verpuffte Eile

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Es ist Freitagabend. Die Adventszeit eilt dahin, ich ebenso, in den Lauben der Stadt. Ich komme wie so oft abends am Schweizer Hof vorbei, mit schnellem Schritt. Die Hektik der Mitmenschen hat sich auf mich übertragen, dies, obschon Wochenende ist, obschon ich jetzt eine Woche Ferien habe.
Dann höre ich ein Lied. Eines, das mir bekannt vorkommt, das mich beim zweiten Hinhören an meine Jugendzeit erinnert. „The bad touch“, von der Bloodhound Gang. Beim Vorbeigehen sehe ich: ein Strassenmusiker trägt es vor, am Boden sitzend, mit Gitarrenspiel.
Ich muss schmunzeln, wegen dem Lied, das auf diese Art vorgetragen, nur mit Gitarrenbegleitung, so ganz und gar nicht an diesen Ort passt, und dennoch oder gerade darum gerade perfekt ist. Die Eile ist verpufft, das Lied bleibt an mir hängen, auch als ich es nicht mehr hören kann. Es braucht wenig, um wieder auf den Boden geholt zu werden. Oder ist das Gegenteil der Fall, finde ich mich in einem Zustand der Entrücktheit wieder? – Egal, es fühlt sich gut an.