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Mir sind sie das erste Mal in Venedig begegnet: die Selfie-Stangen.

An meist unmöglichen  Orten, z. B. auf den sowieso schon mit Menschen verstopften Brücken, werden sie versucht, an die Frau/den Mann zu bringen (z.T. gar an Leute, die schon mit einem normalen Stativ unterwegs sind).

Und allem Anschein nach nicht unerfolgreich; hier und da sieht man Käufer_innen des unsäglichen Produkts.

Meine Meinung deckt sich in etwa mit jener einer Passantin, wessen einziger Kommentar zur Stange folgender war: “What the fuck!”

Fliegen

Vom Zugfahren zum Fliegen.

Beim Fliegen früher, so vor circa zehn Jahren, ist nach erfolgreicher Landung nach einem Flug noch geklatscht worden – auch wenns manchmal holprig war. Hauptsache, man war unversehrt.

Heute, auch wenn die Landung makellos ist, wird aller allermeistens auf die Würdigung durch Klatschen verzichtet.
Irgendwie schade, finde ich!

Auch wenn Fliegen für viele heutzutage nichts spezielles mehr ist – für mich ist es immer noch nichts selbstverständliches (obwohl ich nicht selten Passagier in einem Flugzeug bin). Und ich finde es immer schön, wenn gute Arbeit auch gebührend gewürdigt wird.

Schon oft habe ich mir vorgenommen, zu klatschen, auch wenn ich der einzige bin – manchmal braucht es nur jemanden, der anfängt.

So sass ich kürzlich im Flieger, und vor der Ankunft hatte ich mir fest vorgenommen, nach der Landung zu klatschen.
Ich war bereit – und dann ertönt eine Info-Durchsage des Piloten. Der Moment ist vorbei – respektive es gab ihn gar nicht erst. Und keinen Applaus.

Give Me Power

Nur noch ziemlich selten fahre ich Zug.
Unter der Woche ist es meistens nicht nötig, arbeite und wohne ich doch am selben Ort.
Ein wenig vermisse ich das Zugfahren ja.
Damals als ich noch pendelte (bis circa vor sieben Jahren), habe ich viel mehr gelesen.

Vor sieben Jahren – damals wurden die Züge noch nicht als Stromquelle genutzt. Heute profitiert fast ein jeder von den Steckdosen – in beiden Klassen der Züge.
(Eine Handy-Akkuladung hielt anno dazumal mindestens eine halbe Woche, Laptops waren noch nicht so schlank und leicht wie heute, und nicht sehr verbereitet.)

Das Bild im Innern des Zuges ist heute geprägt durch die – zumeist weissen – Kabel,  die etwas oberhalb der Köpfen der Sitzenden nach unten führen (Detail am Rande: In den SBB-Zügen zwischen Bern und Zürich hat es zwar pro Abteil zwei Steckdosen. Jedoch sind diese so weit oben angebracht, dass die Kabel der meisten Strom-Brauchenden zu kurz sind. Spannend anzusehen sind die kreativen Lösungsversuche, mit denen sich die Reisenden zu helfen wissen.)

Wie es wohl in sieben Jahren, im Jahr 2021, in unseren Zügen aussieht?

Netflix

Screenshot: Netflix.com

Seit kurzem ist er auch in der Schweiz verfügbar: der Streaming-Dienst Netflix.
Ein Monat lang kann der Dienst gratis getestet werden.
Dieses Angebot habe ich genutzt, resp. nutze es immer noch. Geht doch ein Monat zum Glück nicht so schnell vorbei. Weiterlesen

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18. September

Venedig ist nicht riesig. Darum habe ich schon am ersten Tag ziemlich viel von der Stadt gesehen.
Für heute ist ein Besuch auf Murano und San Michele vorgesehen. Murano ist bekannt für seine Glasbläsereien, San Michele ist die Friedhofsinsel Venedigs.

Beide Inseln sind wunderbar einfach zu erreichen mit dem Vaporetto – für dieses Transportmittel lohnt es sich übrigens durchaus eine Tages eine Tageskarte für mind. einen Tag zu lösen (ein Tag: 20€, zwei Tage: 30€; recht billig, finde ich). Weiterlesen

Am Morgen  nach der Ankunft in Venedig sehe ich die Wasserstadt das erste Mal tagsüber. Die Sonne meint es gut und lässt die Stadt und die Kanäle in herbstlichem Glanz erstrahlen.

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Die Stimmung ist heiter, kein Wunder bei dem Wetter und den warmen Temperaturen.
Zuerst verirre ich mich gehörig; statt in der Stadtmitte gelange ich an einen der südlichsten Punkte der Stadt. Und habe die Orientierung dermassen verloren, dass ich nicht mehr zurückfinde – auch das Einschalten des Natels und die Hilfe der üblichen Kartendienste helfen nicht viel.
Ich beschliesse, mich einfach treiben zu lassen, irgendwann finde ich dann schon wieder zurück. Und geniesse das “Being lost in Venice”-Gefühl.
Das Positive am sich-verirren in einer fremden Stadt ist, dass man so Bezirke und Dinge sieht, die ein normaler Tourist sonst nicht unbedingt zu Gesicht bekommt. Keine Stadt hat schliesslich nur auf Hochglanz polierte Viertel, und häufig sind die “unbehandelten” Quartiere die interessantesten. Weiterlesen

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Die Landung auf dem Marco Polo-Flughafen ist später als geplant. Der Abflug in der Schweiz war etwa eine Stunde später als gedacht, und obschon der Pilot bei der Flugzeit aufgeholt hat – mindestens eine Viertelstunde kürzer als vorgesehen: bei so einer kurzen Strecke kann man nicht viel Zeit mehr gewinnen.
Für mich spielt das keine Rolle – ich habe Ferien und eine Stunde mehr oder weniger, who cares.
Wie auch immer – bei der Landung auf dem italienischen Flughafen war noch etwas Licht vorhanden. Beim Verlassen des Flughafens dann aber schon nicht mehr.
Ich gehe den Weg zu den Vaporettos – Venedigs Wassertaxis. Ebenjene sind die öffentlichen Verkehrsmittel der Lagunenstadt, und viel preiswerter als wenn privat eine Gondel angemietet wird. (Die selbe Situation wie bei uns mit Bussen und Taxis, plus Wasser.)

Viele Mitpassagiere hats nicht auf dem Transportschiff; ein Gruppe gutgelaunter kanadischer Frauen um die Fünfzig aus British Columbia, ein Pärchen aus den Staaten und zwei Venezianer.

Was zuerst auffällt, ist, dass die Vaporettos auf einer Art Wasserstrasse fahren (ehe die Zielstadt erreicht ist). Nämlich immer zwischen zwei Holzpfählen hindurch, welche als Wegmarkierung dienen. Bemerkenswert daran ist, dass diese Pfähle nicht beleuchtet sind, obschon es dunkel ist. Das Licht des Schiffes muss wohl ausreichen – und tut es auch – obwohl: einmal rumpelt es, irgendetwas muss dem Schiff zum Opfer gefallen sein. Weiterlesen

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Neulich sah ich mich gezwungen, in der Stadt zu telefonieren. Zu warten und zuhause zu telefonieren kam in dem Moment nicht in Frage, die Situation wollte in dem Moment geklärt werden.
Eigentlich auch kein Ding, lässt es sich doch heutzutage von (fast) überall her kommunizieren. Doch so ganz einfach war es dann trotzdem nicht.
Kaum ist das Telefonat zustande gekommen, scheint gerade eine neue Stunde zu beginnen. Dies jedenfalls signalisieren ziemlich lautstark Zytglogge und Käfigturm, beides Sehenswürdigkeiten und bei Touristen sehr beliebt, bei mir in dem Moment nicht gerade hoch im Kurs.

Davonhuschend von dem Glockengeläut suche ich ein ruhiges Plätzchen, abseits von der Marktgasse, welche mitten durch die Stadt führt und die Pulszone der Stadt ist. Schnell bin ich in einer der Seitengasse, welche von deutlich weniger Volk bevölkert ist. Aber: hier wird gerade gebaut. Kompressoren dröhnen, und werden im Lärmmachen effektvoll unterstützt von einem Bagger.

Weiter gehts. Von der Seitengasse gelange ich wieder in die Marktgasse – und laufe prompt vor eine Strassenmusikertruppe.

Auch das an sich simple Telefongespräch-führen kann nervenaufreibend sein.

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Details. Sie mögen häufig uninteressant erscheinen. Und sind es vielleicht auch, oft.
Bei Details ist es jedoch wie bei vielem anderem: Man muss sie im richtigen Licht sehen. Im-richtigen-Licht-sehen, das ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint. Wobei, nicht nur.
Ich meine damit, dass man sich auch den kleinen, unbedeutenden Dingen widmen soll, manchmal. Eben auf Details achten. In diesen nicht etwas sehen, das schon tausendmal vorher gesehen worden ist.
Auf seine Art und Weise ist jedes Detail einzigartig, einmalig. Und betrachtenswert, darüber-nachdenkenswert.
Details, nicht nur anfassbare, machen das Leben erst spannend. Spannend und farbenfroh.

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Ende August.
Der Herbst ist gerade angekommen.
Die Lücke zwischen den beiden Jahreszeiten ist noch nicht gefüllt, die bunten Blätter sind in Planung.
In der Zwischenzeit dienen spektakuläre Himmel und und lautlos im Takt schaukelnde Boote als Blickfang.