Film: Locke

through the fog

Im Film gehts, wie der Titel verrät, um Locke. Ivan Locke, um genau zu sein. Gespielt wird ebenjener von Tom Hardy. Andere Personen kriegt man im Film nicht zu sehen. Praktisch der ganze Film spielt auf der Strasse, lediglich am Anfang sieht man Locke in seinen Wagen einsteigen.
Beim Anschauen des Trailers wurde ich irgendwie irregeleitet. Erwartete ich  danach doch einen Krimi oder Thriller.
Diese Genre-Beschreibung passt aber gar nicht. Locke ist Bauleiter und Familienvater, und versäumt ein extrem wichtiges Projekt, weil eine Frau, mit der er eine Nacht zusammen war, schwanger ist und das Kind unterwegs. Und da er nicht wie sein eigener Vater sein will, macht er sich auf den Weg zum Spital. Dabei versucht er, so gut wie möglich Probleme auf der Baustelle telefonisch zu lösen, und beichtet des weiteren seiner Frau den einmaligen Ausrutscher und die Folgen davon.

Der Film ist insofern speziell, als dass er wie gesagt ausschliesslich in einem Auto spielt (und mich unweiterlich an „Nicht auflegen“ erinnert). Wobei „Locke“ sich doch ziemlich von „Nicht auflegen“ unterscheidet; jener Film spielt zwar hauptsächlich in einer Telefonzelle, im Gegensatz zu „Locke“ kriegt man noch andere Schauspieler/innen zu sehen. Film: Locke weiterlesen

Oliver Harris: der neue Ian Rankin?

Nocturnal London

Die Bücher von Ian Rankin um den Polizisten John Rebus habe ich geliebt, liebe ich immer noch. Sie haben mich durch meine Jugend begleitet, circa einmal im Jahr gabs ein neues Buch mit dem Antihelden Rebus – jener, rauchend und trinkend, mit unkonventionellen Methoden, war stets erfolgreich beim Lösen der Fälle im schottischen Edinburgh.

Ich bin erwachsen geworden, und John Rebus alt. Vor einigen Jahren ging er in Rente, löste dann „Cold Cases“ und ist nun wieder zurück beim CID (Criminal Investigation Department).
Doch irgendwie verloren die Geschichten um die etwas tragische Gestalt Rebus an Feuer – für mich ab dem Moment, als Rebus erstmalig den Polizeidienst verliess.

Auch die Bücher Rankins, die im selben Umfeld aber mit einer anderen Hauptfigur, Malcom Fox, erzählt wurden, waren auch nicht schlecht – aber mehr nicht. Vielleicht steht auch darum im neusten Wurf Rebus wieder im Vordergrund.

Die Enttäuschung über die Entwicklung der Rankin-Werke wird dadurch gemildert, dass ich vor einer Weile einen neuen Autoren, Oliver Harris (auch aus dem UK, aber aus London) entdeckt habe. „London Killing“ ist das Debütwerk von Harris, mit einer Hauptfigur (Nick Belsey), die John Rebus eigentlich gar nicht unähnlich ist – quasi eine jüngere, englische Version des Schotten Rebus, irgendwie. Wenn denn das Vergleichen eines Schotten mit einem Engländer erlaubt ist. Oliver Harris: der neue Ian Rankin? weiterlesen