Früher gab es soviele neue Dienste, die ausprobiert werden wollten – und einige davon schafften es, eine gewisse oder grosse Wichtigkeit zu erlangen; facebook, twitter, instagram, tumblr, foursquare und wie sie alle heissen.

Anderen wiederum ist der grosse Start nicht so richtig gelungen, virb zum Beispiel, andere wiederum wurden ganz gross, sind aber mittlerweile ins Straucheln geraten (flickr – gehörte übrigens in den ersten Jahren nicht zu yahoo) oder erfinden sich neu (myspace).

Es machte Spass (vor circa 10 Jahren), Dienste dabei zu begleiten, während sie grösser und grösser wurden – oder eben verschwanden.

Irgendwie vermisse ich das Entdecken von neuen kleinen interessanten Tools im Web – liegt das an mir oder fehlen solche Projekte tatsächlich?
Natürlich, die Zeit ist eine ganz andere als vor ein paar Jahren, heute ist es zum Beispiel sicher schwerer Fuss zu fassen und zu reüssieren in der digitalen Welt, da gegen Bewährtes gekämpft werden muss – natürlich aber dennoch möglich.

Bim Fuessgängerstreife vorem Bahnhof.

Es isch sächsi, d Ferie si verbii, entsprächend viu Lüt warte druf das d Ample grüen wird.

Zwöi Type stöö näb mir, beidi hei äuä scho gnue trunke.
Der eint faat afa loufe, woner ungfähr ir Mitti vor Strass aacho isch, seit dä wo no nid losglofe isch lut, dases dr anger ja o ghört: “I blibe aube staah bises grüen isch, weisch, wäg de Ching! Nid das die när o zfrüeh losloufe, u när – päng – vomne Laschtwage übercharet wärde!”

Där anger, dr ungedudiger, brucht äs paar Sekunde biser begriift was si Kolleg gseit het – mittlerwile ischs grüen worde und d Strass vo de Fuessgänger bevöukeret – und faat afa lache und antwortet: “Gsesch du hie öppe Ching? Du bisch hie dr chlinscht!” – Dä mite guete Absichte, wo tatsächlech nid vo gröschter Statur isch, isch iz drann mit dänke und überprüeft, ob de nid gliich irgendwo Chind ume sii, und seit när: “Stimmt!”

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Die Bücher von Nick Hornby liebe ich. Also, die meisten jedenfalls. “A long way down” habe ich sofort gekauft, nachdem es erschienen ist. Es war das erste Hornby-Buch, das mich nicht vollends überzeugt hat – ja, gar enttäuscht war ich nach dem Fertig-lesen. Im Buch geht es um vier Personen, die alle in der gleichen (Silvester-)Nacht Suizid begehen wollen auf dem selben Hochhaus-Dach. Die Gegenwart der anderen hält ein/e jede/r davon ab, die geplante Tat zu tun – es springt niemand. Die vier Personen kommen sich näher, bilden eine Art verschworene Gemeinschaft.

Jede der vier Personen erzählt seine Geschichte – und darin lag für mich das Problem des Buches: Jede der vier Personen unterscheidet sich von der anderen, und zwar ziemlich stark. Alle Charaktere erzählen im Buch ihre Geschichte, aus der Ich-Perspektive – und obschon der Unterschiedlichkeit der Hauptprotagonisten liest sich jede der Geschichten irgendwie gleich, vom Erzählstil her – das verdarb mir den Lesegenuss.
NB: An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich das Buch auf Deutsch gelesen habe – wie es in der Originalsprache ist, vermag ich nicht zu beurteilen – und Hornby-Bücher sind zum Teil ziemlich anders auf Englisch – schon nur wegen der nicht wenigen Kraftausdrücke, die in der deutschen Übersetzung grosszügig weggelassen werden.

Als ich hörte, dass das Buch verfilmt werden soll, war ich optimistisch: zwar fand ich das Buch aus den genannten Gründen gar nicht toll, doch die Story an sich schon, und in einem Film wird ja nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern erzählt.

Als ich gestern endlich den Film anschaute, so wurden meine Hoffnungen bestätigt: Das Anschauen des Werkes war eine wahre Freude, Einerseits wurde die Geschichte schön erzählt, ziemlich emotionsvoll und andererseits kann der Film mit einem eindrucksvollen Schauspieler/innen-Aufgebot aufwarten (unter anderem spielen Toni Collette und Pierce Brosnan mit).
Der 92-minütige Film ist wahrlich gelungen, abwechselnd zwischen amüsant, ernsthaft, bedrückend, und rührselig.

“A long way down” – vermutlich das erste Mal, dass ich eine Buchverfilmung dem geschriebenen Werk vorziehe.

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21. Juli 2014

Beim Schreiben dieses Textes sitze ich in einem Restaurant, ganz nah am Brandenburger Tor.
So viele Fotos werden hier gemacht. Mit Handys, mit Fotoapparaten, mit Tablets. Rein vom Brandenburger Tor selber, aber oftmals auch mit Touristen im Vordergrund.

Ich frage mich, auf wievelen Fotos das Brandenburger Tor wohl zu sehen ist, und wieviele Fotos wohl weltweit pro Sekunde gemacht werden.
Und wieviele Milliarden Bilder insgesamt gemacht worden sind von uns Menschen.
(Und wieviele Menschen sich schon dieselben Gedanken gemacht haben.)

Und wieviele Bilder wohl noch gemacht werden.
Und ob das Foto einmal ausgestorben/veraltet sein wird.
Oder ob die Menschheit es schafft, dass es gar nicht soweit kommen muss, dass sich die Frage der vorigen Zeile stellen wird…

Venice Beach
Bild: Venice Beach, 2010

Schon oft habe ich mich gefragt, wie ich meine Wahlheimatstadt, Bern, wahrnehmen würde, wenn ich ein Tourist wäre, in einem anderen Land wohnen und Bern besichtigen würde.
Natürlich werde ich nie erfahren, wie meine Wahrnehmung, meine Eindrücke in einem solchen Fall sein würden.

Dafür aber hatte ich neulich wieder einmal die Möglichkeit, zu erfahren, wie Touristen “meine” Stadt sehen.

Ich bin nämlich einem älteren Ehepaar aus Kalifornien begegnet, welches das Naturhistorische Museum gesucht hat. Dabei entstand ein Gespräch, in welchem ich erfahren durfte, wie das Paar Bern erlebt:
Das Wetter: in Kalifornien sei es doch recht heisser, und über 330 Sonnentage hätten sie! Ich erklärte, dass es hier im Sommer normalerweise auch schöner und wärmer sei – der aktuelle Sommer sei aber leider schon von sehr viel Niederschlag geprägt.
Sehr sehr sauber sei es hier. Besonders gestaunt hätten sie, als sie auf der Strasse einen Mann gesehen haben, der auf der Strasse mit einer Greifzange Müll aufgesammelt habe – in Amerika würden die Strassen mit Reinigungswagen sauber gehalten.
Generell gefalle es ihnen hier sehr – nur diese Raucher überall! Das sei schon störend. Und,wie man es von Amerikanern vielleicht erwarten mag, wurde erklärt, dass man in Amerika schon weitgehend erkannt habe, dass Rauchen schädlich sei. Meine, vielleicht etwas lapidare, Antwort war, dass es in anderen Ländern doch extremer sei. Viele andere zusätzliche Antworten lagen mir auf der Zunge – Amerika und Gesundheit … –  da liesse sich doch einiges sagen, doch manchmal ist Schweigen Gold.

Das Paar zuckelte dann davon, mit der schliessenden Bemerkung, dass die Museen hier ein bisschen länger geöffnet sein dürften. Dennoch, sie waren zufrieden.
Ich auch. Ich bin gerne hier.

1. August. Heute ist der Nationalfeiertag hierzulande.
Feuerwerk kann schon Wochen vorher gekauft werden, die grossen Warenhäuser in der Stadt stellen hierfür gar Jahr für Jahr eigens für diesen Zweck Stände auf, behängt mit unzähligen Schweizer Flaggen.

Den einzigen Knall an diesem Tag höre ich, als ich im unterirdischen Teil des Bahnhofes an der Kasse meine Verpflegung zahle – irgendein intelligentes Wesen hat in den Gängen hier unten einen Knallkörper oder eine Rakete gezündet.

Einige Stunden später, auf der Fromatt angekommen, ist geplant, eine Wanderung zu machen. Ziel ist der Seebergsee. Das Wetter ist sehr wankelmütig und wechselt fast im Minutentakt, zwischen Sonnenschein und Regenschauer.

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Die Lichtsituationen sind einzigartig, und freuen mich besonders, macht das Fotografieren so doch besonderen Spass.

Bis zum Fromattgrat gelangen wir, wo wir gastfreundlich begrüsst und auch verpflegt werden. Ich werde eingeladen, den Stall zu besichtigen. Weiterlesen

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Die Warschauer Strasse – auch ein interessanter Teil Berlins. Nicht besonders schmuck, aber dennoch mit einem Charme ausgestattet, welcher schwer mit Worten zu beschreiben ist.
Als ich ankomme, finde ich ein unglaubliches Gewusel vor.
So viele Leute, die unterwegs sind. Trotz der Menschenmenge ist es ruhig hier.

Mehr Worte will ich nicht verlieren, und lasse die Bilder für sich sprechen.
Durch anklicken erscheinen die Fotos gross auf flickr.

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when the curtain falls

Rückflug in die Schweiz.

Von der vordersten Economy-Reihe aus hat man, solange die Vorhänge noch nicht gefallen sind, Einblick in die Business-Klasse. Ein Typ darin sieht ziemlich exzentrisch aus; älterer Herr, gelbes T-Shirt, das verbliebene graue Haar ziemlich lang, aber fein gekämmt, langer Bart, die Barthaare sehen wie Fäden aus.
Der Kerl hat eine ziemlich profimässige Kamera bei sich. Meine Vorstellungskraft beginnt produktiv zu werden. Ich stelle mir vor, dass der Mann vielleicht ein erfolgreicher Fotograf ist, geniale Bilder schiesst und wie gesagt etwas exzentrisch ist, auch, weil er sich das leisten kann, und man es gar von ihm erwartet. Das Phantasieren nimmt ein Ende und ich verwerfe diese Theorie, als ich feststelle, dass der Mann Selfies macht, mehrere, aus verschiedenen Positionen.

Wobei: auch ein genialer Weltklasse-Fotograf kann/darf Selfies machen, oder?

Vielleicht stimmt meine Theorie ja doch.

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Es ist Mittwochabend.

Ich sitze vor dem Hotel, geniesse die Abendsonne.
Vor dem Hotel warten einige Taxis auf Kundschaft. Bei allen Wagen handelt es sich um hellelfenbein-farbene Mercedes. Spannend ist es, zuschauen, wie die Taxis frequentiert werden.
Da passiert mindestens eine halbe Stunde lang nichts, dann sind innerhalb einer Minute vier Wagen gefragt. Für ganz kurze Zeit ist die Taxischlange deutlich kürzer, ja fast aufgebraucht – und verdient den Namen “Schlange” nicht mehr.
Doch es dauert nicht lange, und alle Plätze sind wieder besetzt.
Ein endloser Prozess, der wohl niemals aufhören wird.

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Am aussergewöhnlichsten sind all die verschiedenen pulsierenden Orte in den verschiedenen Stadtteilen.
Häufig gibt es in Städten nur eine pulsierende Zone (wenn denn überhaupt) – nicht so in Berlin. Aber eigentlich nicht erstaunlich, bei der Grösse (und Geschichte) der deutschen Millionenstadt.

Vielfältig. Auch das ist Berlin. Und nicht nur auf Westen und Osten bezogen.

Mein innerer Kompass funktioniert nicht mehr. Das Orientieren fällt mir äusserst schwer hier (ohne Stadtplan, und auch mit ists nicht immer einfach).
Normalerweise finde ich mich gut in zurecht in grossen Städten, hier “harzt” es ein wenig.

So viele Brücken. Im Flugzeug auf der Hinreise habe ich eine Frau sagen hören, dass es in Berlin mehr Brücken als in Venedig gibt. Ich weiss nicht, ob das stimmt, aber ich glaube es gerne.

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Neu-und-Alt-Vermischung. Gibt es in Berlin zuhauf, unter anderem der Bundestag – um nur eines von ganz vielen Beispielen zu nennen.

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