Zwei Monate unterwegs mit dem Lomo Petzval-Objektiv

Vor einer Weile habe ich hier das neue Lomo-Objektiv Lomography X Zenit Petzval 85mm f/2.2 vorgestellt.

In der Zwischenzeit habe ich das Objektiv mehr oder weniger eifrig genutzt. In Bern, Berlin und in der Romandie.
Erstaunlich viele Erfahrungen habe ich mit dem Objektiv gemacht, vorallem auch zwischenmenschliche.

Das goldene Objektiv zieht ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich – sowohl von Passantinnen und Passanten – aber auch von Zollbeamten.
Bei der Reise nach Berlin im Juli wurde ich vom Schweizer Zoll aufgehalten, um dann zu erfahren, dass dem Beamten bei der Sicherheitsschleuse nicht klar war, um was es sich handelt bei dem glänzenden Gegenstand. Ich erklärte, das es ein Kameraobjektiv sei. Worauf er antwortete: „So ein Objektiv habe ich noch nie gesehen“. Ich erklärte, dass es ganz neu ist, und auch noch nicht auf dem Markt erhältlich. Ich könne ihm gerne die Internetseite zeigen auf meinem Natel.
Meine Erklärung reichte aus, das Zeigen der Website war nicht erforderlich.
Bei der Rückreise war das Objektiv an die Kamera geschraubt, und die deutsche Zollbeamtin, die meinen roten Schweizer Pass sah, fragte lachend, ob ich nicht hebräisch sei. Ich wusste nicht genau, ob es an meinem Aussehen lag, dass die Frage gestellt wurde, oder an der sternförmigen Blende des Objektivs – oder an beidem. Zwei Monate unterwegs mit dem Lomo Petzval-Objektiv weiterlesen

Bildermeer

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21. Juli 2014

Beim Schreiben dieses Textes sitze ich in einem Restaurant, ganz nah am Brandenburger Tor.
So viele Fotos werden hier gemacht. Mit Handys, mit Fotoapparaten, mit Tablets. Rein vom Brandenburger Tor selber, aber oftmals auch mit Touristen im Vordergrund.

Ich frage mich, auf wievelen Fotos das Brandenburger Tor wohl zu sehen ist, und wieviele Fotos wohl weltweit pro Sekunde gemacht werden.
Und wieviele Milliarden Bilder insgesamt gemacht worden sind von uns Menschen.
(Und wieviele Menschen sich schon dieselben Gedanken gemacht haben.)

Und wieviele Bilder wohl noch gemacht werden.
Und ob das Foto einmal ausgestorben/veraltet sein wird.
Oder ob die Menschheit es schafft, dass es gar nicht soweit kommen muss, dass sich die Frage der vorigen Zeile stellen wird…

Berlin IV

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Die Warschauer Strasse – auch ein interessanter Teil Berlins. Nicht besonders schmuck, aber dennoch mit einem Charme ausgestattet, welcher schwer mit Worten zu beschreiben ist.
Als ich ankomme, finde ich ein unglaubliches Gewusel vor.
So viele Leute, die unterwegs sind. Trotz der Menschenmenge ist es ruhig hier.

Mehr Worte will ich nicht verlieren, und lasse die Bilder für sich sprechen.
Durch anklicken erscheinen die Fotos gross auf flickr.

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IMG_3978 Berlin IV weiterlesen

Berlin I

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Von Hauptstadt zu Hauptstadt. Am Sonntag bin ich von Bern nach Berlin gereist.

Was so als erstes auffällt:

Es ist heiss – viel heisser als in der Schweiz dieser Tage. Das ist natürlich schön.

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Die Velowege. Oder hier Radwege genannt. Es gibt sie, sie teilen sich den Platz auf dem Trottoir Gehsteig mit den Fussgängern. Die Radwege sind zwar abgetrennt vom Fussgängerbereich, aber ich glaube, ich würde mindestens ein Jahr brauchen, um mich daran zu gewöhnen, dass auf dem Gehsteig auch Fahrräder fahren, und ich entsprechend besser nicht auf dem Fahrradbereich spaziere. Ich erinnere mich, dass die Velowege-Situation in Hamburg genau gleich oder ähnlich ist: dort sind die die Fahrradwege, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sogar rot (hier je nach Stadtteil auch) – es nützte nichts, ich befand mich trotzdem immer wieder auf den nicht für Füssgänger gedachten Wegen und wurde „weggeklingelt“. Berlin I weiterlesen

Bilder von damals heute betrachtet

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Wenn ich Bilder anschaue, die ich vor ein paar Jahren gemacht und ins Internet gestellt habe, so gefallen mir viele jener Bilder gar nicht mehr so sehr. Genauer gesagt: vorallem die Bearbeitung der Fotos sagt mir weniger zu als damals.

Mit Fotografieren habe ich schon ziemlich früh angefangen; ich erinnere mich noch an meine erste Kamera, eine gelbe Kodakkamera aus Plastik, die ich bei einem Zeichnungswettbewerb gewonnen habe. Die Kamera hat nicht sonderlich lange existiert, meine Freude an der Fotografie jedoch schon – wenn auch mit Unterbrüchen.
Obschon ich wie gesagt schon eine Weile fotografiere, so bearbeite ich Bilder noch nicht sonderlich lange, erst seit ein paar Jahren, als ich mich der Digitalfotografie zugewendet habe. Am Anfang wurde natürlich vieles ausprobiert in verschiedensten Bildbearbeitungsprogrammen, und gemacht, ganz einfach weil es gemacht werden konnte.

Heute stelle ich Bilder immer noch äusserst selten unbearbeitet, respektive unbehandelt ins Internet. Jedoch versuche ich die Nachbearbeitung möglichst gering zu halten, ich habe den Anspruch, dass meine Fotos so aussehen, wie ich das Sujet erlebt habe – und da gehört nun mal ein kurzer „Optimierungsschliff“ dazu – schon nur aufgrund des Umstands, dass ich meine Bilder nach Möglichkeit im Rohformat aufnehme.

Ich bin ja schon gespannt, wie ich die heute gemachten Bilder in ein paar Jahren anschauen werde.

Neues Lomo-Objektiv: „New Petzval lens“

Am letzten Dienstag war es endlich soweit: das im Februar bestellte neue Objektiv traf endlich ein.
Froh war ich darüber, dass das Paket gerade noch Platz fand  im „Milchchäschtli“* (nicht zu verwechseln mit dem „Chuchichäschtli:)), und fünf Minuten nach dem Auspacken freute ich mich über das glänzende Objektiv in meinen Händen.

Das Petzval-Objektiv ist eine Neuauflage des gleichnamigen Objektiv-Klassikers aus dem Jahre 1840, und wird in Russland hergestellt, und ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich: in Gold oder in Schwarz, für Nikon- oder für Canon-Kameras.
Für welche Variante ich mich entschieden habe, ist auf dem Bild ersichtlich:

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Wie man sieht, ist das Objektiv nicht unbedingt leicht, und auch nicht gerade unauffällig. In der kurzen Zeit, in welcher ich nun mit dem Schmuckstück unterwegs bin, wurde ich auch schon mehrfach von Fremden angesprochen; vorwiegend von anderen Fotografierenden, die so etwas Fernrohr-ähnliches auf einer Kamera noch nie gesehen haben.

Technische Eigenheiten: Es handelt sich um ein Objektiv mit einer 85mm-Festbrennweite, die maximale Blendenöffnung beträgt F/2.2, die kleinste F/16. Fokussiert wird selbstverständlich manuell.

DSC07263 Neues Lomo-Objektiv: „New Petzval lens“ weiterlesen

wieder an die Oberfläche gespült

Ein mittlerweile schon älteres von mir gemachtes Bild habe ich gefunden auf dem „Switzerland Tourism’s Tumblr Channel“. Schön. Ich wusste ja gar nicht, dass Schweiz Tourismus auf Tumblr aktiv ist. Hat aber ein paar schöne Bilder dort.
Das zweite Bild oben rechts ist jenes von mir.

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Screenshot des Switzerland Tourism Tumblr-Blogs

Tausend Mal gehört: „Your camera does not matter“

Immer und immer wieder begegne ich dem Satz: your camera does not matter.
Mittlerweile fange ich solche Texte gar nicht mehr an zu lesen. Weil: es wird immer dasselbe erzählt, Erkenntnisse gibt es keine neuen.
Wohlverstanden: Die These an sich will ich hier nicht in Abrede stellen. Obschon ich der Meinung bin, ein gutes Werkzeug hilft einem eher, ein gutes Produkt zu erzeugen – nötige Fähigkeiten natürlich immer vorausgesetzt.
Nein, es ist die ewig wiederholte Leier, welche mich langweilt. Es gibt doch bei der Fotografie wahrlich spannendere Themen als die mittlerweile nicht mehr sehr neue Behauptung, dass die Wahl der Kamera nicht wichtig ist (so meine freie, sinngemässe Interpretation des Satzes) – oder?