Bahnhöfe verstehen

Unbenannt

Ein Mädchen drückt auf die rot leuchtende Taste neben der Zugstür, damit die Mutter und es noch in letzter Minute einsteigen können. Die Tür des Zuges ist zu weit oben – oder das Perron zu weit unten – um dem Mädchen einen angenehmen Einstieg zu ermöglichen. Dennoch gelingt es Mutter und Kind, ins Zugsinnere zu gelangen. Der Zug fährt ab.

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Ich mag Bahnhöfe.
Winzige Bahnhöfe, aber auch grosse. Auf dem Land, aber auch in der Grossstadt.
Ich mag Bahnhöfe, wenn sie durchflutet sind von Menschenmengen, aber auch, wenn sie leer und verlassen sind.
Das Warten auf den Zug macht mir nichts aus, es gibt immer viel zu entdecken. Einzigartige Situationen oder Gespräche, die entstehen.
Wunderschöne Lichteinfälle, sei es am Morgen, am Mittag oder am Abend. Oder am Nachmittag. Oder irgendwann zwischen Morgen und Mittag.
Die Wartehäuschen, oftmals wunderhübsch in ihrer Hässlichkeit.
Die Zeit, die an nicht mehr ganz neuen Bahnhöfen nagt.
Das beklemmende Gefühl, wenn der Zug einfährt. Oder wenn ein Güterzug ohne zu stoppen mit unglaublicher Geschwindigkeit den Bahnhof durchfährt.

Bahnhöfe sind etwas unvergleichbares.

4 Gedanken zu „Bahnhöfe verstehen“

  1. Auf Bahnhöfen gehen Herzen auf Reisen. Nicht umsonst ist der Bahnhof in den Texten des Blues ein häufig verwendeter Topos.
    Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

  2. Der Bahnhof macht auch den ersten Eindruck der Stadt aus, finde ich.
    Von Zürich hatte ich nur Hektik gesehen und einen unübersichtlichen Bahnhof.
    Berlin war keine einzige Bank am Bahnhof zu finden. Wie soll man dann Geld holen?
    So ist das mit der ersten Impression.

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