Tausend Mal gehört: „Your camera does not matter“

Immer und immer wieder begegne ich dem Satz: your camera does not matter.
Mittlerweile fange ich solche Texte gar nicht mehr an zu lesen. Weil: es wird immer dasselbe erzählt, Erkenntnisse gibt es keine neuen.
Wohlverstanden: Die These an sich will ich hier nicht in Abrede stellen. Obschon ich der Meinung bin, ein gutes Werkzeug hilft einem eher, ein gutes Produkt zu erzeugen – nötige Fähigkeiten natürlich immer vorausgesetzt.
Nein, es ist die ewig wiederholte Leier, welche mich langweilt. Es gibt doch bei der Fotografie wahrlich spannendere Themen als die mittlerweile nicht mehr sehr neue Behauptung, dass die Wahl der Kamera nicht wichtig ist (so meine freie, sinngemässe Interpretation des Satzes) – oder?

genug

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Eine ältere Frau spricht im Bus eine andere, wohl etwas jüngere Frau an. Grund des Ansprechens ist die Station, an welcher die Frau raus muss.
Die ältere Frau verrät, dass sie nämlich nicht mehr lesen könne, da ihre Sehkraft so stark zurückgegangen ist.
Die Andere fragt, ob denn da nicht eine Brille abhilfe schaffen könne, denn: „Man muss doch lesen können!“

Die Antwort darauf: „Ich habe genug gelesen.“

Die Sache mit der Überwachung

Heute am 5. Juni ist der „Reset the net-Tag“. Ein Jahr nach Snowden.

Resetthenet.org empfiehlt unter anderem, unsere Kommunikation abhörsicher zu machen, zu verschlüsseln, so das Netz zu „resetten“, es wieder offen und sicher zu machen – tönt ja zuerst ganz gut, doch für mich ist es zugleich auch ein Widerspruch in sich – verschlüsseln, um ein offenes Netz zu haben.  Es kann doch nicht sein, dass wir uns vor den Regierungen schützen sollen, den Regierungen, die doch eigentlich unter anderem zu unserem Schutz da sind … ?
Verschlüsselung und Co. in allen Ehren – davon will ich ja nicht abraten – jedoch ist dies doch der falsche Ansatz.

Ein Jahr nach den (ersten) Enthüllungen Snowdens – und praktisch nichts ist passiert – all unsere digitale Spuren werden überwacht, als wäre nichts geschehen (Korrektur: hier in der Schweiz werden von den Behörden nur die „Randdaten“ aufgezeichnet; spannender Artikel hierzu: klick).
Nicht nur die NSA, sondern (unter anderem) auch die schweizerischen Behörden gehören gebremst.

An der Demonstration letzten Samstag gegen das BÜPF  (BÜPF in Kurzform: erweiterte Überwachung  bzw. noch längere Vorratsdatenspeicherung, sowie Nutzung von Staatstrojaner) in Bern auf dem Bundesplatz beteiligten sich mickrige 400 Personen. So ein geringes Interesse – das finde ich traurig.

Warum so wenig Interesse an der doch so wichtigen Thematik, frage ich mich – ist es der grossen Masse etwa egal, dass unser aller Handeln aufgezeichnet wird? À la „ich habe ja nichts zu verbergen, also macht mir die Überwachung nichts aus“?

blutende Herzen

Heartbleed

Ist die Zeit der blutenden Herzen eigentlich wieder vorbei? Oder was ist der aktuelle Stand?

So laut die Nachricht verkündet wurde vor ungefähr einem Monat, so still ist es inzwischen (zumindest bei der Tagespresse) geworden um die Causa ‚Heartbleed‘.
Medien wollen doch informieren, warum hört man dann nichts mehr von der Sicherheitslücke und der Behebung ebenjener?
Heartbleed betrifft schliesslich uns alle, irgendwie.

Griechenland, 2005

In 2005 war die Diplomreise unserer damaligen Klasse – mit der Fähre ging es für ungefähr eine Woche nach Griechenland.
Die nachfolgenden Bilder sind mir heute begegnet, sie sind damals alle mit dem Handy gemacht worden.
Absurderweise sehen die Bilder zum Teil fast „lomo-mässig“ aus.
Die Qualität der Bilder ist bemerkenswert schlecht, die Zeit in Griechenland jedoch war toll.

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Auf der Rückreise – der Bahnhof Milanos

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Zweihundert und ein Tier reisen nach Afrika

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Zweihundert und ein Tier wollen nach Afrika. Mithilfe von Motorbooten machen sie sich auf den Weg dorthin.
Da es ihnen in Afrika nicht gefällt, kehren sie mit den Motorbooten wieder zurück in die Schweiz.

Das ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der mit seiner Mutter ein Abteil weiter vorne im Zug sitzt.

Die Mutter ist nicht vollends überzeugt ab der Realität der Geschichte. Und sie meint, die Tiere seien dumm; zuerst nach Afrika gehen, und dann wieder zurück. Und überhaupt, Motorboote, das sei doch nicht realistisch!

So wird die Geschichte vom Jungen immer weiter ausgeschmückt, in der etwa vierten Version haben die Kühe (jetzt ist bloss noch von Kühen die Rede) auch noch Harleys mit dabei in den Motorbooten während der Überquerung des Meeres. Später kommen gar noch Panzer in der Geschichte vor.

Wir, die Mitreisenden, sind bestens unterhalten.

Eine Zugfahrt, die kann tatsächlich lustig sein.

Der gelbe Schirm

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Der Frühling ist in der Stadt. Ausnahmsweise regnet es nicht.
Ein paar Tastenschläge und der Computer verrät mir, dass es draussen 12 Grad warm ist.
Früher erhielt ich dieselbe Information von einem Thermometer, welches die Gradanzeige von einem Sensor auf dem Balkon erhielt. Die Batterie des Sensors ist leer. Ersetzt wurde der Stromspender nicht, da es ja heutzutage nützliche Wetter-Apps gibt – wobei ich insgeheim bezweifle, dass die Genauigkeit mit dem Aussenthermometer mithalten kann.

Nicht ohne den leichten Mantel und die Kamera zu vergessen, verlasse ich die Wohnung. Ein Tram bringt mich in die Stadt. Es ist Nachmittag, und aufgrund des bereits tiefen Sonnenstandes bleibt das meiste Licht an den Dächer der Häuser hängen. Ich gehe durch die Stadt, gelange dorthin, wo die Häuser weniger dicht nebeneinander stehen.

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt schon kennend, fotografiere ich nicht die (verbleibenden) Bären unten an der Nydeggbrücke und auch nicht das ewig mit einem Gerüst verkleidete Münster. Ich fotografiere Touristen, die scharenweise in Bussen hergebracht werden. Und Details, wie z.B. die roten Hände, die an der Unterseite eines grünen Dachs angemalt worden sind. Und einen gelben Schirm der beim Auffangnetz an der Münster-Plattform eine vorläufige Endstation erreicht hat. Und einen Jungen, der rastlos vor dem Matte-Lift auf und ab geht, die Hände hinter dem Rücken, darin befindlich das oft gesehene Telefon mit dem Apfellogo.
Ich frage mich, was den Jungen so unruhig macht. Auf die Frage werde ich keine Antwort erhalten.

Auch die Frage, wie der gelbe Schirm ins Auffangnetz gelangt ist, wird unbeantwortet bleiben.