Sun Island

IMG_20150314_154934

Hohe Erwartungen werden geschürt mit diesem Werbeschild. Wobei wir alle genau wissen, was uns da erwarten würde. Ohne dabei in einem Bräunungsstudio gewesen zu sein müssen. Diese Schilder, egal, wofür geworben wird, sehen nämlich immer so aus, sie wollen eine Sehnsucht wecken, doch dies ist nur Mittel zum Zweck. Um Sehnsucht geht es demjenigen, der das Schild aufgestellt hat, natürlich nicht.

Das Schild habe ich bei einer Tankstelle kurz vor Murten gesehen. Als ich beim Tankstellenshop meinen Einkauf bezahlt habe, gab ich dem Verkäufer nebst einigen Frankenstücken irrtümlicherweise eine Zwei-Euro-Münze. Diese Münze wurde mir höflich zurückgegeben, mit der Bemerkung, nur ‘richtiges’, echtes Geld könne entgegengenommen werden.

Zurück zum Schild. Ich frage mich, wie alt es wohl ist. Vielleicht sogar so alt wie ich? Und ob es das Solarium noch gibt?

Die wohl nie aufhörende Debatte um die Strassenfotografie

DSC08231

Sie ist wieder aufgefacht worden, die Diskussion über die Strassenfotografie. Dass es einfach nicht möglich sei, authentische ‘Strassenfotos’, wie ich sie hier vielleicht etwas salopp nenne, zu machen, wenn vorher, oder nachher eine Genehmigung der Fotografierten, des Fotografierten eingeholt werden soll, liest man. Und dass es ja quasi Chronistenpflicht ist, den Status Quo auf den Strassen fest zu halten mit der Kamera, sonst sieht man ja in der Zukunft nicht, wie es früher ausgesehen hat in der Stadt (damals, als die Autos noch nicht selbstfahrend waren)!
All dies leuchtet mir ein, irgendwie. Recht und Gesetz lasse ich mal aussen vor, mich interessieren genau so sehr moralische und ethische Gundsätze.

Ungeachtet oder trotz des Verständnisses, welches ich für die vorhin genannten Punkte habe, kann ich trotzdem uneingeschränkt zu den Worten stehen, die vor einiger Zeit geschrieben habe. Respekt ist wichtig, und die anfangs genannten Argumente sollen nicht als Ausrede gelten, alles und jeden, egal in welcher Situation, zu fotografieren, dem um-Aufmerksamkeit-heischen und der Sensation willen. Wenn man will, kann man vieles schönreden und rechtfertigen mit Worten.
Nein, wahre Strassenfotografie bildet für mich einen Zustand oder Moment oder eine Situation ab, es bedeutet, aufmerksam durch die Strassen zu ziehen, aufmerksam, und konzentriert, und wichtig: nicht ohne Seriosität.
Die Wünsche der Passanten zu respektieren (und trotzdem gute, und auch authentische Bilder machen), das geht auch ohne nach-Genehmigung-fragen, wenn man die Menschen nämlich wahrnimmt, sie zu verstehen versucht – das ist sowieso wichtig bei der Strassenfotografie, finde ich – dann merkt man in der Regel auch, und schnell, innert Sekunden oder Bruchteilen davon, ob es jetzt jemanden extrem stört, abgelichtet zu werden, oder ob sich die Person vielleicht gar freut, als Sujet oder Teil davon zu fungieren, auch das gibt es! Sensibilität ist dieser Tage umso wichtiger, und gesunder Menschenverstand schadet sowieso nie. Dann kommt es auch gut mit dem Fotografieren auf der Strasse – obwohl es soviele Fotografierende gibt mittlerweile.

Und irgendeines Tages sind vielleicht auch keine Grundsatzdebatten mehr nötig. Obwohl diese Grundsatzdebatten auch ihre Existenzberechtigung haben, und es ganz sicher sogar gut ist, wenn man das eigene Handeln, die eigene Vorgehensweise beim Fotografieren hinterfragt, ab und zu. Eine gelegentliche, wohldosierte Reflexion über das eigene Tun hat noch nie jemandem geschadet.

kleine Entscheidungen

untitled

Einkaufscenter und Musik – das ist ja so eine Sache. Eigentlich immer läuft in solchen Läden ständig irgendeine Melodie über – wenn man es sich genauer überlegt – immer unsichtbaren Lautsprecher. Mit dem Zweck, die Kundinnen und Kunden möglichst lange drinnen zu behalten, und doch nerven sich viele von uns über die Dauerberieselung.
Doch manchmal, da läuft, meistens gerade wenn man den Ausgang avisiert, ein Lied, ein Lied das man sehr mag, oder das einfach gerade passt. Und man sich entscheiden muss, ob man wirklich schon gehen soll, oder noch etwas bleibt.

Februarsonne

IMG_20150220_083248

Im Bus sitze ich, froh darüber, dass es gerade noch gereicht hat, das rote Transportfahrzeug zu erwischen. Die Abfahrtszeiten der Busse und Trams merke ich mir nie, wechseln sie doch jedes Jahr wieder, und die Zeit vergeht so schnell, die Jahre rasen so dahin, irgendwie. Und sowieso, eigentlich muss man hier in der Stadt manchmal ein paar Minuten an der Haltestelle warten, aber nie länger. ich schaue hinaus, jenseits der Strasse ist eine Mauer, dahinter das Gerippe von Sträuchern und Büschen, darauf wartend, vom Frühling wiederbelebt zu werden. Unvermittelt blicke ich in gleissend helles Licht – die Sonne, die da hinten aufgeht. Ein rarer Moment, so ganz und gar ungewohnt, glänzt doch die Sonne dieser Tage meistens durch Abwesenheit.
Fünfzehn Sekunden später, ich sehe einen grossen grünen Traktor mit farblich passendem Anhänger. Schon wieder ein seltener Anblick. Traktore und ihresgleichen, sie wirken in der Stadt immer so, als wären sie aus ihrer Umgebung gerissen worden, fremdplatziert.

Die Fotografie und ihre schönen Nebeneffekte

untitled

Das Fotografieren kann ein zweischneidiges Schwert sein. Das stete, nie endende auf-den-Auslöser-drücken kann dazu führen, dass man sich nicht auf etwas konzentrieren kann, zum Beispiel auf das Geniessen von Ferien. Wenn es nur noch darum geht, das perfekte Bild zu machen, und die Umgebung per se gar nicht mehr im Vordergrund steht und nur am Rande wahrgenommen wird (und man dafür mit 4’000 Bildern nach Hause kommt).
Im Idealfalle aber führt das Fotografieren dazu, dass man den Moment gar noch bewusster wahrnimmt, fördert doch das hinter-der Kamera-sein mit der Zeit das Schärfen der Sinne, verändert die Wahrnehmung etc. pp. – Das will vielleicht geübt sein oder eine gewisse Zeit muss hierfür verstreichen, es ist aber dennoch gar nicht schwierig und geschieht von selbst. Und das gute daran ist, dass dieses Bewusster-Wahrnehmen, das man sich durch das Fotografieren erwirbt, dann auch ohne Kamera nutzen kann. Und das  ist schliesslich etwas vom Grossartigsten, das “den Moment-geniessen”.