Vieles ist nun mehr nicht mehr echt (und man sieht es noch)

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Gewisses bleibt, anderes nicht

„KI“ für die Massen – sie ist ja immer noch relativ neu. Und wir durchleben gerade eine Zeit, in der vor allem auch in Online-Medien auch sehr häufig KI-generierte Bilder als Beitragsbilder verwendet werden. Diese Bilder haben alle eins gemeinsam: Man erkennt sofort, dass es nicht „echte“ Bilder sind. Schöne neue Welt!
KI-Bilder werden ja sicher bleiben. Ich hoffe einfach, dass es möglichst rasch geht, dass die generierten Bilder nicht mehr so einheitsbrei-mässig aussehen werden.

PS: das Bild oben ist echt, also ein Abbild der Realität, jedenfalls fast. Eine störende Stromleitung oberhalb des Münsters habe ich – mit Lightroom auf dem Handy – innert Sekunden mit generativer KI entfernen lassen.  Dieser Umstand mag – in Kombination mit meinen vorigen Worten – mein derzeitig recht ambivalentes Verhältnis zu „KI“ ganz gut aufzeigen.

Vor der Street Parade (Ruhe vor dem Sturm)

Vor der Zugfahrt fragt mich ein Mann in der Unterführung im Bahnhof Bern, ob es hier zum Voie sept gehe. Ich bestätige dies. Ob der Zug hier nach Zürich fahre. Auch dies bestätige ich. Sein Ziel  scheint wohl dasselbe zu sein. Ich zeige suche auf die Nummer sieben, die man nun, beim Aufstieg zum Perron, schon sieht. „Voie sept?“, fragt er nochmals. Nochmals sage ich „Oui“.

Alleine fahre ich mit dem Zug von Bern nach Zürich. Es hat in der ersten Klasse mehr Leute als auch schon, ist aber ganz angenehm. Der Zug ist ein Doppelstöcker, und oben im ersten Stock fühlt es sich beim Blick aus dem Fenster so an, als würde man auf eine stumm geschaltete, sich sanft, aber dezidiert wegbewegende Welt hinunterschauen.

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Die Sache mit der „KI“

Die „Künstliche Intelligenz“-Causa ist ja ganz interessant – gelinde gesagt. Ich selber habe soweit mit ChatGPT herumexperimentiert, und auch mit Stable Diffusion. Gerade auch Letzteres ist ja hochgradig faszinierend, wenn auch nicht annähernd perfekt. Aber viele der Bilderzeugnisse Stable Diffusions sind schon wunderschön und beeindruckend. Und schaffen in ganz vieler Hinsicht neue Möglichkeiten.

Und dennoch möchte ich hier (zumindest zu diesem Zeitpunkt) keine künstlich generierten Bilder (und Texte indessen sowieso nicht) publizieren; zu gross ist schlicht die Freude an den selber gemachten Werken.

Und: die Möglichkeit, Dinge ganz einfach per Tastendruck aus dem Nichts erschaffen – lässt mich das tatsächlich selber Kreierte ja irgendwie noch wertvoller erscheinen. Vielleicht auch – um es etwas pathosgetränkt auszudrücken – weil es mit Herzblut geschaffen wurde.

Eine mit Laptoptaschen ausgerüstete Menschenschar

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Früher waren es Aktentaschen, die durch häufiges Vorkommen auffielen, dann aber mehr und mehr verschwanden und mittlerweile nur noch selten gesehen werden. Dieser Tage feiert die Tasche eine Renaissance in Form der Laptoptasche. Werktags zu den Stosszeiten sieht man unzählige Menschen mit eingepacktem Computer unterwegs – entweder aus dem Homeoffice kommend oder sich genau dorthin bewegend. Häufig erinnern mich die Laptoptragenden ein wenig an Maulwürfe, wirken sie doch etwas verschüpft, so als hätten sie schon eine Weile kein Tageslicht mehr gesehen. Auch wenn es keine angeordneten Covid-Massnahmen mehr gibt hier, so ist Homeoffice bei vielen immer noch aktuell – wenn auch häufig nur noch partiell.
Meistens handelt es sich bei den getragenen Taschen um jene (Billig-)Produkte, welche in der Regel mit dem Laptop geliefert werden.

Ob die Laptoptasche einmal das selbe Schicksal – des Verschwindens – erleiden wird wie die Aktentasche – und wenn ja, wann?

Und ob dann – irgendwann – eine andere – soweit nicht bekannte – Taschenart als Nachfolgerin auftrumpfen kann?
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Den Text habe ich Anfang November 2022 geschrieben – er hat bis heute das selbe Schicksal erlitten wie viele andere Wortaneinanderreihungen – das (undankbare?) Schlummern in den Entwürfen.
In der Zwischenzeit sehe ich gefühlt schon weniger Laptoptaschen unterwegs. Ich frage mich, ob es daran liegt, dass viele der einst gesehenen Heimarbeitenden nun nur noch im Homeoffice sind – oder gar nicht mehr.

Palmen am Morgen

Las VegasSymbolbild

Es ist ein Januarmorgen, ich auf dem Weg zur Arbeit. Es ist – schon fast ungewohnt in diesem Winter – ziemlich kalt. Nicht gerade eine klirrende Kälte, die da vorherrscht, aber durchaus eine spürbare. Und die Stadt ist noch ein wenig mit Weiss überzogen, der neulich gefallene Schnee kann sich länger als üblich behaupten. Es fühlt sich also so an, wie es sein sollte im Winter.
Dann sehe ich an einem Fenster Palmen, oder zumindest Umrisse davon – auf einer Folie angebracht, vermutlich. In einem pastellähnlichen dezenten Farbton gehalten, passend zur Hausfarbe. Und ich meine rötliches Sonnenlicht zu erkennen, das die Palmen umschmeichelt. Aber das ist vermutlich nur meine Fantasie, oder ein flüchtiger Lichteinfall, und ich wische den Gedanken weg. Beim Näherkommen aber sehe ich, dass ein Scheinwerfer von innen wanderndes Licht auf das Fenster wirft. Ich staune wieder einmal, wie wenig es braucht, um aus dem Alltagstrott gerissen zu werden. In meinem Fall reichen da offensichtlich beleuchtete Palmenumrisse aus. Für einen kurzen Moment ist an diesem kühlen Morgen eine wärmere Ferne zumindest gedanklich etwas nähergerückt.

Wo keine Leere sein kann

hole

Wenn man nicht weiss, was man auf dem Blog schreiben soll, dann ist es wahrlich eine Kunst, etwas zu publizieren, das kein Lückenfüller ist.

Wobei: Lücken und Leere entstehen ja zum Glück nicht beim Brachliegen eines Blogs.

An der Milchstrasse vorbei

Milchstrasse

Samstag, 20. August 2022

Wenn man, nachdem der Corona-Selbsttest positiv war, noch einen PCR-Test machen will, und hierfür sogar den Weg an der Milchstrasse vorbei in Kauf nimmt.

Dass es eine Milchstrasse in den hiesigen Gefilden gibt, wusste ich nicht, geschweige denn, dass da ein Bus vorbeifährt.