Karussells und die Tristesse

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Karussells – das ist ja etwas, das Spass erzeugen soll, ebendafür da ist. Vorallem bei Kindern, natürlich. Aber nicht nur.

Auf mich haben Karussells (dieser Tage) jedoch eine triste Wirkung. Ich weiss auch nicht, warum. Ich habe nichts gegen diese aufwändig erstellten technischen Maschinerien, die (manchmal) liebevoll verziert sind. Und als Kind hatte ich sicherlich Freude daran, ich weiss es nicht mehr.

Am ersten Mal ist es mir heuer an der Bümplizer Chilbi aufgefallen, die Tristheit bei den genannten Objekten. Es lag vielleicht daran, dass es fast keine Leute hatte an der Chilbi, das lässt die Karussells (und den Vergnügungspark) natürlich nicht sonderlich vergnüglich aussehen. Vielleicht lag es aber auch an den alten, in die Jahre gekommenen Anlagen. Bei welchen es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, wie lange sie noch genutzt werden dürfen. Ob „Rösslispiele“ dieser Tage immer noch produziert werden? Vielleicht. Ich weiss es nicht. Vielleicht ist es ja das verzweifelte letzte Aufbäumen der Jahrmärkte, das ich spüre.

Wie auch immer. Gerade in der Tristesse liegt ja auch eine bestimmte Schönheit. Und jene Schönheit tragen die Karussells nun jedenfalls.

Existenzbeweis

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Es ist ja so eine Sache mit dem Winter. Vor einem Jahr, während der eigentlich kältesten Jahreszeit, gab es nur wenige wirklich fröstelnde Augenblicke. In diesem Winter ist es anders zum Glück, zumindest ab und zu. Es hat Schnee, der sich manchmal die Mühe macht, sich blicken zu lassen. Und auch kalt ist es, manchmal. In der Stadt hier merkt man es nur, wenn man sich von den Häuserreihen entfernt, und ungeschützt dasteht. Wenn man zurück zu den Lauben eilt, wo es windgeschützt ist und die warme Luft den grosszügig geheizten Geschäften entweicht, friert man auch in einer dünnen Winterjacke nicht.
Vorgestern, da sagte in der Stadt eine Frau zur anderen, feststellend, dass es gar keine Eiszapfen mehr gebe! Und sie hatte recht, trotz gelegentlichen Kälteeinbrüchen war es – hier im Unterland – nie solange kalt, dass Eiszapfen, Zeugen eines richtigen Winter und Beweis dafür zugleich, entstehen konnten. Doch siehe da, gestern machten die Vermissten ihre Aufwartung. Heute mögen sie schon wieder weg sein, da bin ich mir sicher, aber das macht nichts. Hauptsache, sie haben sich gezeigt, bewiesen, dass es sie noch gibt. Manchmal ist das nötig, das Beweisen einer Existenz. Nicht nur bei Eiszapfen.