














Nun habe ich ihn konsumiert: den neuesten Wurf von Sofia Coppola, den Film The Bling Ring.
Als hätte ich es geahnt bei der Titelgebung des letzten Posts; am Ende war die Vorfreude tatsächlich grösser als die Freude während des Filmschauens.
Fairerweise muss ich sagen, dass dies nicht unbedingt an Frau Coppola, sondern vielmehr an der Geschichte per se liegt; die Geschichte soll auf wahren Begebenheiten basieren (und ich glaube tatsächlich, mich ab entsprechende Medienberichte erinnern zu können) – und lässt – ohne allzu viel verraten zu wollen, fast nur ein Ende zu.
Nicht nur das Ende ist sehr vorsehbar, sondern auch die Geschehnisse auf dem Weg dorthin.
Ausser den Einbrüchen geschieht im Film nicht viel. In einem Film muss auch nicht viel passieren, im vorherigen Coppola-Film, der viel „ereignisloser“ ist hat mich das nicht gestört. Hier aber schon. Bei „Somewhere“ passiert viel auf der zwischenmenschlichen Stufe, bei „The Bling Ring“ nicht.
Was mich am Anfang extrem gestört hat, war, dass die Hauptdarsteller_innen derart unsympathisch wirken. Und man lernt sie nicht richtig kennen, man sieht wie gesagt grösstenteils nur, in Promi-Häuser einsteigen (und Party machen).
Den einzigen Einblick in das Leben der Jugendlichen war die Familiensituation zweier Protagonistinnen.
Die Mädchen werden nach meiner Interpretation zuhause von der Mutter unterrichtet (die Unterrichtsmethoden sind ziemlich absurd, was kein Wunder ist; die Familie gehört irgendeiner Sekte an). Die Mutter ist nicht der hellste Stern im Universum und sehr auf Wohlfühlen und Äusserlichkeiten bedacht – im Falle der beiden Mädchen ist es definitiv kein Wunder, dass sie auf die schiefe Bahn geraten.
Am Ende des Films gibts dann doch noch ein paar unterhaltsame Momente, die auch die amerikanische Gesellschaft oder zumindest Teile davon nicht gerade gut dastehen lässt – aus Spoilergründen verrate ich hier diesbezüglich nicht mehr.
Alles in allem konnte mich der Film überhaupt nicht fesseln, ich war froh, dass er nicht von langer Dauer war.
Ich hoffe, dass ein nächster Coppola-Film nicht allzulange auf sich warten lässt und mich mehr zu begeistern mag.
Es gibt ganz wenige Autoren oder Regisseure, bei denen ich schon im Vorfeld weiss oder zu wissen glaube, dass das neue Buch oder der neue Film einfach gut sein muss.
So z.B. bei Sofia Coppola: Ich freue mich jedes Mal ausserordentlich, wenn ein neues Werk von ihr erscheint.
‚Lost In Translation‘ liebe ich, es ist einer meiner Lieblingsfilme, ‚Marie Antoinette‘, zwar in den Medien unterschiedlich bewertet, mag ich auch sehr gerne, und ‚Somewhere‘ ist einfach genial – die Meinung jener, die finden, dass der Film langweilig ist, kann ich nicht teilen.
Neu im Verleih erhältlich ist ‚The Bling Ring‘. Erstaunlich irgendwie, dass mir der Film, als er in die Kinos kam, entgangen ist. Auf jeden Fall ist die Freude jetzt um so grösser, gibt es doch dieser Tage nicht gerade viele Filme, die mich interessieren.
Die Zusammenfassung von Wikipedia:
Die fünf Jugendlichen Rebecca, Marc, Nicki, Sam und Chloe planen aus Langeweile Einbrüche in den Villen von Hollywood. Zur Planung der Taten verwenden sie Google Earth und brechen in die Häuser von Paris Hilton, Orlando Bloom, Kirsten Dunst, Megan Fox, Rachel Bilson und Lindsay Lohan, sowie bei weiteren Stars, ein. Nach dem durchgeführten Einbruch stellen die Täter Fotos bei Facebook ein, auf denen sie mit dem Auto fahren, Kleidung und Schmuck der Opfer tragen. Einen Teil des Diebesgutes behalten die fünf Einbrecher, den Rest verkaufen sie, um Partys zu feiern.
Den Trailer gibts hier.
Ich werde jedenfalls berichten, wie mir der Film gefallen hat.

World War Z – einer der Filme, bei denen ein Nicht-schauen für mich nicht infrage kam.
Nicht dass ich mir all zu viel von dem Forster-Film versprach, aber gute Unterhaltung, das hatte ich schon erwartet.
Zu Beginn erlebt man ein New York, dessen Bewohner durchdrehen und zu Zombies mutieren, etwas später ein Israel, wo sich Jerusalem mit einer riesigen Mauer vor den Zombies schützt, um dann später trotzdem von den Untoten überrannt zu werden.
Die Bilder sind zum Teil eindrücklich, vorallem als die Zombies über die israelische Mauer klettern – das ist Blockbuster-Hollywood at its best.
Mit einem weissrussischen Flieger wird dann aus Israel geflüchtet, leider sind infizierte Passagiere an Bord, und dadurch sieht sich Brad Pitt gezwungen, im Flieger eine Granate (!) zu benutzen.
Pitt spielt im Film übrigens einen ehemaligen UN-Mitarbeiter, er ist ein Mann fürs Grobe und quasi Weltenretter.
Der Film ist nie langweilig, aber so richtige Spannung kommt auch nicht auf. Am Anfang gab es Momente, wo ich erschrak, weil irgendwoher unverhofft Zombies auftauchten. Aber daran gewöhnt man sich schnell. Etwas ermüdend ist, dass der Film keinen richtigen Handlungsstrang hat.
Es wird von Ort zu Ort gehetzt, das übertüncht die dürftige Handlung des Films ein wenig.
Der Schluss des Filmes besticht nicht durch Originalität, eigentlich ist das Wort „Schluss“ gar nicht angebracht, denn der Film könnte an der Stelle genausogut noch weitergehen. Und das wird er wohl auch; eine Fortsetzung soll geplant sein.
Ich merke, dass ich immer weniger mit seichten tempo- und actiongeladenen Blockbuster-Filmen anfangen kann.
Am vierten Montag eines jeden Novembers fahren in Bern die Trams nicht durch die Stadt. An diesem Tag ist in der Hauptstadt nämlich Zibelemärit (Zwiebelmarkt).

Der Märit beginnt in aller Frühe. Es werden Zwiebelzöpfe, Zwiebelkränze, Süssigkeiten und vieles mehr dargeboten.
Der obere Stadtteil ist jeweils vollgestopft mit Marktgängerinnen und -gängern. Der Zibelemärit ist bekannt, wie ich dieses Jahr feststellen durfte, gar bis über die Landesgrenzen hinaus.

Strassenfotografie (auf neudeutsch street photography) ist dieser Tage besonders hip.
Im Netz findet man zuhauf Bilder von sogenannten Strassenfotografinnen und -fotografen. Überall, auch im deutschsprachigen Raum haben Fotografierende die Strasse für sich entdeckt, sind Kameras doch zu günstigen Preisen erhältlich, und fast ein jeder ist mit einer Handykamera ausgestattet.
Immer wieder begegne ich der Aussage:
Echte Strassenfotografie beinhaltet nur ungestellte Sujets.
Diesem Satz stimme ich durchaus zu.
Aber ich habe Mühe mit Menschen, die jene Aussage ausnützen und damit rechtfertigen, alles und jede_n in jeder Situation zu fotografieren ohne um Erlaubnis zu fragen – auch im Nachhinein nicht. Auch in der Strassenfotografie gibt es meiner Meinung nach Grenzen und pietätlos aufzutreten ist hier leider besonders einfach.
Sogar im kleinen Bern ist die Strassenfotografie mittlerweile angekommen, und ich bin auch schon (mindestens) einmal (ungefragt) fotografiert worden. Ich habe dann den Fotografen gefragt, ob er mich fotografiert habe. Der Angesprochene hat irgendwie erwischt gewirkt und die Frage mit einem „Nein“ beantwortet. Ich bin dann weitergegangen, eine andere Option gab es für mich in dem Moment nicht wirklich.
Was ich mir wünsche bei der Strassenfotografie, ist, dass vor dem Auslösen manchmal folgende Überlegung gemacht würde:
Wie wäre es, wenn die Rollen vertauscht wären, und ich anstelle des Fotografen die Sujetperson wäre? Würde es mir etwas ausmachen, in dem Moment ungefragt fotografiert zu werden? Hätte ich Mühe damit, mein Foto später im Internet oder sonstwo zu finden?
Ich denke, solche Überlegungen können dazu führen, dass die Strassenfotografie etwas respektvoller, weniger penetrant angewandt wird.

12. November, Kiew.
Vor der Passkontrolle im Flughafen Boryspil.
Jemand, der die Passkontrolle scheinbar erfolgreich durchqueren konnte, hat eine Tasche vor dem Kontrollschalter liegengelassen. Die Tür des Schalterhäuschens öffnet sich, die darin befindliche uniformierte Dame, die die Tasche auch entdeckt hat, entfernt sich dezidierten Schrittes.
Nach einigen wenigen Minuten erscheint jemand auf der anderen Seite des Kontrollhäuschens, greift über die Absperrung nach der Tasche – offensichtlich der Besitzer ebenjenes Gepäckstückes.
Die uniformierte Frau kommt zurück, sieht, dass die Tasche weg ist.
Der Normalbetrieb geht weiter.
Vier Tage in Kiew sind wie im Flug vergangen. Die Eindrücke sind vielfältig, zum allergrössten Teil positiver Natur.
Was mich immer wieder beeindruckt, ist die Herzlichkeit der Leute in diesen Gefilden, obschon das Leben hier sicherlich nicht einfach ist. Man wird zuvorkommend behandelt, sei es in der Stadt oder aber auch im Hotel.
Jenes weiss durchaus zu überzeugen, schon nur die Lobby ist mehr als einen Blick wert.

Das Zimmer gefällt, und so auch die Aussicht vom obersten Stockwerk:

Aber auch die Stadt an sich ist faszinierend, äusserst facettenreich.
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Um ein Billett zu lösen, benötigte ich neulich Hilfe einer Bahnangestellten.
Am nächsten Tage gedachte ich nach Aarau zu fahren, und am Abend von Aarau nach Zürich.
Die Angestellte half mir das entsprechende Billett zu lösen (im Nachhinein eigentlich keine Hexerei).
Die Angestellte tippte für mich die jeweils richtige Option auf dem Touchscreen des Billettautomaten an. Als es darum ging, ob ich mit der ersten oder zweiten Klasse reisen würde, war ich gespannt, wie sie agieren würde.
Tatsächlich zögerte die Helferin kurz, und wählte 2. Klasse, jedoch nicht ohne vorhin mich anzusehen, ob das in meinem Sinne sei. Ich widersprach nicht.
Das kurze Zögern war interessant. Ich bin sicher, vor zwei oder drei Jahren wäre ich eindeutig als Zweite-Klasse-Fahrer eingestuft worden.
Für mich war das ein Zeichen, dass ich (a) nicht jünger werde und/oder (b) meine Kleidung/mein Verhalten oder meine Erscheinung mich nicht eindeutig als Erst- oder Zweitklassfahrer einstufen lassen.
Spannend.
Immer wieder finde ich Lobeshymnen auf die Analoge Fotografie.
Von Entschleunigung ist meistens die Rede. Ein Film hat nur vierundzwanzig oder sechsunddreissig Bilder, diese Einschränkung helfe, bewusster zu Fotografieren, liest man oft.
Ich fotografiere häufig mit „nicht-digitalen“ Kameras, jedoch nicht aus dem genannten Grund. Dieser ist für mich nur beschränkt nachvollziehbar. Ich wage zu behaupten, dass ich mit einer digitalen Kamera genauso bewusst fotografieren kann.
Was ich an der Analogen Fotografie liebe, sind die Kameras, noch solide verbaut und mit einer tollen Haptik. Das unvergleichliche Klicken beim Auslösen, das Transportieren des Films. Und natürlich die Einzigartigkeit und die wunderbaren Farben eines jeden Films.
Nichtsdestotrotz: Ich liebe sie beide, die Analoge und die Digitale Fotografie. Beide haben ihre Vorzüge, und ich bin froh, mich nicht für eine der beiden Bilder-Aufnahme-Arten entscheiden zu müssen.