Existenzbeweis

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Es ist ja so eine Sache mit dem Winter. Vor einem Jahr, während der eigentlich kältesten Jahreszeit, gab es nur wenige wirklich fröstelnde Augenblicke. In diesem Winter ist es anders zum Glück, zumindest ab und zu. Es hat Schnee, der sich manchmal die Mühe macht, sich blicken zu lassen. Und auch kalt ist es, manchmal. In der Stadt hier merkt man es nur, wenn man sich von den Häuserreihen entfernt, und ungeschützt dasteht. Wenn man zurück zu den Lauben eilt, wo es windgeschützt ist und die warme Luft den grosszügig geheizten Geschäften entweicht, friert man auch in einer dünnen Winterjacke nicht.
Vorgestern, da sagte in der Stadt eine Frau zur anderen, feststellend, dass es gar keine Eiszapfen mehr gebe! Und sie hatte recht, trotz gelegentlichen Kälteeinbrüchen war es – hier im Unterland – nie solange kalt, dass Eiszapfen, Zeugen eines richtigen Winter und Beweis dafür zugleich, entstehen konnten. Doch siehe da, gestern machten die Vermissten ihre Aufwartung. Heute mögen sie schon wieder weg sein, da bin ich mir sicher, aber das macht nichts. Hauptsache, sie haben sich gezeigt, bewiesen, dass es sie noch gibt. Manchmal ist das nötig, das Beweisen einer Existenz. Nicht nur bei Eiszapfen.