Film: Locke

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Im Film gehts, wie der Titel verrät, um Locke. Ivan Locke, um genau zu sein. Gespielt wird ebenjener von Tom Hardy. Andere Personen kriegt man im Film nicht zu sehen. Praktisch der ganze Film spielt auf der Strasse, lediglich am Anfang sieht man Locke in seinen Wagen einsteigen.
Beim Anschauen des Trailers wurde ich irgendwie irregeleitet. Erwartete ich  danach doch einen Krimi oder Thriller.
Diese Genre-Beschreibung passt aber gar nicht. Locke ist Bauleiter und Familienvater, und versäumt ein extrem wichtiges Projekt, weil eine Frau, mit der er eine Nacht zusammen war, schwanger ist und das Kind unterwegs. Und da er nicht wie sein eigener Vater sein will, macht er sich auf den Weg zum Spital. Dabei versucht er, so gut wie möglich Probleme auf der Baustelle telefonisch zu lösen, und beichtet des weiteren seiner Frau den einmaligen Ausrutscher und die Folgen davon.

Der Film ist insofern speziell, als dass er wie gesagt ausschliesslich in einem Auto spielt (und mich unweiterlich an “Nicht auflegen” erinnert). Wobei “Locke” sich doch ziemlich von “Nicht auflegen” unterscheidet; jener Film spielt zwar hauptsächlich in einer Telefonzelle, im Gegensatz zu “Locke” kriegt man noch andere Schauspieler/innen zu sehen. Film: Locke weiterlesen

A long way down (Buch + Film)

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Die Bücher von Nick Hornby liebe ich. Also, die meisten jedenfalls. “A long way down” habe ich sofort gekauft, nachdem es erschienen ist. Es war das erste Hornby-Buch, das mich nicht vollends überzeugt hat – ja, gar enttäuscht war ich nach dem Fertig-lesen. Im Buch geht es um vier Personen, die alle in der gleichen (Silvester-)Nacht Suizid begehen wollen auf dem selben Hochhaus-Dach. Die Gegenwart der anderen hält ein/e jede/r davon ab, die geplante Tat zu tun – es springt niemand. Die vier Personen kommen sich näher, bilden eine Art verschworene Gemeinschaft.

Jede der vier Personen erzählt seine Geschichte – und darin lag für mich das Problem des Buches: Jede der vier Personen unterscheidet sich von der anderen, und zwar ziemlich stark. Alle Charaktere erzählen im Buch ihre Geschichte, aus der Ich-Perspektive – und obschon der Unterschiedlichkeit der Hauptprotagonisten liest sich jede der Geschichten irgendwie gleich, vom Erzählstil her – das verdarb mir den Lesegenuss.
NB: An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich das Buch auf Deutsch gelesen habe – wie es in der Originalsprache ist, vermag ich nicht zu beurteilen – und Hornby-Bücher sind zum Teil ziemlich anders auf Englisch – schon nur wegen der nicht wenigen Kraftausdrücke, die in der deutschen Übersetzung grosszügig weggelassen werden.

Als ich hörte, dass das Buch verfilmt werden soll, war ich optimistisch: zwar fand ich das Buch aus den genannten Gründen gar nicht toll, doch die Story an sich schon, und in einem Film wird ja nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern erzählt.

Als ich gestern endlich den Film anschaute, so wurden meine Hoffnungen bestätigt: Das Anschauen des Werkes war eine wahre Freude, Einerseits wurde die Geschichte schön erzählt, ziemlich emotionsvoll und andererseits kann der Film mit einem eindrucksvollen Schauspieler/innen-Aufgebot aufwarten (unter anderem spielen Toni Collette und Pierce Brosnan mit).
Der 92-minütige Film ist wahrlich gelungen, abwechselnd zwischen amüsant, ernsthaft, bedrückend, und rührselig.

“A long way down” – vermutlich das erste Mal, dass ich eine Buchverfilmung dem geschriebenen Werk vorziehe.

Grand Budapest Hotel

Schon beim Anschauen des Trailers wusste ich: diesen Film werde ich lieben. So war es dann auch.
Eigentlich mag ich zwar keine Zeitsprünge in Filmen, und The Grand Budapest Hotel wartet gar mit drei verschiedenen Zeiten des Geschehens auf. Da der Film jedoch so packend ist, machte mir das “Zeit-springen” auch gar nichts aus.

Packend ist der Film aus verschiedenen Gründen:
Die Geschichte ist eigentlich nicht sooo besonders. Jedoch wird sie auf originelle Art und mit viel Witz erzählt. Auch beinhaltet sie viele einfach einzigartige Momente, die einem einfach im Gedächtnis bleiben werden und so den Film unvergesslich machen.
Die Schauspieler/innen: Die sind ganz einfach grossartig. Vorallem der Concierge, Monsieur Gustave H., wird eindrücklich gespielt (von Ralph Fiennes).
Die Machart: Schon von Beginn an sind die Bilder packend. Die Orte, an welchen der Film spielt, sind unglaublich schön gemacht mit einer Liebe zum Detail. Überhaupt ist der Film optisch ein Kunstwerk – ja ein Bijou, nicht vergleichbar mit einem anderen Film.

Oft ertappe ich mich beim Film-schauen dabei, wie ich auf die Uhr schaue – langweilen mich doch viele der heutigen Filme, da einem ziemlich viel Einheitsbrei serviert wird dieser Tage. Bei Grand Budapest Hotel war dies nicht der Fall, im Gegenteil; die Zeit verflog wie im Fluge.
Willkommen in den Reihen meiner Lieblingsfilme, Grand Budapest Hotel!

Film: Prisoners

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Zwei Mädchen werden zu Beginn der Geschichte entführt. Ein potentieller Entführer ist schnell gefunden; ein etwas schwerfälliger junger Mann mit einem alten Camper. Der junge Mann (Paul Dano) wird von der Polizei verhört, muss dann aber mangels Beweisen wieder freigelassen werden.

Der Vater eines der entführten Mädchen, Keller Dover (Hugh Jackman), kann das auf-Freien-Fuss-Setzen des Verdächtigten nicht begreifen. So entführt er kurzerhand den Camper-Besitzer, und will ihn foltern – und macht dies dann auch-, um so den Aufenthaltsort der verschwundenen Mädchen zu ermitteln.

Währenddessen versucht auch der gewissenhafte Detective Loki (Jake Gyllenhaal) unermüdlich, die Mädchen zu finden.

Der Film hat sofort meine Aufmerksamkeit gewonnen. Vermutlich aufgrund der tristen Aufnahmen am Anfang. Schon nach wenigen Sekunden merkt man, dass dies kein allzu hoffnungsvoller Film ist. Auch als die Familie noch nicht auseinandergerissen ist, spürt man Probleme in der Familie Dover.

Ich fand die amerikanische Produktion als durchaus ansehenswert. Nicht fesselnd, aber auch nie langweilig. Ein Handlungsstrang, der hie und da zu überraschen mag.

Was ich am Film sehr mochte, waren die Charaktere der einzelnen Rollen. Einerseits sind die Schauspieler mehr als fähig, andererseits lässt das Gesehene auf einfühlsame Drehbuchautoren schliessen, denen man gewiss keine Realitätsverlust vorwerfen kann.

‘Prisoners’ stimmt nachdenklich, und zeigt eindrücklich auf, wie normale Menschen in verzweifelten Lagen reagieren können. Das Sehen des etwas über zweistündigen Films lohnt sich, ist aber nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter.

The Bling Ring: Nach dem Film

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Nun habe ich ihn konsumiert: den neuesten Wurf von Sofia Coppola, den Film The Bling Ring.

Als hätte ich es geahnt bei der Titelgebung des letzten Posts; am Ende war die Vorfreude tatsächlich grösser als die Freude während des Filmschauens.

Fairerweise muss ich sagen, dass dies nicht unbedingt an Frau Coppola, sondern vielmehr an der Geschichte per se liegt; die Geschichte soll auf wahren Begebenheiten basieren (und ich glaube tatsächlich, mich ab entsprechende Medienberichte erinnern zu können) – und lässt – ohne allzu viel verraten zu wollen, fast nur ein Ende zu.

Nicht nur das Ende ist sehr vorsehbar, sondern auch die Geschehnisse auf dem Weg dorthin.
Ausser den Einbrüchen geschieht im Film nicht viel. In einem Film muss auch nicht viel passieren, im vorherigen Coppola-Film, der viel “ereignisloser” ist hat mich das nicht gestört. Hier aber schon. Bei “Somewhere” passiert viel auf der zwischenmenschlichen Stufe, bei “The Bling Ring” nicht.

Was mich am Anfang extrem gestört hat, war, dass die Hauptdarsteller_innen derart unsympathisch wirken. Und man lernt sie nicht richtig kennen, man sieht wie gesagt grösstenteils nur, in Promi-Häuser einsteigen (und Party machen).

Den einzigen Einblick in das Leben der Jugendlichen war die Familiensituation zweier Protagonistinnen.
Die Mädchen werden nach meiner Interpretation zuhause von der Mutter unterrichtet (die Unterrichtsmethoden sind ziemlich absurd, was kein Wunder ist; die Familie gehört irgendeiner Sekte an). Die Mutter ist nicht der hellste Stern im Universum und sehr auf Wohlfühlen und Äusserlichkeiten bedacht – im Falle der beiden Mädchen ist es definitiv kein Wunder, dass sie auf die schiefe Bahn geraten.

Am Ende des Films gibts dann doch noch ein paar unterhaltsame Momente, die auch die amerikanische Gesellschaft oder zumindest Teile davon nicht gerade gut dastehen lässt – aus Spoilergründen verrate ich hier diesbezüglich nicht mehr.

Alles in allem konnte mich der Film überhaupt nicht fesseln, ich war froh, dass er nicht von langer Dauer war.
Ich hoffe, dass ein nächster Coppola-Film nicht allzulange auf sich warten lässt und mich mehr zu begeistern mag.

The Bling Ring: Vor dem Film. Oder: Vorfreude ist die grösste Freude

Es gibt ganz wenige Autoren oder Regisseure, bei denen ich schon im Vorfeld weiss oder zu wissen glaube, dass das neue Buch oder der neue Film einfach gut sein muss.

So z.B. bei Sofia Coppola: Ich freue mich jedes Mal ausserordentlich, wenn ein neues Werk von ihr erscheint.
‘Lost In Translation’ liebe ich, es ist einer meiner Lieblingsfilme, ‘Marie Antoinette’, zwar in den Medien unterschiedlich bewertet, mag ich auch sehr gerne, und ‘Somewhere’ ist einfach genial – die Meinung jener, die finden, dass der Film langweilig ist, kann ich nicht teilen.

Neu im Verleih erhältlich ist ‘The Bling Ring’. Erstaunlich irgendwie, dass mir der Film, als er in die Kinos kam, entgangen ist. Auf jeden Fall ist die Freude jetzt um so grösser, gibt es doch dieser Tage nicht gerade viele Filme, die mich interessieren.

Die Zusammenfassung von Wikipedia:

Die fünf Jugendlichen Rebecca, Marc, Nicki, Sam und Chloe planen aus Langeweile Einbrüche in den Villen von Hollywood. Zur Planung der Taten verwenden sie Google Earth und brechen in die Häuser von Paris Hilton, Orlando Bloom, Kirsten Dunst, Megan Fox, Rachel Bilson und Lindsay Lohan, sowie bei weiteren Stars, ein. Nach dem durchgeführten Einbruch stellen die Täter Fotos bei Facebook ein, auf denen sie mit dem Auto fahren, Kleidung und Schmuck der Opfer tragen. Einen Teil des Diebesgutes behalten die fünf Einbrecher, den Rest verkaufen sie, um Partys zu feiern.

Den Trailer gibts hier.

Ich werde jedenfalls berichten, wie mir der Film gefallen hat.

World War Z

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World War Z – einer der Filme, bei denen ein Nicht-schauen für mich nicht infrage kam.

Nicht dass ich mir all zu viel von dem Forster-Film versprach, aber gute Unterhaltung, das hatte ich schon erwartet.

Zu Beginn erlebt man ein New York, dessen Bewohner durchdrehen und zu Zombies mutieren, etwas später ein Israel, wo sich Jerusalem mit einer riesigen Mauer vor den Zombies schützt, um dann später trotzdem von den Untoten überrannt zu werden.

Die Bilder sind zum Teil eindrücklich, vorallem als die Zombies über die israelische Mauer klettern – das ist Blockbuster-Hollywood at its best.

Mit einem weissrussischen Flieger wird dann aus Israel geflüchtet, leider sind infizierte Passagiere an Bord, und dadurch sieht sich Brad Pitt gezwungen, im Flieger eine Granate (!) zu benutzen.
Pitt spielt im Film übrigens einen ehemaligen UN-Mitarbeiter, er ist ein Mann fürs Grobe und quasi Weltenretter.

Der Film ist nie langweilig, aber so richtige Spannung kommt auch nicht auf. Am Anfang gab es Momente, wo ich erschrak, weil irgendwoher unverhofft Zombies auftauchten. Aber daran gewöhnt man sich schnell. Etwas ermüdend ist, dass der Film keinen richtigen Handlungsstrang hat.
Es wird von Ort zu Ort gehetzt, das übertüncht die dürftige Handlung des Films ein wenig.

Der Schluss des Filmes besticht nicht durch Originalität, eigentlich ist das Wort “Schluss” gar nicht angebracht, denn der Film könnte an der Stelle genausogut noch weitergehen. Und das wird er wohl auch; eine Fortsetzung soll geplant sein.

Ich merke, dass ich immer weniger mit seichten tempo- und actiongeladenen Blockbuster-Filmen anfangen kann.