Wenn die Leute wieder Schlange stehen vor der Gelateria di Berna, dann ist das das Zeichen, dass der Sommer wieder da ist.
Nur noch ein Salzrest auf einem Trottoir erinnert an den vergangenen Winter.
Wenn die Leute wieder Schlange stehen vor der Gelateria di Berna, dann ist das das Zeichen, dass der Sommer wieder da ist.
Nur noch ein Salzrest auf einem Trottoir erinnert an den vergangenen Winter.
‚Seven seconds‘ ist eine durchaus bemerkenswerte, spannende (Netflix-)Serie.
Im Grunde geht es darum, dass ein weisser Polizist einen schwarzen Jungen anfährt. Damit fängt es an, und darum geht es in der Serie. Auf den Plot will ich hier gar nicht gross eingehen. Beschreibung und Kritik der Serie finden sich auch anderswo.
Seven seconds spielt im Winter in New Jersey, da gehört Schnee dazu. Spannend finde ich immer wieder, wie schmutzig die vorkommenden Autos sind – die Autos, und vor allem auch die Fensterscheiben der Fahrzeuge. Die nicht vorhandene Sauberkeit fällt so richtig auf. Irgend wie ungewohnt. Ungewohnt real. Das sind zwar nur Details – Details, die jedoch für Authentizität sorgen. Es muss nicht immer Hochglanz sein.
Ein Dentalhygiene-Termin steht an. Ich betrete die Halle, wo die Lifte sind. Kurz bevor ich die Lifttüre erreiche, geht jene auf. Niemand ist ist drinnen, es ist, als wäre der Lift wie für mich bestellt worden. Etwas unheimlich (es gibt schliesslich keinen Bewegungsmelder, der die Liftöffnung veranlasst hätte), aber auch ziemlich toll.
Die Qualität der Werbemitteilungen, die beim täglichen Surfen so erscheinen, ist schon fast erschreckend – erschreckend gut. Also, da natürlich, wo ich sie nicht blocken kann, auf der Instagram-App auf dem Handy zum Beispiel. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich einmal bei einer solchen Werbemeldung schwach werde, und einen Kauf tätige.
Und ich merke, dass Werbeblocker nicht nur den Vorteil haben, dass sie lästige Werbung ausblenden, nein; sie geben auch Versuchungen gar nicht erst die Möglichkeit, vorstellig zu werden.


Als ‚Wahlberner‘ kann ich ja vielleicht halbwegs objektiv über etwas berichten, das die meisten Einheimischen hier einfach lieben: das Aareschwimmen. Wobei, wenn ich es mir überlege: das, was ich über das Aareschwimmen sagen werde, ist wohl auch nicht mehr und nicht weniger als eine Liebeserklärung, gerichtet an den Fluss, der da durch die Bundesstadt fliesst.
Seit etwa 10 Jahren schwimme ich im Sommer immer wieder gerne in der Aare. Meistens steige ich ein beim Eichholz, und schwimme oder lasse mich einfach mittragen bis zur Marzili-Badi. Jedoch nur, wenn die Bedingungen gut sind, das heisst, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist, das Wasser klar ist und kein Schwemmholz und ähnliches dahintreibt auf dem Wasser. Und natürlich hat die Sonne zu scheinen und auch die Wassertemperatur soll stimmen; ab 16 Grad wage ich mich in die Wassermassen. 16 Grad, das ist nicht gerade warm, aber wenn man sich etwas bewegt, so ist es nach einer halben Minute gar nicht mehr so schlimm. Wenn man dann so dahin treibt im Wasser, hört man, wenn man etwas abtaucht, das Rauschen der Kieselsteine, welche von der Aare in Bewegung versetzt werden. Das Geräusch fasziniert mich auch heute immer wieder. An einigen Stellen ist die Aare auch in der Mitte nicht sehr tief, das ist gut zu wissen, damit man nicht mit den Füssen unsanft den Grund touchiert.
Die Aare-Strecke Eichholz-Marzili mag ich aufgrund der hier etwas ungezähmten, durchaus auch mal mit Wellengang aufwartenden Aare, aber insbesondere auch wegen der einmaligen Kulisse, die die Strecke mit sich bringt; zu Beginn ist die Aare gesäumt von Wald. Nach einigen Kurven blickt man dann auf zum Bundeshaus hinauf, das sich weiter oben majestätisch präsentiert. Und blickt man sich kurz um, hat man Blick auf den ‚Hausberg‘ Gurten.
In heissen Sommertagen, in welchen auch eine kalte Dusche erhitzte Körper nicht wirklich abkühlen kann, ist ein Aareschwumm einfach etwas wunderbares. Danach fühlt man sich richtig erholt, auch nach einem langen Arbeitstag, der Kopf ist durchlüftet und der Körper abgekühlt für die nächsten paar Stunden.
Vor etwa einem Jahr, als es auch sehr heiss war, begab ich mich nach dem abendlichen Aareschwimmen in die Stadt. Ein Mann mit Turban, der mir in einer Gasse begegnete, sagte mir im Vorbeigehen: „You are a very lucky man!“
Vielleicht hatte diese Feststellung ja auch etwas mit dem Aareschwumm zu tun.
Wär weiss!
Herbst im alten Jahr. Vor dem Bahnhof, am Abend, vor acht Uhr. Mittlerweile ist es ja um diese Uhrzeit dunkel. Ich habe Kopfhörer auf, höre Musik über mein Handy. Beim Überqueren des Fussgängerstreifens unmittelbar vor dem Bahnhof verstummt die Musik, ohne dass ich das so gewollt hätte. Eine halbe Sekunde später: ein Geräusch ertönt, links neben mir. Einer Touristin ist ein Rollkoffer auf den Boden gefallen.
Die Welt ist gerade etwas aus den Fugen geraten, für einen kurzen Moment.

Im März, in Spiez, beim Bahnhof. Der Zug Richtung Bern fährt langsam los, dann sehe ich einen Mann am Zug entlang rennen. Ich sehe, dass es sich um den Kondukteur handelt. Er hat vergessen, einzusteigen. Der Zug bremst ab, der Kondukteur kann einsteigen, und die Fahrt geht wieder los, mitsamt Kontrolleur.
Daran erinnere mich, weil ich heute wieder in Spiez war. Vor einem Zug reden zwei Kondukteure miteinander – einer blickt auf seine Uhr, stellt fest, dass es ja an der Zeit ist – der Zug hat jetzt abzufahren. Schnell steigt er ein, ebenso sein Kollege.
Spiez – scheinbar ein Ort, wo man die Zeit schnell vergessen kann.