Fluss, der da neben dem Hotel liegt, scheint förmlich zu vibrieren. Und dann folgt wieder eine kurze Phase der (Wind-)Stille, und gleicht einem Moment der Erholung, des Verschaufens.

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Das sich täuschen und die Ungewissheit

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Manchmal, denkt man sich, wie sehr man sich doch in jemandem getäuscht hat. Und dann später feststellt, dass man sich geirrt hat; dass die neue Erkenntnis, die man glaubt, erlangt zu haben, und aufgrund der man glaubte, sich in jemandem getäuscht zu haben, so gar nicht stimmt. Vielleicht. Oder vielleicht auch nicht. Die Ungewissheit, sie ist ein mieses Stück. Und dennoch können wir froh sein, gibt es sie. Alles wissen wollen wir nicht, und die Allwissenheit, sie wäre belastend und langweilig gleichzeitig.

Spectre

Ein neuer Bond, das ist ja immer Pflichtprogramm. Die erste Hälfte von Spectre fand ich nicht so packend (aber das liegt vielleicht an mir, das mit den ersten Hälften…), die zweite dafür umso mehr. Bei Bond-Filmen erwartet man ja nicht unbedingt einen Riesen-Realitätsbezug. Daher finde ich die Leute im Kino amüsant, die immer kommentieren müssen, wenn etwas überhaupt nicht realistisch war. Es ist ja gerade das unrealistische, das die Bond-Filme mit ausmacht. Und der Humor. Und einige Szenen, die unter anderem aufgrund dessen, dass sie einfach unvergleichbar sind, in Erinnerung bleiben, und nicht nur als Erinnerungen bleiben, sondern dazu beitragen, dass Bond weiterhin einzigartig ist, und Kult bleibt; ungeachtet des krassen Product Placements – welches wenigstens ehrlich ist (und sogar noch vor dem Start des Films beworben wird, wie ironisch, eigentlich).

Spectre fand ich einen der besten Bond-Filme der letzten Jahre – und auf alle Fälle den besten mit Craig, den ich sowieso stets mochte als Bond.

wenn die Musik spielt

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Beim Essen. In der Hotelbar wird Piano gespielt. New York, New York. Plötzlich, singt der Pianist mit, jedenfalls die Worte aus dem Liedtitel entfliehen seinem Mund. Die Musik ist okay, passend für den Moment. Ich frage mich, warum in Hotelbars immer dieselben Lieder gespielt werden. Doch dieser Gedanke ist sicher ein unfairer. Schon nur deshalb, weil die gespielten Lieder wohl jene sind, die die Leute hören wollen.

Eine Viertelstunde später. In der Tonhalle, ein Kammerorchester spielt Beethoven. Dirigent ist ein Brite mit Jahrgang 34, mit soviel Freude bei der Sache. Jedoch deutlich geschwächter als noch vor zwei Jahren. Die gespielte Musik ist fesselnd, perfekt zum Alles-vergessen, den Alltag, und, so paradox es auch klingen mag, gar auch die Musik. Es muss wohl Entrückung sein.
Nach der Pause. Es wird geklatscht. Ausgiebig. Und dann wird aufgestanden. Die Musik ist vorbei. Manchmal vergeht ja die Zeit schnell, wie im Flug, dass kennt man, das kommt oft vor, idealerweise. Aber dass Zeit auch in Überschallgeschwindigkeit dahinrasen kann, oder so, als wäre sie einfach so geskippt worden (und dennoch fehlt die Erinnerung nach dem Erlebten, Gehörten nicht), das erlebe ich heute zum ersten Mal.

Der Ferrari-Mann und ich

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Bild: Berlin, Sommer 2014

Es ist Ende September, und Sonntag, und der Abend hält langsam aber sicher Einzug. Ich sitze im Bus, heisse Marroni essend. Der Bus hält an, wegen einer roten Ampel. Nicht nur das Ampellicht ist rot, sondern auch der Ferrari, der neben dem Bus hält. Der Fahrer des italienischen Sportwagens (dessen Verdeck trotz eher kühlen Temperaturen offen ist) trägt ebenso wie ich eine Sonnenbrille. Das ist aber so in etwa alles, das wir gemeinsam haben – vermutlich. Der Ferrari-Mann blickt grimmig drein. Ich nicht. Ich bin glücklich, entnehme der Papiertüte in meiner Hand noch eine weitere leckere, heisse Marroni.