Hitzegedanken

Diese Hitzetage. In der Stadt ist es besonders heiss. Da war es heute eine Wohltat, in die unterirdische, äusserst kühle Garderobe des Fitnesscenters zu gelangen. Doch da unten länger zu verweilen, ist nicht verlockend, da wären einerseits die Geruchskulisse, und ein schlechter Mobilempfang.

Die Sauna heute mutete weniger heiss an als üblich – bei näherer Betrachtung lag es nicht daran, dass der Körper mehr Hitze gewohnt ist. Der Ofen war lediglich auf 75 Grad Celsius eingestellt.

Ich bin fast versucht, ein Cartoon-Bild von der „KI“ generieren zu lassen, auf der ein Sauna-Gast einen Neuankömmling bittet, die Tür zu schliessen – nicht, dass die Hitze von draussen in die Schwitzstube schwappt. Die Zurückhaltung obsiegt, diese Worte hier müssen ausreichen. Manchmal, fast immer eigentlich, reichen Worte aus.

wie am Meer, aber nicht auf dem Mars

Bern, 6. April 2019

Es ist warm in der Stadt. Über 30 Grad. Auch unter den Sonnenschirmen vor den Beizen in der Innenstadt. Unter einem jener Schirme. Die Windstösse, die regelmässig sanft etwas Abkühlung – für ein paar Sekunden zumindest – bringen, sind willkommen. Fast fühlt es sich an, als wäre man am Meer, welches für die Bewegung in der Luft sorgt. Doch Meer haben wir hier keines.

Ein Tram fährt vorbei. Auf einer darauf angebrachten Werbung werden Marsianer willkommen geheissen.

Bern, 10. Juli 2016

Das Aareschwimmen

Ohne Titel

Als ‚Wahlberner‘ kann ich ja vielleicht halbwegs objektiv über etwas berichten, das die meisten Einheimischen hier einfach lieben: das Aareschwimmen. Wobei, wenn ich es mir überlege: das, was ich über das Aareschwimmen sagen werde, ist wohl auch nicht mehr und nicht weniger als eine Liebeserklärung, gerichtet an den Fluss, der da durch die Bundesstadt fliesst.

Seit etwa 10 Jahren schwimme ich im Sommer immer wieder gerne in der Aare. Meistens steige ich ein beim Eichholz, und schwimme oder lasse mich einfach mittragen bis zur Marzili-Badi. Jedoch nur, wenn die Bedingungen gut sind, das heisst, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist, das Wasser klar ist und kein Schwemmholz und ähnliches dahintreibt auf dem Wasser. Und natürlich hat die Sonne zu scheinen und auch die Wassertemperatur soll stimmen; ab 16 Grad wage ich mich in die Wassermassen. 16 Grad, das ist nicht gerade warm, aber wenn man sich etwas bewegt, so ist es nach einer halben Minute gar nicht mehr so schlimm. Wenn man dann so dahin treibt im Wasser, hört man, wenn man etwas abtaucht, das Rauschen der Kieselsteine, welche von der Aare in Bewegung versetzt werden. Das Geräusch fasziniert mich auch heute immer wieder. An einigen Stellen ist die Aare auch in der Mitte nicht sehr tief, das ist gut zu wissen, damit man nicht mit den Füssen unsanft den Grund touchiert.

Die Aare-Strecke Eichholz-Marzili mag ich aufgrund der hier etwas ungezähmten, durchaus auch mal mit Wellengang aufwartenden Aare, aber insbesondere auch wegen der einmaligen Kulisse, die die  Strecke mit sich bringt; zu Beginn ist die Aare gesäumt von Wald. Nach einigen Kurven blickt man dann auf zum Bundeshaus hinauf, das sich weiter oben majestätisch präsentiert. Und blickt man sich kurz um, hat man Blick auf den ‚Hausberg‘ Gurten.

In heissen Sommertagen, in welchen auch eine kalte Dusche erhitzte Körper nicht wirklich abkühlen kann, ist ein Aareschwumm einfach etwas wunderbares. Danach fühlt man sich richtig erholt, auch nach einem langen Arbeitstag, der Kopf ist durchlüftet und der Körper abgekühlt für die nächsten paar Stunden.

Vor etwa einem Jahr, als es auch sehr heiss war, begab ich mich nach dem abendlichen Aareschwimmen in die Stadt. Ein Mann mit Turban, der mir in einer Gasse begegnete, sagte mir im Vorbeigehen: „You are a very lucky man!“
Vielleicht hatte diese Feststellung ja auch etwas mit dem Aareschwumm zu tun.
Wär weiss!