inviting

In einem der grossen Warenhäuser, mitten in der Stadt. Hier zu sein mag ich sehr. Die Weite der Regale und Wege, die Gelassenheit, die hier meistens vorherrscht und für mich nicht erklärbar ist, bedeutet Einkaufen doch für die meisten Menschen nur Hektik.
Seit kurzer Zeit gibts auch in diesem Warenhaus die Möglichkeit des Selber-Waren-einlesen-und-bezahlen. “Self-Checkout”, nennt sich das hier, glaube ich. Auf alle Fälle fühlt es sich viel effizienter an, Wartezeiten gibts nur noch ganz selten. Automatisierung eben. Dachte ich zuerst. Wobei das ja nicht stimmt, nicht eine Maschine nimmt dem Menschen die Arbeit ab, sondern ein anderer Mensch; die Kundin/der Kunde der Kassiererin/dem Kassierer.

Auch im Einkaufszentrum kann man den kleinen Freuden des Alltags frönen. So wähle ich manchmal beim Checkout-Automaten als Sprache eine andere als Deutsch aus, zum Beispiel Englisch, und sofort macht sich ein Gefühl von Internationalität breit in mir, ein Gefühl der Grenzenlosigkeit, als wäre ich irgendwo, nur nicht hier. Wobei ich das Hier-Sein nicht in Abrede stellen will! Es ist schön, hier zu sein. Jetzt noch im Untergrund, jedoch Minuten später draussen in der angenehmen, da nun wirklich nicht kalten Novemberluft. Diese Luft, die die Frage aufwirft, ob der Winter ein typischer, kalter sein wird oder doch eher nicht, und es wieder so sein wird in der letzen vierten Jahreszeit. Ein kalter, schneereicher Winter, das wünsche ich mir! Das gedankliche Entfliehen in südlichere Gefilde zum Beispiel wäre so um vieles kontrastreicher.

the world is rushing by

Vom Land her kommend, war der Lärm der Stadt für mich etwas neues.
Ich mag ihn, mittlerweile, seit einer Weile – die Lebendigkeit, die er versprüht, die ihn verursacht. Ich mag es, mich darin zu befinden, Teil davon zu sein.
Oder auch einfach ihn zu spüren, zu hören, zu fühlen.
Aber auch das Ausblenden des Lärms, ihn zu verbannen. Zum Beispiel, indem ich das Balkonfenster schliesse, und schlagartig ist es ruhig.
Das mag ich. Die Möglichkeit, den Lärm auszublenden. Zu entscheiden; den Lärm zu geniessen, oder ihn nicht hören und spüren zu müssen.
Auswählen zu können. Das ist Luxus.

[…] “Can you sit alone in an empty room? Can you enjoy the joy of quiet?” […]

Artikel: auf zenhabits.net