Amsterdam II

An einem neuen Ort gibt es jeweils immer so viel zu entdecken. Am Ende, wenn man dann wieder abreisen muss, hat man nur einen Bruchteil gesehen. Aber das reicht, und man muss nicht das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben.

Häufig sieht man an einem neuen Ort zufällig Dinge, weil einfach das Timing stimmt, weil man Glück hat.

IMG_2410
Kanufahrer in Amsterdam

IMG_2450

IMG_2455 Der Fund Nemos IMG_2464 Die Sicht vom Nemo-Museum aus IMG_2466

IMG_2454 Eine Ähnlichkeit mit einer italienischen Kaffeemaschine ist dem Ding im Wasser nicht abzustreiten IMG_2524 Gut zu wissen: Es gibt gute Hotels in Amsterdam IMG_2430 Der Baum auf dem Gebäude hat es mir irgendwie angetan IMG_2427 Rechts die Fassade des Hotels IMG_2404

Amsterdam I

Von den Haag nach Amsterdam.

Weit ist es nicht, und im Zug gibts sogar WLAN.
Bei der Ankunft ist das Wetter in Amsterdam nicht gerade berauschend, die Stadt wirkt grau und farblos. In der Nähe des Hotels, im danebenliegenden Hafen, ist ein gelbes U-Boot geparkt. Das wirkt irgendwie surreal.

IMG_2395

Am zweiten Tag, an welchem die Stadt dann so richtig angeschaut wird, ist das Wetter zum Glück besser, meint es gut mit uns. Bei schönem Wetter ist Amsterdam hübsch, man sieht der Stadt die Geschichte an, es ist alles ganz beschaulich.

IMG_2475

Wobei einem manchmal Marihuana-Schwaden entgegenkommen, aber das gehört wohl dazu, hierher. Amsterdam I weiterlesen

Den Haag I

IMG_20151226_132532

Einen entspannten Eindruck macht Den Haag, machen die Leute hier. Ganz sicher liegt das nicht nur daran, dass Marihuana leicht erworben werden kann. Und auch die schnell fahrenden Velofahrerinnen und Velofahrer, die in eiligem Tempo daher rasen, tragen auch nicht dazu bei, dass ein Eindruck von Hektik entsteht (zumal hier die bei uns doch sehr verbereiteten E-Bikes hier praktisch nicht vorhanden zu sein scheinen).

IMG_2309

Eindrücklich ist der Strand bei Scheveningen, der mit einer grossen Weite aufzuwarten weiss, und mit sehr viel Sand. Es ist hier noch windiger als sonst in Den Haag, und der Sand fliegt in der Luft. Viele Kite-Surfende gibt es.

Dass Feiertage sind, merkt man nur bedingt. In den Geschäften, die offen haben, sind wahrlich grosse Menschenmengen anzutreffen. Von einer Festtagshektik, falls es sie denn hier gibt, ist nichts zu merken.

IMG_2257

Mit dem Wind hier ist es so eine Sache. Mal fegt er voller Wucht durch die Stadt, und so liegen viele Velos am Boden, das Wasser auf dem Fluss, der da neben dem Hotel liegt, scheint förmlich zu vibrieren. Und dann folgt wieder eine kurze Phase der (Wind-)Stille, und gleicht einem Moment der Erholung, des Verschaufens.

IMG_2324

Stockholm III

IMG_20150720_210217

Es ist neun Uhr abends, und ich bin gerade in der Innenstadt angekommen. Ich habe Hunger, und da die nächste Essbezugsmöglichkeit ein McDonald’s ist, begebe ich mich dorthin. Vor mir wartet ein Mann, auf seine Mahlzeit, vermutlich. Links neben mir ist der Essbereich. Ein Gitter wird heruntergefahren, der Essbereich damit unzugänglich gemacht. Der Mann vor mir zur Kassiererin, auf den nun abgesperrten Bereich hindeutend: „My wife is in there! And my kids!“

Stockholm II

Ein Spaziergang in der Nacht.
Es ist  noch Dienstag, und es ist jetzt ruhig, also auch tagsüber ist es nicht wirklich laut, ist doch die Stadt ziemlich weitläufig und die Leute verteilen sich, bis auf die paar Hotspots, an denen wirklich viel Leben ist.
Es ist nach elf Uhr, und zwar dunkel, aber nicht vollständig. Ich frage mich, ob die Lichter der Stadt für einen Restlichtbestand im Himmel sorgen, oder der Umstand, dass Stockholm so nördlich gelegen ist; erst ab 11 Uhr abends soll es dunkel sein, bis drei Uhr morgends, um diese Jahreszeit. Vielleicht sorgen aber auch beide Umstände dafür, dass der Himmel noch etwas glüht. Der Weg, auf dem ich mäandere – mäandern, das passt hier irgendwie, auch weil ich jetzt doch ganz nah am Wasser bin, wenn vielleicht auch nicht nah am Wasser gebaut – ist geteilt, auf der einen Seite verkehren Fussgänger/innen, auf dem anderen sind Velofahrende. Einige Velofahrerinnen und Velofahrer düsen an mir vorbei, erstaunlich ist, wieviele am Telefonieren sind. Es folgt ein Abschnitt, auf dem ich ganz alleine bin. Dann folgt, als wäre genug Ruhe gewesen, ein lauter Knall, es tönt wie eine Explosion. Ein kurzes Umsehen verschafft keine Klarheit, was da die Stille unterbrochen hat.

Einen festen Plan, wo ich genau hinmöchte, habe ich nicht. Dennoch kommt ein Gefühl des sich-verirrt-haben auf. Durch dieses Gefühl erlange ich auch – mindestens eine – neue Erkenntnis; dass der Zentralbahnhof ganz nah von meiner Unterkunft ist, und ich frage mich, warum in aller Welt das Taxi, das mich bei der Ankunft von jenem Zentralbahnhof zum Hotel einen so weiten Weg zurückgelegt hat. Aber vielleicht war es ja nötig, manchmal sind Wege für Fussgänger einfach kürzer.

Übrigens: auch wenn es gerade keine laute explosionsartige akustische Auffälligkeiten gibt, so ganz ruhig ist nachts in Stockholm es auch dann nicht unbedingt: die Strassen hier werden in der Nacht gereinigt. Was eigentlich auch Sinn macht, wenngleich es irritieren mag, wenn man laute Strassenreinigungsfahrzeuge zur späten Stunde nicht gewohnt ist und am Einschlafen ist. Aber es gibt störendere Geräusche, und irgendwie können die kleinen Putzfahrzeuge oder genauer deren Lärmemissionen sogar eine einschläfernde Wirkung erzielen. Irgendwie.

Stockholm I

Stockholm_20150720

Das Ankommen in einer noch nicht bekannten Stadt oder einem noch nicht bekannten Land kann einem bereits vieles verraten. Das denke ich auch, nachdem ich in Stockholm angekommen bin.

Beim Billetautomaten hat es eine lange Schlange.
Als ich an der Reihe bin mit Billet-Lösen, stelle ich die Sprache mit etwas Bedauern von Schwedisch auf Englisch um, da ich Schwedisch überhaupt nicht verstehe. Nach meiner Eingabe stelle ich fest, dass nur mit Karte bezahlt werden kann. Ich erinnere mich schwach daran, vor geraumer Zeit gelesen zu haben, dass in Schweden die Barzahlung massiv an Bedeutung verloren hat.  Beim Weg zum Zug erstelle ich innerlich ein Memo: bei einem allfälligen erneuten Besuch hier lohnt es sich, am ersten Arlanda-Express–Billet-Automaten vorbeizugehen, es folgen bis zum Bahnsteig noch weitere billet-veräussernde Exemplare, die deutlich weniger respektive gar keinen Andrang haben. Wobei, wenn ich das nächste Mal hier bin, was auch noch in den Sternen steht, mag es hier auch ganz anders aussehen. Wer weiss. Stockholm I weiterlesen

Zagreb II

IMG_20150521_204154_edit

Andere Länder, andere Sitten: Als ein Taxi benötigt wird, fragen wir den Concierge des Hotels in der Lobby. Der Concierge, ein älterer Mann, und ein Concierge, wie er im Buche steht, begleitet uns nach draussen, nimmt eine Trillerpfeife hervor, pfeift. Erfolgreich; prompt fährt ein Taxi die Auffahrt zum Hotel herauf.
Der Concierge erklärt noch: Das System mit dem Pfeifen sei zwar gut. Jedoch könne es auch Nebenwirkungen haben. Denn der Hauptbahnhof ist ganz nah.

Zagreb I

Warschau_Sheraton

Abends, in einer Hotelbar in Zagreb. Die Fensterfront erstreckt sich über eine ganze Wand, beim Hinausschauen wähne ich mich unwillkürlich in Bern, an einem bestimmten Ort dort werde ich versetzt, wegen dieses Gebäudes gegenüber und der Grünfläche rechts daneben, nur, um danach festzustellen, dass ich ein paar hundert Kilometer davon entfernt bin. Im ersten Moment sieht es ja draussen wirklich aus wie an dem Ort in den schweizerischen Gefilden, auch das blaue Bähnli, das vorbei fährt, passt; nur das Graffiti an der grauen Wand, das passt nicht so ganz, ebenso das Licht, das hier anderes, ganz anders ist als zuhause.

Die Metro-Münze

IMG_20141228_235024

Als ich letztes Jahr aus Russland zurückkam, blieb eine Münze, die zur Benutzung der Metro in St. Petersburg benutzt werden kann, übrig. Eigentlich nichts spezielles, doch für mich hatte das runde Scheibchen – und hat immer noch – eine spezielle Bedeutung. War doch die Russland-Reise bereichernd, eindrucksvoll, und obwohl ich nicht abergläubisch bin, wurde die Münze eine Art Glücksbringer für mich.
Als mir in diesem Sommer das Portmonee in Berlin geklaut worden ist, war die Münze interessanterweise, wohl dank glücklicher Umstände nicht mit im Portmonee, sondern zuhause in der Schweiz, und ist darum unverändert bei mir.

Auch dank der unscheinbaren Münze denke ich immer wieder an Russland, an die Menschen dort, an die russische Mentalität, aber natürlich auch die U-Bahnen.

Als ich neulich gelesen hatte, dass in Russland ebenjene Metro-Münzen in St. Petersburg gehortet werden, löste das sofort etwas aus in mir. Hat man doch andere Gefühle für ein Land, für eine Stadt, wenn man dort war und mit den Menschen in Kontakt war.
Und nie hätte ich gedacht, dass die kleinen, für wenig Rubel erhältlichen Metro-Münzen eine solche Bedeutung, auch medial, erhalten werden.

Zugfahren

Give Me Power

Nur noch ziemlich selten fahre ich Zug.
Unter der Woche ist es meistens nicht nötig, arbeite und wohne ich doch am selben Ort.
Ein wenig vermisse ich das Zugfahren ja.
Damals als ich noch pendelte (bis circa vor sieben Jahren), habe ich viel mehr gelesen.

Vor sieben Jahren – damals wurden die Züge noch nicht als Stromquelle genutzt. Heute profitiert fast ein jeder von den Steckdosen – in beiden Klassen der Züge.
(Eine Handy-Akkuladung hielt anno dazumal mindestens eine halbe Woche, Laptops waren noch nicht so schlank und leicht wie heute, und nicht sehr verbereitet.)

Das Bild im Innern des Zuges ist heute geprägt durch die – zumeist weissen – Kabel,  die etwas oberhalb der Köpfen der Sitzenden nach unten führen (Detail am Rande: In den SBB-Zügen zwischen Bern und Zürich hat es zwar pro Abteil zwei Steckdosen. Jedoch sind diese so weit oben angebracht, dass die Kabel der meisten Strom-Brauchenden zu kurz sind. Spannend anzusehen sind die kreativen Lösungsversuche, mit denen sich die Reisenden zu helfen wissen.)

Wie es wohl in sieben Jahren, im Jahr 2021, in unseren Zügen aussieht?