Als hätte ich die Zeit angehalten

hartes Pflaster

Auf dem Weg zur Arbeit, im Bus, im kalten Winter. Ich stehe, viele andere Mitfahrende auch, einige sitzen. Ich löse meine Armbanduhr vom Handgelenk. Habe ich sie doch ein paar Tage nicht getragen; vorhin habe ich sie aufgezogen, die Uhr läuft nun wieder, nun muss ich nur noch die Zeit einstellen und das Datum justieren. Ich ziehe die Krone hervor, das Uhrwerk bleibt stehen, wie üblich, wenn die Krone nicht eingerastet ist. Ich blicke auf. Der Bus steht still, vor einer Ampel, die Mitmenschen um mich sind stumm, bewegungslos, wie erstarrt. Als wäre die Zeit angehalten worden – als wäre das Stillstehen meiner Uhr der Grund für das Gleich- oder Ab- oder Stillschalten der Menschen um mich herum. Die Zeit ist für einen kurzen Moment eingefroren, so fühlt es sich an. Eingefroren ist auch die Welt ausserhalb des Busses, aber temperaturbedingt.

Amsterdam II

An einem neuen Ort gibt es jeweils immer so viel zu entdecken. Am Ende, wenn man dann wieder abreisen muss, hat man nur einen Bruchteil gesehen. Aber das reicht, und man muss nicht das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben.

Häufig sieht man an einem neuen Ort zufällig Dinge, weil einfach das Timing stimmt, weil man Glück hat.

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Kanufahrer in Amsterdam

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IMG_2455 Der Fund Nemos IMG_2464 Die Sicht vom Nemo-Museum aus IMG_2466

IMG_2454 Eine Ähnlichkeit mit einer italienischen Kaffeemaschine ist dem Ding im Wasser nicht abzustreiten IMG_2524 Gut zu wissen: Es gibt gute Hotels in Amsterdam IMG_2430 Der Baum auf dem Gebäude hat es mir irgendwie angetan IMG_2427 Rechts die Fassade des Hotels IMG_2404

Amsterdam I

Von den Haag nach Amsterdam.

Weit ist es nicht, und im Zug gibts sogar WLAN.
Bei der Ankunft ist das Wetter in Amsterdam nicht gerade berauschend, die Stadt wirkt grau und farblos. In der Nähe des Hotels, im danebenliegenden Hafen, ist ein gelbes U-Boot geparkt. Das wirkt irgendwie surreal.

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Am zweiten Tag, an welchem die Stadt dann so richtig angeschaut wird, ist das Wetter zum Glück besser, meint es gut mit uns. Bei schönem Wetter ist Amsterdam hübsch, man sieht der Stadt die Geschichte an, es ist alles ganz beschaulich.

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Wobei einem manchmal Marihuana-Schwaden entgegenkommen, aber das gehört wohl dazu, hierher. Amsterdam I weiterlesen

Den Haag I

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Einen entspannten Eindruck macht Den Haag, machen die Leute hier. Ganz sicher liegt das nicht nur daran, dass Marihuana leicht erworben werden kann. Und auch die schnell fahrenden Velofahrerinnen und Velofahrer, die in eiligem Tempo daher rasen, tragen auch nicht dazu bei, dass ein Eindruck von Hektik entsteht (zumal hier die bei uns doch sehr verbereiteten E-Bikes hier praktisch nicht vorhanden zu sein scheinen).

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Eindrücklich ist der Strand bei Scheveningen, der mit einer grossen Weite aufzuwarten weiss, und mit sehr viel Sand. Es ist hier noch windiger als sonst in Den Haag, und der Sand fliegt in der Luft. Viele Kite-Surfende gibt es.

Dass Feiertage sind, merkt man nur bedingt. In den Geschäften, die offen haben, sind wahrlich grosse Menschenmengen anzutreffen. Von einer Festtagshektik, falls es sie denn hier gibt, ist nichts zu merken.

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Mit dem Wind hier ist es so eine Sache. Mal fegt er voller Wucht durch die Stadt, und so liegen viele Velos am Boden, das Wasser auf dem Fluss, der da neben dem Hotel liegt, scheint förmlich zu vibrieren. Und dann folgt wieder eine kurze Phase der (Wind-)Stille, und gleicht einem Moment der Erholung, des Verschaufens.

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Das sich täuschen und die Ungewissheit

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Manchmal, denkt man sich, wie sehr man sich doch in jemandem getäuscht hat. Und dann später feststellt, dass man sich geirrt hat; dass die neue Erkenntnis, die man glaubt, erlangt zu haben, und aufgrund der man glaubte, sich in jemandem getäuscht zu haben, so gar nicht stimmt. Vielleicht. Oder vielleicht auch nicht. Die Ungewissheit, sie ist ein mieses Stück. Und dennoch können wir froh sein, gibt es sie. Alles wissen wollen wir nicht, und die Allwissenheit, sie wäre belastend und langweilig gleichzeitig.

Spectre

Ein neuer Bond, das ist ja immer Pflichtprogramm. Die erste Hälfte von Spectre fand ich nicht so packend (aber das liegt vielleicht an mir, das mit den ersten Hälften…), die zweite dafür umso mehr. Bei Bond-Filmen erwartet man ja nicht unbedingt einen Riesen-Realitätsbezug. Daher finde ich die Leute im Kino amüsant, die immer kommentieren müssen, wenn etwas überhaupt nicht realistisch war. Es ist ja gerade das unrealistische, das die Bond-Filme mit ausmacht. Und der Humor. Und einige Szenen, die unter anderem aufgrund dessen, dass sie einfach unvergleichbar sind, in Erinnerung bleiben, und nicht nur als Erinnerungen bleiben, sondern dazu beitragen, dass Bond weiterhin einzigartig ist, und Kult bleibt; ungeachtet des krassen Product Placements – welches wenigstens ehrlich ist (und sogar noch vor dem Start des Films beworben wird, wie ironisch, eigentlich).

Spectre fand ich einen der besten Bond-Filme der letzten Jahre – und auf alle Fälle den besten mit Craig, den ich sowieso stets mochte als Bond.