Nichtdigitales Fotografieren

autumn walk

Immer wieder finde ich Lobeshymnen auf die Analoge Fotografie.

Von Entschleunigung ist meistens die Rede. Ein Film hat nur vierundzwanzig oder sechsunddreissig Bilder, diese Einschränkung helfe, bewusster zu Fotografieren, liest man oft.

Ich fotografiere häufig mit „nicht-digitalen“ Kameras, jedoch nicht aus dem genannten Grund. Dieser ist für mich nur beschränkt nachvollziehbar. Ich wage zu behaupten, dass ich mit einer digitalen Kamera genauso bewusst fotografieren kann.

Was ich an der Analogen Fotografie liebe, sind die Kameras, noch solide verbaut und mit einer tollen Haptik. Das unvergleichliche Klicken beim Auslösen, das Transportieren des Films. Und natürlich die Einzigartigkeit und die wunderbaren Farben eines jeden Films.

Nichtsdestotrotz: Ich liebe sie beide, die Analoge und die Digitale Fotografie. Beide haben ihre Vorzüge, und ich bin froh, mich nicht für eine der beiden Bilder-Aufnahme-Arten entscheiden zu müssen.

Smartphoneography

smartphoneography

Mit dem iPhone 5s in Schottland aufgenommene Bilder des National Geographic-Fotografen Jim Richardson gibt es hier zu sehen.

Die Bilder gefallen mir durchaus, weniger jedoch die Bildqualität; das Bildrauschen ist doch ziemlich ausgeprägt. Vielleicht aber ist das nur eine Folge der Bildbearbeitung. Und ja, auch ich bin der Meinung, dass Bildrauschen oder Körnung durchaus seinen Reiz haben kann, dennoch …

Was mich zum Nachdenken angeregt hat ist ein Kommentar von Eric Welch (eine Verlinkung direkt zum Kommentar ist leider nicht möglich, daher bei Interesse im Artikel nach unten scrollen).
Die Kleinbildfotografie scheint früher dieselbe Rolle gehabt zu haben, welche heute die Handykamera hat.
Und wie wir wissen, hat sich die Kleinbildkamera durchaus gegen die Grossformatkamera behaupten können.

Irgendwie ist es ja wirklich ähnlich mit den Smartphone-Knipsen. Jene werden immer leistungsfähiger und viele, die ich kenne, nutzen ihre Kompaktkamera kaum noch, stattdessen  wird mit dem Handy fotografiert.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass immer mehr Leute vermehrt nur noch mit dem Smartphone fotografieren – auch ambitionierte Fotografinnen und Fotografen.
Natürlich werden Spiegelreflex-Kameras et al. immer noch für gewisse Zwecke unersetzbar sein, aber Kompaktkameras werden wohl mit ziemlicher Sicherheit immer mehr an Bedeutung verlieren.

Persönlich kann ich (noch?) nicht allzuviel mit Handykameras anfangen.
Die Qualität der mit meinem Handy angefertigten Bilder ist zwar erstaunlich gut, jedenfalls bei Tageslicht. Bei schlechteren Lichtbedingungen kommt die Kamera dann schnell an ihre Grenzen und ist nicht mehr brauchbar.
Auch ein Grund für mich, nicht mit dem Handy zu fotografieren, ist die Haptik.
Eine „richtige“ Kamera (ich benutze das Wort „richtig“ mangels besserer Alternative) fühlt sich einfach viel angenehmer an in der Hand, und wenn die Kamera auch noch über einen Sucher verfügt, hat das Mobiltelefon sowieso schon verloren. Und dann wäre da noch die – kaum vorhandene – Tiefenschärfe bei den Handykameras ….

Auf alle Fälle bin ich gespannt auf die Zukunft der Fotografie und auch darauf, wie ich künftig Bilder schiessen werde.