Nichtdigitales Fotografieren

autumn walk

Immer wieder finde ich Lobeshymnen auf die Analoge Fotografie.

Von Entschleunigung ist meistens die Rede. Ein Film hat nur vierundzwanzig oder sechsunddreissig Bilder, diese Einschränkung helfe, bewusster zu Fotografieren, liest man oft.

Ich fotografiere häufig mit „nicht-digitalen“ Kameras, jedoch nicht aus dem genannten Grund. Dieser ist für mich nur beschränkt nachvollziehbar. Ich wage zu behaupten, dass ich mit einer digitalen Kamera genauso bewusst fotografieren kann.

Was ich an der Analogen Fotografie liebe, sind die Kameras, noch solide verbaut und mit einer tollen Haptik. Das unvergleichliche Klicken beim Auslösen, das Transportieren des Films. Und natürlich die Einzigartigkeit und die wunderbaren Farben eines jeden Films.

Nichtsdestotrotz: Ich liebe sie beide, die Analoge und die Digitale Fotografie. Beide haben ihre Vorzüge, und ich bin froh, mich nicht für eine der beiden Bilder-Aufnahme-Arten entscheiden zu müssen.

3 Gedanken zu „Nichtdigitales Fotografieren“

  1. Mir geht es ähnlich. Wenn in einer analogen Spiegelreflexkamera die Mechanik arbeitet, fühlt sich das einfach gut an und macht schon deshalb Spaß. Das mit der Einschränkung finde ich eher hinderlich. Mit einer digitalen Kamera kann ich eventuelle Macken gleich sehen und bei den nächsten Schüssen möglicherweise vermeiden. Bei analogem Film ist die Gelegenheit zum Foto schon lange vorbei, wenn ich die entwickelten Bilder in den Händen halte.

    Anders gesagt: Analog muss man handwerklich mehr drauf haben, um einigermaßen zuverlässig gute Bilder hinzukriegen. Digital kann man sich durch Trial&Error an gute Ergebnisse herantasten, wenn man zwar das Handwerk nicht beherrscht aber einen Blick für das hat, was nicht so gut ist, oder eher: wenn man eine Vorstellung davon hat, was man als Ergebnis auf der Platte haben will.

    Das Einsteigen in die Fotografie ist durch die sofortige Verfügbarkeit der Ergebnisse bei digitalen Kameras sicher einfacher geworden. Man kann leichter herumprobieren und sich dabei fast nebenbei handwerkliches Können aneignen, ohne erstmal ein Vermögen in verschossene Filme investieren zu müssen. Auch entfällt das lästige Protokollieren von Verschlusszeit, Blende usw. Ohne das weiß man hinterher nicht mehr, was man wie belichtet hat und kann deshalb auch keine Lehren draus ziehen, wenn’s nicht so gut geworden ist.

    Ich finde die digitale Fotografie deshalb praktischer. Aber meine alte Canon AE-1 Program gebe ich trotzdem nicht her…

  2. Ich habe hier eine sechzig Jahre alte Olympus IV, sowie meine eigene erste Braun Paxette. Sobald diese beiden und die neuere Minolta XD7 überholt worden sein werden, fotografiere ich hin und wieder analog.
    Seit einigen Jahren fotografiere ich digital. Dies jedoch inklusive der anschliessend erforderlichen Entwicklung nach alter analoger Art. Das bedeutet, dass ich manuell aufnehme und und so entwickle, wie es die klassische Dunkelkammer ermöglichte.
    Insofern haben beide Arten für mich nach wie vor ihre Berechtigung. Technisch sind heute aufgrund der besseren Optiken natürlich ganz andere Resultate möglich, besonders schön vergleichend in älteren Fotobüchern zu sehen. Dazwischen führt für mich der ästhetische Weg entlang. Die Verbindung der beiden Möglichkeiten analog und digital und nicht entweder oder…
    Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

  3. Oh ja, kein Loblied auf die Entschleunigung und auf die kunstvolle Art zu fotografieren. Wie dir geht es mir auch, ich liebe diese alte Technik und die Haptik und die Geräusche. Schön geschrieben…

    Viele Grüße jürgen

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