










Strassenfotografie (auf neudeutsch street photography) ist dieser Tage besonders hip.
Im Netz findet man zuhauf Bilder von sogenannten Strassenfotografinnen und -fotografen. Überall, auch im deutschsprachigen Raum haben Fotografierende die Strasse für sich entdeckt, sind Kameras doch zu günstigen Preisen erhältlich, und fast ein jeder ist mit einer Handykamera ausgestattet.
Immer wieder begegne ich der Aussage:
Echte Strassenfotografie beinhaltet nur ungestellte Sujets.
Diesem Satz stimme ich durchaus zu.
Aber ich habe Mühe mit Menschen, die jene Aussage ausnützen und damit rechtfertigen, alles und jede_n in jeder Situation zu fotografieren ohne um Erlaubnis zu fragen – auch im Nachhinein nicht. Auch in der Strassenfotografie gibt es meiner Meinung nach Grenzen und pietätlos aufzutreten ist hier leider besonders einfach.
Sogar im kleinen Bern ist die Strassenfotografie mittlerweile angekommen, und ich bin auch schon (mindestens) einmal (ungefragt) fotografiert worden. Ich habe dann den Fotografen gefragt, ob er mich fotografiert habe. Der Angesprochene hat irgendwie erwischt gewirkt und die Frage mit einem „Nein“ beantwortet. Ich bin dann weitergegangen, eine andere Option gab es für mich in dem Moment nicht wirklich.
Was ich mir wünsche bei der Strassenfotografie, ist, dass vor dem Auslösen manchmal folgende Überlegung gemacht würde:
Wie wäre es, wenn die Rollen vertauscht wären, und ich anstelle des Fotografen die Sujetperson wäre? Würde es mir etwas ausmachen, in dem Moment ungefragt fotografiert zu werden? Hätte ich Mühe damit, mein Foto später im Internet oder sonstwo zu finden?
Ich denke, solche Überlegungen können dazu führen, dass die Strassenfotografie etwas respektvoller, weniger penetrant angewandt wird.
Immer wieder finde ich Lobeshymnen auf die Analoge Fotografie.
Von Entschleunigung ist meistens die Rede. Ein Film hat nur vierundzwanzig oder sechsunddreissig Bilder, diese Einschränkung helfe, bewusster zu Fotografieren, liest man oft.
Ich fotografiere häufig mit „nicht-digitalen“ Kameras, jedoch nicht aus dem genannten Grund. Dieser ist für mich nur beschränkt nachvollziehbar. Ich wage zu behaupten, dass ich mit einer digitalen Kamera genauso bewusst fotografieren kann.
Was ich an der Analogen Fotografie liebe, sind die Kameras, noch solide verbaut und mit einer tollen Haptik. Das unvergleichliche Klicken beim Auslösen, das Transportieren des Films. Und natürlich die Einzigartigkeit und die wunderbaren Farben eines jeden Films.
Nichtsdestotrotz: Ich liebe sie beide, die Analoge und die Digitale Fotografie. Beide haben ihre Vorzüge, und ich bin froh, mich nicht für eine der beiden Bilder-Aufnahme-Arten entscheiden zu müssen.

Mit dem iPhone 5s in Schottland aufgenommene Bilder des National Geographic-Fotografen Jim Richardson gibt es hier zu sehen.
Die Bilder gefallen mir durchaus, weniger jedoch die Bildqualität; das Bildrauschen ist doch ziemlich ausgeprägt. Vielleicht aber ist das nur eine Folge der Bildbearbeitung. Und ja, auch ich bin der Meinung, dass Bildrauschen oder Körnung durchaus seinen Reiz haben kann, dennoch …
Was mich zum Nachdenken angeregt hat ist ein Kommentar von Eric Welch (eine Verlinkung direkt zum Kommentar ist leider nicht möglich, daher bei Interesse im Artikel nach unten scrollen).
Die Kleinbildfotografie scheint früher dieselbe Rolle gehabt zu haben, welche heute die Handykamera hat.
Und wie wir wissen, hat sich die Kleinbildkamera durchaus gegen die Grossformatkamera behaupten können.
Irgendwie ist es ja wirklich ähnlich mit den Smartphone-Knipsen. Jene werden immer leistungsfähiger und viele, die ich kenne, nutzen ihre Kompaktkamera kaum noch, stattdessen wird mit dem Handy fotografiert.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass immer mehr Leute vermehrt nur noch mit dem Smartphone fotografieren – auch ambitionierte Fotografinnen und Fotografen.
Natürlich werden Spiegelreflex-Kameras et al. immer noch für gewisse Zwecke unersetzbar sein, aber Kompaktkameras werden wohl mit ziemlicher Sicherheit immer mehr an Bedeutung verlieren.
Persönlich kann ich (noch?) nicht allzuviel mit Handykameras anfangen.
Die Qualität der mit meinem Handy angefertigten Bilder ist zwar erstaunlich gut, jedenfalls bei Tageslicht. Bei schlechteren Lichtbedingungen kommt die Kamera dann schnell an ihre Grenzen und ist nicht mehr brauchbar.
Auch ein Grund für mich, nicht mit dem Handy zu fotografieren, ist die Haptik.
Eine „richtige“ Kamera (ich benutze das Wort „richtig“ mangels besserer Alternative) fühlt sich einfach viel angenehmer an in der Hand, und wenn die Kamera auch noch über einen Sucher verfügt, hat das Mobiltelefon sowieso schon verloren. Und dann wäre da noch die – kaum vorhandene – Tiefenschärfe bei den Handykameras ….
Auf alle Fälle bin ich gespannt auf die Zukunft der Fotografie und auch darauf, wie ich künftig Bilder schiessen werde.
Ein High Dynamic Range Image (HDRI, HDR-Bild, „Bild mit hohem Dynamikumfang“) oder Hochkontrastbild ist ein digitales Bild, das große Helligkeitsunterschiede detailreich wiedergibt.
HDR-Bilder erfreuen sich einer grossen Beliebtheit, wie man unschwer erkennen kann bei Besuchen der allseits bekannten Fotocommunities (Beispiele gefällig? Klick). Warum auch nicht, sind doch die Vorteile der HDR-Fotografie nicht unwesentlich, wie das obige Zitat aus Wikipedia richtigerweise erklärt. Ein hoher Dynamikumfang, wollen wir das nicht alle?
Dennoch: Die allermeisten HDR-Bilder, die ich betrachte, sind nicht nach meinem Geschmack, meistens fallen High Dynamic Range Images vorallem auf durch eine grässliche Grellheit und unnatürliche Farben. Solche Bilder bilden in meinen Augen nicht die Wirklichkeit, sondern eher eine surreale Parallelwelt ab. Und die Wirklichkeit abbilden, das ist einer meiner Ansprüche an die eigene Fotografie.
Wenn ich dann Artikel wie jenen lese, kann ich nur den Kopf schütteln – die dort gezeigten Bilder mögen dramatische Farben und Himmel etc. haben, heischen aber nur nach Aufmerksamkeit, meiner Meinung nach. So stehen im Photofocus-Artikel nicht mehr die – eigentlich ganz passablen – Sujets im Vordergrund, sondern vorallem die krassen Farben.
Es gibt tolle HDR-Bilder, zweifelsohne. Die sind weniger bunt, und so wie ich das sehe, merkt man einem guten HDR-Bild nicht (sofort) an, dass es mit der HDR-Technik aufgenommen worden ist.
Mit heutigen Kameras ist dank RAW erstaunlich viel machbar, auch im Bereich des Dynamikumfangs. Ein Grund, der bedeuten kann, dass man ohne HDR auskommt.
Aus im Rohformat aufgenommenen Bildern lässt sich extrem viel herausholen – vermeintlich misslungene (da z.B. unterbelichtet) Bilder lassen sich mit geringstem Aufwand retten.
Glücklicherweise sind heutzutage auch viele Kompaktkameras in der Lage, im RAW-Format Bilder aufzunehmen.
HDR und ich
Wie man bei den obigen Worten unschwer erkennen kann, gewinne ich der HDR-Methode nicht viel ab.
Ich bin ein Anhänger von schnellen Abläufen, und bei der Fotografie soll bei mir das Fotografieren im Vordergrund stehen.
Ich bin froh, dass ich ohne HDR auskomme und mir so das Stativ-mit-sich-herumtragen, das Anfertigen von Belichtungsreihen und eine aufwändige Nachbearbeitung ersparen kann.
Wie seht ihr das? HDR oder nicht?
Der letzte Donnerstag war ein (Herbst-)Tag wie aus dem Bilderbuch. Spontan beschloss ich, wieder einmal dem Niesen einen Besuch abzustatten.
Ein paar Impressionen des Ausfluges:

9. Juli 2013
Am dritten Tag in Moskau besuche ich das Geschäftsviertel Moskaus, „Moskwa City“. Dort ist unter anderem der Mercury City Tower zu finden, der nicht nur Russlands, sondern auch Europas höchstes Gebäude ist mit 339 Metern.

Der Mercury City Tower
Die weit in den Himmel ragenden Wolkenkratzer sind zwar eindrucksvoll, jedoch macht das gesamte Viertel keinen besonderen Eindruck auf mich, vor allem weil es noch sehr unfertig wirkt und irgendwie charakterlos. Die Geschäftsviertel in London und New York zum Beispiel wirken viel lebendiger und pulsierender.

Entweder werden hier Getränke ausgeladen oder vor Ort verkauft – so oder so wohl kein besonders rentables Geschäft; der Getränkeverteiler schläft auf dem Steuerrad.