Film: Locke

through the fog

Im Film gehts, wie der Titel verrät, um Locke. Ivan Locke, um genau zu sein. Gespielt wird ebenjener von Tom Hardy. Andere Personen kriegt man im Film nicht zu sehen. Praktisch der ganze Film spielt auf der Strasse, lediglich am Anfang sieht man Locke in seinen Wagen einsteigen.
Beim Anschauen des Trailers wurde ich irgendwie irregeleitet. Erwartete ich  danach doch einen Krimi oder Thriller.
Diese Genre-Beschreibung passt aber gar nicht. Locke ist Bauleiter und Familienvater, und versäumt ein extrem wichtiges Projekt, weil eine Frau, mit der er eine Nacht zusammen war, schwanger ist und das Kind unterwegs. Und da er nicht wie sein eigener Vater sein will, macht er sich auf den Weg zum Spital. Dabei versucht er, so gut wie möglich Probleme auf der Baustelle telefonisch zu lösen, und beichtet des weiteren seiner Frau den einmaligen Ausrutscher und die Folgen davon.

Der Film ist insofern speziell, als dass er wie gesagt ausschliesslich in einem Auto spielt (und mich unweiterlich an „Nicht auflegen“ erinnert). Wobei „Locke“ sich doch ziemlich von „Nicht auflegen“ unterscheidet; jener Film spielt zwar hauptsächlich in einer Telefonzelle, im Gegensatz zu „Locke“ kriegt man noch andere Schauspieler/innen zu sehen. Film: Locke weiterlesen

overload

Untitled

Trams und Busse – sie fahren nicht mehr.
Ich merke es, als ich nach dem Arbeiten bei der nahen Bushaltestelle Menschentrauben sehen.
Dasselbe bei der Tramhaltestelle.
Auf der Infoanzeige stehen da, wo normalerweise Ankunftszeiten ersichtlich sind, nur Strichzeichen vor und nach dem Doppelpunkt, verheissungsvoll.
„Verkehrsüberlastung“ steht da als Grund für das Nicht-Fahren.
Das kommt hier in der Hauptstadt selten vor. Kleine Staus gibts zwar immer wieder in der Rush hour, aber verglichen mit anderen Städten sind die hiesigen stehenden  Fahrzeugschlangen normalerweise nicht der Rede wert, und auch schnell wieder aufgelöst.
Es ist ein schöner klarer Abend, die Entscheidung, zu Fuss ins Stadtzentrum zu gehen, fällt daher leicht.
Die Brücke, die über die Aare in die Stadt führt, trägt mehr Leute als sonst.
Ich sehe Gesichter, die ich nur selten sehe.
Einmal bin ich nicht sicher, ob ich diese eine junge Frau wirklich kenne. Und wenn ja, woher.
Dass sie mich kennt, verrät mir schnell das Lächeln auf ihrem Gesicht.
Die Stimmung unter den Wandernden ist trotz fehlenden Transportfahrzeugen nicht gereizt.
Eher im Gegenteil, sogar etwas Ausgelassenheit ist zu spüren.
Kein Wunder: es ist Herbst, es ist sonnig, gerade noch, und nicht allzu kalt.
Und Freitagabend.

Kommentare

bargain

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Vorallem bei alten Beiträgen werden im Moment Spammails angeschwemmt, in einem unschönen Ausmass – und nicht wenige schaffen es durch die Anti-Spamschleuse.
Bei alten Texten wird ja in der Regel sowieso nicht kommentiert.

Oliver Harris: der neue Ian Rankin?

Nocturnal London

Die Bücher von Ian Rankin um den Polizisten John Rebus habe ich geliebt, liebe ich immer noch. Sie haben mich durch meine Jugend begleitet, circa einmal im Jahr gabs ein neues Buch mit dem Antihelden Rebus – jener, rauchend und trinkend, mit unkonventionellen Methoden, war stets erfolgreich beim Lösen der Fälle im schottischen Edinburgh.

Ich bin erwachsen geworden, und John Rebus alt. Vor einigen Jahren ging er in Rente, löste dann „Cold Cases“ und ist nun wieder zurück beim CID (Criminal Investigation Department).
Doch irgendwie verloren die Geschichten um die etwas tragische Gestalt Rebus an Feuer – für mich ab dem Moment, als Rebus erstmalig den Polizeidienst verliess.

Auch die Bücher Rankins, die im selben Umfeld aber mit einer anderen Hauptfigur, Malcom Fox, erzählt wurden, waren auch nicht schlecht – aber mehr nicht. Vielleicht steht auch darum im neusten Wurf Rebus wieder im Vordergrund.

Die Enttäuschung über die Entwicklung der Rankin-Werke wird dadurch gemildert, dass ich vor einer Weile einen neuen Autoren, Oliver Harris (auch aus dem UK, aber aus London) entdeckt habe. „London Killing“ ist das Debütwerk von Harris, mit einer Hauptfigur (Nick Belsey), die John Rebus eigentlich gar nicht unähnlich ist – quasi eine jüngere, englische Version des Schotten Rebus, irgendwie. Wenn denn das Vergleichen eines Schotten mit einem Engländer erlaubt ist. Oliver Harris: der neue Ian Rankin? weiterlesen

Venedig IV

untitled

In Venedig kann man das: Mitten in den Menschenmassen stecken, welche nah am Wasser die Brücken überqueren wollen. Dann fünf Schritte nach rechts oder links machen, je nachdem, und man ist raus aus dem Gedränge.
Und man kann nach ein paar weiteren Schritten am Wasser sitzen, welches kleine Wellen schlägt, auch wegen der Boote, die da vorbeifahren. Und Leute ein- und ausladen.

Jede der Wellen ist einzigartig. Besonders schön sind sie alle, im September-Abend-Herbstlicht.
Die grossen Kreuzfahrtschiffe, mit welchen man Venedig auch in Verbindung bringt: sie bleiben aus.
Das einzige Schiff, das auffällt, ist eine protzige, verlassen wirkende Yacht, welche einen nicht-protzigen Frauennamen trägt. Wobei: gibt es überhaupt protzige Namen? Venedig IV weiterlesen

Schön dargestellt

soldiers
Soldaten der Schweizer Armee

Von Armeen & Co. – davon bin ich wahrlich kein Anhänger.

Einige Fotografien, die auf dem flickr-Stream der U.S. Airforce zu finden sind, mag ich aber sehr. Zum Beispiel diese Aufnahme, oder jene hier. Einfach grandios, oder?
Diese Bilder der amerikanischen Luftwaffe zeigen mir wieder einmal auf, wieviel Einfluss Fotografie haben kann.

Fotografien sind nicht subjektiv. Sie bilden das Motiv so ab, wie es jene/r hinter der Kamera abgebildet haben will.
Sei es im Guten oder im Schlechten.
Natürlich ist vieles gegeben, und gewisse Elemente sind unveränderbar. Dennoch, schon nur mit der Bildkomposition, dem Weglassen von gewissen Elementen et cetera pp. kann die Fotografin, der Fotograf seine Sicht der Dinge festhalten (und einem Publikum zeigen).

Keine neuen Erkenntnisse, ich weiss.
Aber das Betrachten der Airforce-Bilder bringt mich fast in ein Dilemma; einerseits sagt mir die Luftwaffe so ganz und gar nicht zu, andererseits mag ich die Schönheit der (Propaganda-)Bilder – sehr.