Buch «Text» von Dmitry Glukhovsky

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Ein junger Mann, Ilja, kehrt nach 7 Jahren Straflager nach Moskau zurück. Im Straflager war er, weil er seine Freundin in einem Club vor dem Polizisten Petja beschützen wollte – der Polizist hat ihm dann in der Folge Drogen unterschoben.

Die einstige Freundin will nun nichts mehr von ihm wissen, und die Mutter ist kurz vor Iljas Rückkehr gestorben. Ilja macht den Polizisten Petja, wegen welchem er im Straflager war, ausfindig, bringt ihn um. Das iPhone des Polizisten nimmt er mit, und taucht darin ein. Durch die auf dem iPhone gespeicherten Nachrichten, Bilder und Videos lernt er das Leben des von ihm getöteten Polizisten kennen, und dessen Mitmenschen. Er gibt sich aus als Petja, mit dessen iPhone. Und das hat Folgen; für Ilja selber, und das Umfeld Petjas.

Die Handlung in «Text» ist oft sehr konstruiert, aber das Buch bleibt bis zum Schluss spannend, einerseits wegen dem, das da im Realen und im Digitalen passiert, aber anderseits auch wegen des Umstands, dass mit dem Buch eindrücklich aufgezeigt wird, was unser Telefon eigentlich alles über uns festhält – und nicht nur das, auch was das Telefon mit uns machen kann, wie es und beinflussen und prägen kann, wird eindrücklich beschrieben im 360-Seiten-starken Buch.

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Fredrik Welin, einstiger Chirug, lebt – nur mit Hund und Katze – auf einer Insel auf den Schären. Den einzigen Konkakt zur Aussenwelt hat er mit dem Postillion Ture Jansson, einem merkwürdigen Zeitgenossen, der immer Krankheiten zu haben glaubt und bei Frederik diesbezüglich jeweils um Rat bittet.

Der ehemalige Chirurg lebt sein Leben in der Abgeschiedenheit, da in der Vergangenheit etwas Schlimmes passiert ist. Was genau, wird erst im Laufe der Geschichte verraten. Mit dem Alleinsein ist es plötzlich vorbei, als Frederiks alte Flamme Harriet, an ihren Rollator gekettet, bei ihm aufkreuzt und ihn mit der Vergangenheit und noch nicht erfüllten Versprechungen konfrontiert.

Zusammen mit Harriet verlässt Frederik die Insel, um eine alte Versprechung einzulösen. Hierbei läuft aber nicht alles rund und wie vorgesehen, und es kommt zu einer Gegenüberstellung, von welcher Frederik nie geträumt hätte. Die Geschichte um den Einsiedler hat verschiedene Handlungsstränge, und liest sich sehr süffig, es ist ein wahrer Genuss, das Buch mit dem doch etwas speziellen Titel, dessen Zusammenhang mit der Geschichte anfangs nicht auf der Hand liegt, zu lesen.  Eine unbedingte Leseempfehlung!