Hitzegedanken

Diese Hitzetage. In der Stadt ist es besonders heiss. Da war es heute eine Wohltat, in die unterirdische, äusserst kühle Garderobe des Fitnesscenters zu gelangen. Doch da unten länger zu verweilen, ist nicht verlockend, da wären einerseits die Geruchskulisse, und ein schlechter Mobilempfang.

Die Sauna heute mutete weniger heiss an als üblich – bei näherer Betrachtung lag es nicht daran, dass der Körper mehr Hitze gewohnt ist. Der Ofen war lediglich auf 75 Grad Celsius eingestellt.

Ich bin fast versucht, ein Cartoon-Bild von der „KI“ generieren zu lassen, auf der ein Sauna-Gast einen Neuankömmling bittet, die Tür zu schliessen – nicht, dass die Hitze von draussen in die Schwitzstube schwappt. Die Zurückhaltung obsiegt, diese Worte hier müssen ausreichen. Manchmal, fast immer eigentlich, reichen Worte aus.

Alle sind nun davon betroffen

Im Zug sind nicht viele Leute, aber alle Abteile sind besetzt. Es ist ruhig, ich schaue mich um. Alle sind am Handy. Früher war es noch so eine Altersfrage, die Handy-Sache. Heute ist auch die ältere Generation sehr oft darauf schauend und wischend. Was bleibt, ist die fast andächtige Ruhe. Und die ist schön.

Das Schöne am über das Schöne schreiben

Gut, ich schreibe hier nicht nur über das Schöne. Jedoch aber vermeide ich über Negatives zu schreiben, seit vielen Jahren. Einfach, weil ich es kann und so will. Ohne dabei diesen Blog so wirken zu lassen, dass Texte hier mit Weichspüler behandelt wurden. 

Sicherlich eine Herausforderung, aber eine interessante, oder eben: eine schöne. 

Es liegt häufig – natürlich überhaupt nicht immer – an uns, was im Zentrum unserer Aufmerksamkeit steht. 

2024 – was die Zeit mit mir gemacht hat 

Wenn man vom Zug aus etwas in der Luft sieht und erst eine Drohne vermutet – und dann feststellt, dass es sich um einen Vogel handelt… 

Dann ist wohl etwas passiert, mit mir, der doch mehrheitlich in ländlichen Gefilden aufgewachsen ist. Aber das ist ja nun auch schon eine Weile her. 

Vieles ist nun mehr nicht mehr echt (und man sieht es noch)

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Gewisses bleibt, anderes nicht

„KI“ für die Massen – sie ist ja immer noch relativ neu. Und wir durchleben gerade eine Zeit, in der vor allem auch in Online-Medien auch sehr häufig KI-generierte Bilder als Beitragsbilder verwendet werden. Diese Bilder haben alle eins gemeinsam: Man erkennt sofort, dass es nicht „echte“ Bilder sind. Schöne neue Welt!
KI-Bilder werden ja sicher bleiben. Ich hoffe einfach, dass es möglichst rasch geht, dass die generierten Bilder nicht mehr so einheitsbrei-mässig aussehen werden.

PS: das Bild oben ist echt, also ein Abbild der Realität, jedenfalls fast. Eine störende Stromleitung oberhalb des Münsters habe ich – mit Lightroom auf dem Handy – innert Sekunden mit generativer KI entfernen lassen.  Dieser Umstand mag – in Kombination mit meinen vorigen Worten – mein derzeitig recht ambivalentes Verhältnis zu „KI“ ganz gut aufzeigen.

Vor der Street Parade (Ruhe vor dem Sturm)

Vor der Zugfahrt fragt mich ein Mann in der Unterführung im Bahnhof Bern, ob es hier zum Voie sept gehe. Ich bestätige dies. Ob der Zug hier nach Zürich fahre. Auch dies bestätige ich. Sein Ziel  scheint wohl dasselbe zu sein. Ich zeige suche auf die Nummer sieben, die man nun, beim Aufstieg zum Perron, schon sieht. „Voie sept?“, fragt er nochmals. Nochmals sage ich „Oui“.

Alleine fahre ich mit dem Zug von Bern nach Zürich. Es hat in der ersten Klasse mehr Leute als auch schon, ist aber ganz angenehm. Der Zug ist ein Doppelstöcker, und oben im ersten Stock fühlt es sich beim Blick aus dem Fenster so an, als würde man auf eine stumm geschaltete, sich sanft, aber dezidiert wegbewegende Welt hinunterschauen.

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