Die Sache mit der Überwachung

Heute am 5. Juni ist der „Reset the net-Tag“. Ein Jahr nach Snowden.

Resetthenet.org empfiehlt unter anderem, unsere Kommunikation abhörsicher zu machen, zu verschlüsseln, so das Netz zu „resetten“, es wieder offen und sicher zu machen – tönt ja zuerst ganz gut, doch für mich ist es zugleich auch ein Widerspruch in sich – verschlüsseln, um ein offenes Netz zu haben.  Es kann doch nicht sein, dass wir uns vor den Regierungen schützen sollen, den Regierungen, die doch eigentlich unter anderem zu unserem Schutz da sind … ?
Verschlüsselung und Co. in allen Ehren – davon will ich ja nicht abraten – jedoch ist dies doch der falsche Ansatz.

Ein Jahr nach den (ersten) Enthüllungen Snowdens – und praktisch nichts ist passiert – all unsere digitale Spuren werden überwacht, als wäre nichts geschehen (Korrektur: hier in der Schweiz werden von den Behörden nur die „Randdaten“ aufgezeichnet; spannender Artikel hierzu: klick).
Nicht nur die NSA, sondern (unter anderem) auch die schweizerischen Behörden gehören gebremst.

An der Demonstration letzten Samstag gegen das BÜPF  (BÜPF in Kurzform: erweiterte Überwachung  bzw. noch längere Vorratsdatenspeicherung, sowie Nutzung von Staatstrojaner) in Bern auf dem Bundesplatz beteiligten sich mickrige 400 Personen. So ein geringes Interesse – das finde ich traurig.

Warum so wenig Interesse an der doch so wichtigen Thematik, frage ich mich – ist es der grossen Masse etwa egal, dass unser aller Handeln aufgezeichnet wird? À la „ich habe ja nichts zu verbergen, also macht mir die Überwachung nichts aus“?

4 Gedanken zu „Die Sache mit der Überwachung“

  1. Scheinbar ist es ihnen egal .. ist ja hier in Deutschland leider auch nicht anders und für mich auch nicht wirklich nachvollziehbar.

  2. Wenn Sir vorschlagen, dass spezieller verschlüsselt werden soll, dann hat das einen Hacken. Denn die NSA hat Algorithmen, die auf spezielle Verschlüsselungen weiter beobachtet. Also wenn man diesen Vorschlag bringt, dann widmen selbst zum Verdächtigen.
    Deinen letzten Satz hab ich auch schon gehört. Aber mit Glaube, Hoffnung und Nichtwissen kannst du nicht diskutieren. Egal das du sagst kommt die Antwort, dass das nicht passieren wird.
    Deutschland ist ja noch heiliger, denn es wird eine Kommission gegen die NSA eingeleitet. Aber Snowden wird nicht befragt. Und die wirtschaftlichen Beziehungen sind wichtiger.
    Der normale Benutzer hat sich daran gewöhnt, dass die NSA mitliest. Und das ist noch schlimmer.

  3. Die wesentliche Folge einer Verschlüsselung ist, dass sich der User in Sicherheit wähnt. Die Verschlüsselung an sich ist – wenn es denn darauf an kommt – mühelos zu umgehen, leider.

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