Que sera, sera

Es ist der mit Spannung erwartete 18. März. Die Demonstrationen von Linken und Rechten sind zwar ofiziell abgesagt worden, doch offen ist, ob es nicht doch Ausschreitungen geben wird. Die Polizei jedenfalls ist gewappnet (es ist sogar eine Feriensperre verhängt worden), und vielerorts bereit stehend, falls es eskalieren sollte.
In einer der Laupen spielt ein Strassenmusiker ‚Que sera, sera‘.

Die Stille wird nicht ruiniert

Matte

Es ist Abend, und da es Winter ist, auch kalt und dunkel. Ich spaziere,  durch die Stadt, den Nydeggstalden hinunter. Ich erreiche das Mattequartier, das unter der Stadt an der Aare liegt.

Das Mattequartier mag ich sehr. Es ist immer so friedlich und ruhig hier. Und immer liegt irgendwo etwas herum, sei es etwas, das zu verschenken ist, oder etwas, das jemand verloren hat. Früher fand ich das merkwürdig, aber das ist so in der Matte.

Im Sommer komme ich gerne hierher, in der Mitte des Quartiers sind zwei Bäume, um deren beide Stämme jeweils eine Sitzbank aus Stein angebracht worden ist. Gerne fahre ich in den Sommermonaten, nur manchmal, damit es auch etwas Besonderes bleibt, hierher, mit dem Velo, und einem Buch, und lese vielleicht eine Stunde lang unter einem der beiden Bäume.

Ich trage italienische Schuhe und befürchte schon, dass das Klacken der Schuhe die hier unten vorherrschende Ruhe unterbrechen wird. Doch kaum bin ich unter der Nydeggbrücke durchgegangen, wird das Geräusch der Schuhe wie aufgesogen und ist kaum mehr hörbar. Mag es besonderer Asphalt  sein (was ich nicht annehme), oder einfach nur der Umstand, dass hier die Strasse breiter ist und es weniger hallt.

Es bleibt still in der Matte an diesem Abend.