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Trams und Busse – sie fahren nicht mehr.
Ich merke es, als ich nach dem Arbeiten bei der nahen Bushaltestelle Menschentrauben sehen.
Dasselbe bei der Tramhaltestelle.
Auf der Infoanzeige stehen da, wo normalerweise Ankunftszeiten ersichtlich sind, nur Strichzeichen vor und nach dem Doppelpunkt, verheissungsvoll.
“Verkehrsüberlastung” steht da als Grund für das Nicht-Fahren.
Das kommt hier in der Hauptstadt selten vor. Kleine Staus gibts zwar immer wieder in der Rush hour, aber verglichen mit anderen Städten sind die hiesigen stehenden  Fahrzeugschlangen normalerweise nicht der Rede wert, und auch schnell wieder aufgelöst.
Es ist ein schöner klarer Abend, die Entscheidung, zu Fuss ins Stadtzentrum zu gehen, fällt daher leicht.
Die Brücke, die über die Aare in die Stadt führt, trägt mehr Leute als sonst.
Ich sehe Gesichter, die ich nur selten sehe.
Einmal bin ich nicht sicher, ob ich diese eine junge Frau wirklich kenne. Und wenn ja, woher.
Dass sie mich kennt, verrät mir schnell das Lächeln auf ihrem Gesicht.
Die Stimmung unter den Wandernden ist trotz fehlenden Transportfahrzeugen nicht gereizt.
Eher im Gegenteil, sogar etwas Ausgelassenheit ist zu spüren.
Kein Wunder: es ist Herbst, es ist sonnig, gerade noch, und nicht allzu kalt.
Und Freitagabend.

Manchmal, aber nur manchmal, sollten wir alle ein bisschen wie Friedrich Liechtenstein sein.

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Kurze Info:

Im Moment zumindest ist die Kommentarfunktion bei Beiträgen, die älter als 14 Tage sind, geschlossen.
Vorallem bei alten Beiträgen werden im Moment Spammails angeschwemmt, in einem unschönen Ausmass – und nicht wenige schaffen es durch die Anti-Spamschleuse.
Bei alten Texten wird ja in der Regel sowieso nicht kommentiert.

Nocturnal London

Die Bücher von Ian Rankin um den Polizisten John Rebus habe ich geliebt, liebe ich immer noch. Sie haben mich durch meine Jugend begleitet, circa einmal im Jahr gabs ein neues Buch mit dem Antihelden Rebus – jener, rauchend und trinkend, mit unkonventionellen Methoden, war stets erfolgreich beim Lösen der Fälle im schottischen Edinburgh.

Ich bin erwachsen geworden, und John Rebus alt. Vor einigen Jahren ging er in Rente, löste dann “Cold Cases” und ist nun wieder zurück beim CID (Criminal Investigation Department).
Doch irgendwie verloren die Geschichten um die etwas tragische Gestalt Rebus an Feuer – für mich ab dem Moment, als Rebus erstmalig den Polizeidienst verliess.

Auch die Bücher Rankins, die im selben Umfeld aber mit einer anderen Hauptfigur, Malcom Fox, erzählt wurden, waren auch nicht schlecht – aber mehr nicht. Vielleicht steht auch darum im neusten Wurf Rebus wieder im Vordergrund.

Die Enttäuschung über die Entwicklung der Rankin-Werke wird dadurch gemildert, dass ich vor einer Weile einen neuen Autoren, Oliver Harris (auch aus dem UK, aber aus London) entdeckt habe. “London Killing” ist das Debütwerk von Harris, mit einer Hauptfigur (Nick Belsey), die John Rebus eigentlich gar nicht unähnlich ist – quasi eine jüngere, englische Version des Schotten Rebus, irgendwie. Wenn denn das Vergleichen eines Schotten mit einem Engländer erlaubt ist. Weiterlesen

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In Venedig kann man das: Mitten in den Menschenmassen stecken, welche nah am Wasser die Brücken überqueren wollen. Dann fünf Schritte nach rechts oder links machen, je nachdem, und man ist raus aus dem Gedränge.
Und man kann nach ein paar weiteren Schritten am Wasser sitzen, welches kleine Wellen schlägt, auch wegen der Boote, die da vorbeifahren. Und Leute ein- und ausladen.

Jede der Wellen ist einzigartig. Besonders schön sind sie alle, im September-Abend-Herbstlicht.
Die grossen Kreuzfahrtschiffe, mit welchen man Venedig auch in Verbindung bringt: sie bleiben aus.
Das einzige Schiff, das auffällt, ist eine protzige, verlassen wirkende Yacht, welche einen nicht-protzigen Frauennamen trägt. Wobei: gibt es überhaupt protzige Namen? Weiterlesen

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Soldaten der Schweizer Armee

Von Armeen & Co. – davon bin ich wahrlich kein Anhänger.

Einige Fotografien, die auf dem flickr-Stream der U.S. Airforce zu finden sind, mag ich aber sehr. Zum Beispiel diese Aufnahme, oder jene hier. Einfach grandios, oder?
Diese Bilder der amerikanischen Luftwaffe zeigen mir wieder einmal auf, wieviel Einfluss Fotografie haben kann.

Fotografien sind nicht subjektiv. Sie bilden das Motiv so ab, wie es jene/r hinter der Kamera abgebildet haben will.
Sei es im Guten oder im Schlechten.
Natürlich ist vieles gegeben, und gewisse Elemente sind unveränderbar. Dennoch, schon nur mit der Bildkomposition, dem Weglassen von gewissen Elementen et cetera pp. kann die Fotografin, der Fotograf seine Sicht der Dinge festhalten (und einem Publikum zeigen).

Keine neuen Erkenntnisse, ich weiss.
Aber das Betrachten der Airforce-Bilder bringt mich fast in ein Dilemma; einerseits sagt mir die Luftwaffe so ganz und gar nicht zu, andererseits mag ich die Schönheit der (Propaganda-)Bilder – sehr.

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Mir sind sie das erste Mal in Venedig begegnet: die Selfie-Stangen.

An meist unmöglichen  Orten, z. B. auf den sowieso schon mit Menschen verstopften Brücken, werden sie versucht, an die Frau/den Mann zu bringen (z.T. gar an Leute, die schon mit einem normalen Stativ unterwegs sind).

Und allem Anschein nach nicht unerfolgreich; hier und da sieht man Käufer_innen des unsäglichen Produkts.

Meine Meinung deckt sich in etwa mit jener einer Passantin, wessen einziger Kommentar zur Stange folgender war: “What the fuck!”

Fliegen

Vom Zugfahren zum Fliegen.

Beim Fliegen früher, so vor circa zehn Jahren, ist nach erfolgreicher Landung nach einem Flug noch geklatscht worden – auch wenns manchmal holprig war. Hauptsache, man war unversehrt.

Heute, auch wenn die Landung makellos ist, wird aller allermeistens auf die Würdigung durch Klatschen verzichtet.
Irgendwie schade, finde ich!

Auch wenn Fliegen für viele heutzutage nichts spezielles mehr ist – für mich ist es immer noch nichts selbstverständliches (obwohl ich nicht selten Passagier in einem Flugzeug bin). Und ich finde es immer schön, wenn gute Arbeit auch gebührend gewürdigt wird.

Schon oft habe ich mir vorgenommen, zu klatschen, auch wenn ich der einzige bin – manchmal braucht es nur jemanden, der anfängt.

So sass ich kürzlich im Flieger, und vor der Ankunft hatte ich mir fest vorgenommen, nach der Landung zu klatschen.
Ich war bereit – und dann ertönt eine Info-Durchsage des Piloten. Der Moment ist vorbei – respektive es gab ihn gar nicht erst. Und keinen Applaus.

Give Me Power

Nur noch ziemlich selten fahre ich Zug.
Unter der Woche ist es meistens nicht nötig, arbeite und wohne ich doch am selben Ort.
Ein wenig vermisse ich das Zugfahren ja.
Damals als ich noch pendelte (bis circa vor sieben Jahren), habe ich viel mehr gelesen.

Vor sieben Jahren – damals wurden die Züge noch nicht als Stromquelle genutzt. Heute profitiert fast ein jeder von den Steckdosen – in beiden Klassen der Züge.
(Eine Handy-Akkuladung hielt anno dazumal mindestens eine halbe Woche, Laptops waren noch nicht so schlank und leicht wie heute, und nicht sehr verbereitet.)

Das Bild im Innern des Zuges ist heute geprägt durch die – zumeist weissen – Kabel,  die etwas oberhalb der Köpfen der Sitzenden nach unten führen (Detail am Rande: In den SBB-Zügen zwischen Bern und Zürich hat es zwar pro Abteil zwei Steckdosen. Jedoch sind diese so weit oben angebracht, dass die Kabel der meisten Strom-Brauchenden zu kurz sind. Spannend anzusehen sind die kreativen Lösungsversuche, mit denen sich die Reisenden zu helfen wissen.)

Wie es wohl in sieben Jahren, im Jahr 2021, in unseren Zügen aussieht?

Netflix

Screenshot: Netflix.com

Seit kurzem ist er auch in der Schweiz verfügbar: der Streaming-Dienst Netflix.
Ein Monat lang kann der Dienst gratis getestet werden.
Dieses Angebot habe ich genutzt, resp. nutze es immer noch. Geht doch ein Monat zum Glück nicht so schnell vorbei. Weiterlesen