über Rolltreppen

Felix Schwenzel schreibt auf wirres.net über die Moskauer Metro, und Rolltreppen:

[…] alle stehen rechts und halten die linke seite frei, für eilige mitmenschen. warum das überall auf der welt klappt, nur in deutschland, ist eine frage, die wahrscheinlich immer unbeantwortet bleiben wird. […]

Lustig. Ich habe ja immer gedacht, die Schweiz sei das einzige Land der Welt, in welchem die Sache mit dem rechts-stehen und links-die-Seite-frei-halten nicht klappt :).

Holland tickt anders

Naja, vielleicht nicht anders. Aber grösser. Oder so. Was mir nämlich schon nach der Ankunft in Holland im Dezember aufgefallen war: Die Leute hier tragen fast alle grosse, um nicht zu sagen riesige Armbanduhren, nicht nur die Männer, auch die Frauen. Richtig auffällig sind die bullig wirkenden, an den Handgelenken der Holländerinnen und Holländer angebrachten Uhrwerke.

Ah ja, und in einem Einkaufscenter, in Amsterdam, da ist ein Swatch-Shop, da wird grossartig Swissness verbreitet at its best, oder so (merci, Swatch):

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Grüezi, und tschüss.

Verschwindendes

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Fribourg, im Februar 2016

Am Bahnhof, auf dem Perron. Vis-à-vis vom Wartehäuschen ist ein ähnliches Häuschen, genauer gesagt, zwei Häuschen, hintereinander. Zu klein für einen Warteraum, und vorallem ohne Sitzmöglichkeit. Einen Moment lang frage ich mich, um was es sich hierbei wohl handelt. Räume für das Bahnhofpersonal? Das macht keinen Sinn, sind doch darin keinerlei Apparaturen, durch welche etwas erledigt werden kann. Dann merke ich: das sind einmal Telefonzellen gewesen. Nur sind die Telefonapparaturen entfernt worden, ebenso die Anschriften auf den Türen, auf einem Kästen in den Zellen steht noch der Schriftzug ‚Swisscom‘. An den Türen sind Schlösser angebracht. Ich frage mich, ob es die Abschliessmöglichkeit früher, als Telefonzellen noch genutzt wurden, auch schon gab. Und wie lange die Zellen noch hier stehen werden.

Als hätte ich die Zeit angehalten

hartes Pflaster

Auf dem Weg zur Arbeit, im Bus, im kalten Winter. Ich stehe, viele andere Mitfahrende auch, einige sitzen. Ich löse meine Armbanduhr vom Handgelenk. Habe ich sie doch ein paar Tage nicht getragen; vorhin habe ich sie aufgezogen, die Uhr läuft nun wieder, nun muss ich nur noch die Zeit einstellen und das Datum justieren. Ich ziehe die Krone hervor, das Uhrwerk bleibt stehen, wie üblich, wenn die Krone nicht eingerastet ist. Ich blicke auf. Der Bus steht still, vor einer Ampel, die Mitmenschen um mich sind stumm, bewegungslos, wie erstarrt. Als wäre die Zeit angehalten worden – als wäre das Stillstehen meiner Uhr der Grund für das Gleich- oder Ab- oder Stillschalten der Menschen um mich herum. Die Zeit ist für einen kurzen Moment eingefroren, so fühlt es sich an. Eingefroren ist auch die Welt ausserhalb des Busses, aber temperaturbedingt.

Das sich täuschen und die Ungewissheit

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Manchmal, denkt man sich, wie sehr man sich doch in jemandem getäuscht hat. Und dann später feststellt, dass man sich geirrt hat; dass die neue Erkenntnis, die man glaubt, erlangt zu haben, und aufgrund der man glaubte, sich in jemandem getäuscht zu haben, so gar nicht stimmt. Vielleicht. Oder vielleicht auch nicht. Die Ungewissheit, sie ist ein mieses Stück. Und dennoch können wir froh sein, gibt es sie. Alles wissen wollen wir nicht, und die Allwissenheit, sie wäre belastend und langweilig gleichzeitig.

Stockholm I

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Das Ankommen in einer noch nicht bekannten Stadt oder einem noch nicht bekannten Land kann einem bereits vieles verraten. Das denke ich auch, nachdem ich in Stockholm angekommen bin.

Beim Billetautomaten hat es eine lange Schlange.
Als ich an der Reihe bin mit Billet-Lösen, stelle ich die Sprache mit etwas Bedauern von Schwedisch auf Englisch um, da ich Schwedisch überhaupt nicht verstehe. Nach meiner Eingabe stelle ich fest, dass nur mit Karte bezahlt werden kann. Ich erinnere mich schwach daran, vor geraumer Zeit gelesen zu haben, dass in Schweden die Barzahlung massiv an Bedeutung verloren hat.  Beim Weg zum Zug erstelle ich innerlich ein Memo: bei einem allfälligen erneuten Besuch hier lohnt es sich, am ersten Arlanda-Express–Billet-Automaten vorbeizugehen, es folgen bis zum Bahnsteig noch weitere billet-veräussernde Exemplare, die deutlich weniger respektive gar keinen Andrang haben. Wobei, wenn ich das nächste Mal hier bin, was auch noch in den Sternen steht, mag es hier auch ganz anders aussehen. Wer weiss. Stockholm I weiterlesen

Das Asphaltinselchen

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Immer, wenn ich von der Stadt nach Hause fahre mit dem Velo, fahre ich bei einer bestimmten Ampel vorbei. Eine normale Ampel an einer normalen Strasse, nichts besonderes, auch das Aspaltinselchen, welches, etwas erhöht, zwischen Fussgängerstreifen und Strasse ist, gesäumt mit einem Bordstein, zieht nicht unbedingt Aufmerksamkeit auf sich. Doch: das Asphaltinselchen, mir fällt es  immer wieder auf, wenn Radfahrerinnen und Radfahrer vor mir an der Ampel halten müssen, wenn es als Fussstütze genutzt wird von Angehaltenen. Also, auch von mir, ab und zu.

Auch in der Stadt gibt es Inseln.

Wolken wirken nie unsicher oder gar ängstlich.

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Der Sommer hat sich entschieden, uns mit seiner Anwesenheit zu beehren. Tagsüber ist es zumeist warm, gleissend hell und ganz angenehm. Abends freue ich mich, wenn es mir gerade noch gelingt, zuhause zu sein bevor sich die Regenschleusen öffnen und die Gewitter aktiv werden. Sommergewitter eben, wie wir sie kennen und zuweilen auch mögen. Beim heutigen Stadt-Durchqueren wird die Stadt zurückverwandelt, der Frauenlauf ist vorbei. Die Wetter-App auf meinem Handy hat Gewitter verkündet ab 17 Uhr. Kurz vor 17 Uhr liegt auch tatsächlich etwas in der Luft, mindestens eine kräftige Prise Wind. Staub wirbelt durch die Gegend, und die mittlerweile nicht mehr von der Sonne beleuchtete Zähringerstadt wirkt mysteriös, und, als plötzlich Luftballons – ein jeder sich vom anderen unterscheidend in Form und Farbe – in die Luft steigen, hin und her wirbelnd, doch eindeutig Richtung Himmel, kommt eine fast gespenstische Stimmung auf. So schnell die Ballons plötzlich aufgestiegen sind, so schnell sind sie aus meinem Sichtfeld verschwunden. Es bleibt der Wind. Und die Wolken, die immer wieder neue Formationen wählen. Wären sie eine Armee, so würde ein Eindruck von Unsicherheit entstehen, bei soviel Neu-Anordnung, ja gar Ängstlichkeit könnte vermutet werden. Doch bei Wolken ist das anders. Wolken wirken nie unsicher oder gar ängstlich.